Heute wieder das reine Nichts
November 19, 2008 at 12:27 | In Allgemein | 1 CommentTags: Banken, dritte Welt, Hamster, Krieg, Weltwirtschaftskrise
Heute ist wieder so ein Tag. Obwohl viel passiert ist, Bekannte ins Spital gefahren, Hamster Amadeus ruhig verschieden (rip), Sonne ging auf, Sonne ging unter, Kinder sind verhungert, Kriege wurden weiter ausgetragen, viele sind auf der Flucht, Milliarden gibt es für Banken, kein Geld gibt es im Vergleich dazu für die dritte Welt obwohl es diese gar nicht gibt weil es gibt nur eine Welt aber wir nennen sie so um uns vom Elend abgrenzen zu können und den Elenden die Schuld an ihrem Elend zuschieben zu können, fällt mir heute nichts ein, was ich Unwichtiges schreiben könnte. Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Deshalb mache ich hier einen Punkt→.
Bringt uns CERN um? Ich möchte nicht in einem schwarzen Loch verschwinden
November 17, 2008 at 10:47 | In Allgemein | 3 CommentsTags: Angst, CERN, Physik, Physiker, Schwarzes Loch, Schweiz, Tod, Weltuntergang
Im Fernsehen lief gerade wieder einmal ein Beitrag über CERN, über diesen Riesenring in der Schweiz mit dem Physiker etwas entdecken wollen, was beim Urknall auch da war oder so. Gegner von CERN behaupten nun, dadurch würde ein schwarzes Loch erzeugt, in dem die Erde verschwinden würde. Wenn wir darin verschwinden, können wir dann darin weiterleben? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit eines Weltunterganges bzw. Erdunterganges? Sollen wir CERN verbiete, wieder zu starten? Können Physiker auch Selbsmörder sein? Es ist abgeschalten worden, weil ein Fehler auftauchte. Haben die Physiker das alles unter Kontrolle? Wenn Fehler wie der geschehene passieren können, dann offensichtlich nicht. Was sollte das Letzte sein, was ich tue, bevor ich im schwarzen Loch verschwinde? Fragen über Fragen und keine Antwort.
Wie man aus Löchern im Kopf nichts lernt
November 17, 2008 at 6:57 | In Allgemein | 5 CommentsTags: Erste Hilfe, Hilfe, Johannesburg, Kopf, Südafrika
Knopfert und unbelehrbar oder „Essay über den Goiserer Dickschädel“
Ich war umgezogen und gab zur Einweihung meiner neuen Wohnung eine Party. Fast alle meine Arbeitskollegen waren gekommen, nur Liz nicht. Ich hatte sie nicht eingeladen, weil ich am Tag zuvor Streit mit ihr hatte. Jetzt, wo die Party losging, tat es mir leid, es war aber nicht mehr zu ändern. Aus meiner männlichen Logik heraus war ich ihr aber dennoch böse, dass sie nicht gekommen war. Es war eine so genannt Bottleparty, wie sie wohl in tausenden Wohnungen an jedem Samstag in Johannesburg stattfanden. Zu einer solchen Party musste man nur die Wohnung zur Verfügung stellen, Erdnüsse, ein paar Basisgetränke wie Bier oder Gin besorgen und gute Musik auflegen, den Rest brachten die Gäste selbst mit. Jeder nahm die Getränke mit, die er oder sie selbst am liebsten tranken. Die Flaschen wurden dann auf die Bar und den Tisch gestellt und jeder durfte sich davon nehmen, soviel er wollte. Je mehr starke Getränke dabei waren, um so schneller wurde die Party ausgelassen. Und so gelang es mir an diesem Abend auch ohne Liz fröhlich zu werden.
An alles hatte ich gedacht, Bier, Gin, Erdnüsse, Schokoladekekse, Soletti und eine LP von Neil Diamond, wie es meine plicht als Gastgeber war. Nur auf Zigaretten für mich selbst hatte ich vergessen. Die halbe Packung die ich bei mir hatte, war schnell ausgeraucht. Helmut der Schnorrer, der von meiner Party gehört hatte, kam uneingeladen und wie immer nur mit einer fast leeren Flasche Whiskey. Auch sein Zigarettenpäckchen enthielt regelmäßig bei solchen Veranstaltungen nur zwei Zigaretten, ansonsten schnorrte er sich den ganzen Abend durch. Daher war auch mein kleiner Vorrat schnell aufgebraucht. Der nächste Zigarettenautomat befand sich im „House Tyrol“, in einem österreichischen Restaurant in Hillbrow, fünf Gehminuten von meiner Wohnung entfernt. Nun ja, das ist für einen Raucher ohne Zigaretten keine Entfernung. Ich verließ also die Party und eilte durch einige Gassen hinauf nach Hillbrow. Dort, auf der Hauptstraße, nicht weit vom „House Tyrol“ entfernt, befand sich das „Café Wien“, das von einer Goiserin geleitet wurde. Vor dem Café war ein Menschenauflauf. Ich stoppte in meinem eiligen Schritt und gesellte mich neugierig dazu. In der Mitte des aus Menschenleibern gebildeten Ringes sah ich zwei Männer raufen. Eigentlich war der Kampf schon zu Ende. Einer lag regungslos am Boden der andere sprang ihm mit beiden Füßen in den Bauch und trat ihm ins Gesicht, mit keiner erkenntlichen Absicht, damit bald aufzuhören. Die Zuseher blieben ruhig und warteten – worauf wohl? Vielleicht, dass endlich auch Blut floss? Ich war erst seit kurzem in Johannesburg und wusste daher nicht, dass man ein allsamstägliches Ereignis, eine Schlägerei, beobachtete. Und da mischte man sich nicht ein. Mir jedoch, dem klugen, starken und unendlich mutigen Goiserer schien es, als würde der am Boden liegende bald sterben, wenn den mit den Füßen Tretenden nicht endlich jemand zurückhielt. Ein Kopf ist ja ein relativ empfindliches Ding. Und so tat ich, was ich tun musste, ich teilte den Menschenring, stürzte mich auf den Tretenden und zog ihn von seinem Opfer zurück.
Der so in seinem Vergnügen gestörte begann aber jetzt mich zu attackieren und ich wehrte mich. Aber nur kurz. Denn in der Zwischenzeit hatte schon jemand die Polizei informiert und diese war rasch an den Ort des Geschehens geeilt. Und ohne lange zu fragen, wie es in Johannesburg bei solchen Gelegenheiten üblich war und wahrscheinlich noch ist, schlugen sie mit ihren Stöcken vorsichtshalber einige Male fest zu bevor sie Fragen stellten. Diese Stöcke sind aus besonders hartem Holz gemacht, mein Kopf nicht. Und da ich einige Male am Kopf getroffen wurde, fiel ich bewusstlos um.
Als ich wieder munter wurde, saß ich blutüberströmt auf der Polizeiwache. Niemand hatte daran gedacht, mich auch nur provisorisch zu verbinden. Obwohl drei Löcher in meinem Schädel klafften. Schwankend näherte ich mich dem Beamten hinter dem Schalter und brachte ihm in meinem damals noch gebrochenen Englisch bei, dass es eine gute Idee wäre, mich in ein Spital zu bringen, weil ich sonst verbluten würde. Irgendwie haben ihn meine Argumente überzeugt, weil, als ich aus meiner neuerlichen Ohnmacht erwachte, lag ich in einem Spitalsbett mit verbundenem Kopf. Dabehalten wollte man mich nicht und schickte mich nach Hause. Wie ich da wieder hingekommen bin, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich mit einem Taxi. Von der Polizei habe ich nie wieder gehört.
Es war zwar schon frühmorgens, aber die Party war noch lustig im Gange, fast alle Gäste waren noch da. Ich hatte keinem gefehlt, jedenfalls waren alle überrascht, mich plötzlich mit Kopfverband zu sehen. Als ich mein Abenteuer erzählte, begannen die alteingesessenen Immigranten lauthals zu lachen. Wie konnte ich nur so dumm sein, mich in so einen Kampf einzumischen. Ich war enttäuscht, fühlte ich mich doch als Held, der ein Leben gerettet hatte und als ein Opfer der Polizei. Mit der Ansicht war ich aber allein und so blieb mir nichts übrig, als auch weiterzufeiern. Zigarettenmäßig schnorrte auch ich mich diesmal durch, denn noch einmal wollte ich die Wohnung in dieser Nacht nicht verlassen. Irgendwann schlief ich dann auf der Couch ein, die letzten Gäste dürften mich so gegen Mittag verlassen haben.
Der nächste Arbeitstag war nicht lustig. Ich hatte den Verband abgenommen und musste feststellen, dass mein Schädel zur Gänze rasiert war. Die drei Löcher waren mehr oder weniger sorgfältig zugenäht worden, die Fäden hatte man aber nur sehr schlampig abgeschnitten, so dass die Reste wie Bürstenhaare von meinen Wunden abstanden. Das gab ein Hallo als ich zur Arbeit erschien, wie man sich vorstellen kann. Bald aber wuchsen die Haare nach und Liz hat mir schlussendlich doch noch die Fäden zurechtgestutzt, so dass ich mich bald wieder in den Spiegel sehen konnte, ohne zu erschrecken. Liz war überhaupt nicht beleidigt, weil ich sie nicht eingeladen hatte. Sie hatte am Samstagabend einen netten Abend mit anderen Freunden im Kino, wie sie mir erzählte. So sind Frauen.
Was ich daraus gelernt habe? Eigentlich nichts. Noch immer stürze ich mich automatisch in die Menge, wenn ich einen Menschen in Not sehe und noch immer bekomme ich von Zeit zu Zeit – symbolisch gesprochen – eine über den Schädel, weil ich nicht zusehen kann. Es dauert heute nur etwas länger, bis die Wunden heilen. So muss halt ein jeder mit seinen Löchern im Kopf oder in der Seele leben, sein Binkerl tragen, wie man bei uns so sagt. Und verstanden habe ich die Zuseher bis heute noch nicht.
Herr Pfandl und das alte Fuhrwerk mit Stier
November 16, 2008 at 11:33 | In Aus meinem neuen Buch | Leave a CommentTags: Bad Goisern, Beförderungsmittel, Geschichte, Stier, Transporte, Transportunternehmen, Wagen
Das Huhn und seine Rolle in der Wirtschaftskrise
November 16, 2008 at 8:40 | In Allgemein | 2 CommentsTags: Ernährung, Hühner, Huhn, Weltwirtschaft, Weltwirtschaftskrise, Wirtschaft, Wohnung
Auf einem anderen Blog habe ich einen Bericht darüber gefunden, wie die US-Amerikaner durch die Wirtschaftskrise kommen wollen. Die Lösung ist einfach, man ernährt sich von Hühnern, die man in der eigenen Wohnung oder im Hinterhof züchtet. Für mich wäre das Problem die Schlachtung. Wer kann so einem lieben Tier schon den Kopf abschlagen oder es erschießen. ÄrzteInnen vielleicht, zart mit Skalpell. Daher wird mich die Weltwirtschaftskrise voll erwischen. Für weniger Zartbeseitete findet man auf dem nachstehenden Link, wenn man ein wenig weiterklickt auch Anweisungen zum richtigen Schlachten (to butcher) eines Huhnes. Dennoch, ich bleibe beim Ei.
Alles über die Huhnaufzucht hier:→Hühnerzucht daheim
eine meiner Supernichten umsegelte Kap Horn
November 16, 2008 at 3:24 | In Allgemein | 5 CommentsTags: Argentinien, Cap Horn, Frauen, Kap Horn, Südamerika, Segeln, Segelschiffe, Weltreisende
Gratuliere, sie hat es geschafft. die Nichte ist rund ums Kap Horn gesegelt. Ein Wahnsinn, diese Frau. Und gestern konnte mich hier in Goisern eine Tussi wieder nicht grüssen, weil ihr Mann Prokurist ist. Das zählt anscheinend. Manchmal denke ich, ich spinne. Oft könnte ich darüber lachen, wenn die dazugehörigen Gesichter nicht so blöd und stumpf wären, und das ist traurig.
Jedenfalls lebt jetzt Nichte in Argentinien und schlägt sich mit Bravour. Und ich bin stolz auf sie. Hoffentlich ist ihr nicht zu kalt. Das Foto mit dem Schnee am Segelschiff war schon wild. Weiterhin alles Gute, liebe Nichte.
Ihre täglichen Berichte und bilder findet ihr hier rechts unten unter dem Link „thewritingyak“.
Tanzende Seelen
November 12, 2008 at 9:57 | In Romantik | 2 CommentsTags: Attersee, Klavier, Parschallen, Romantik, Seele, Tanz, tanzen
Seelen tanzen
Bergkameraden – besser helfen statt beten – ein greusliches Beispiel
November 11, 2008 at 11:39 | In Aus meinem neuen Buch, lyrik | 1 CommentTags: Almen, Berge, Bergkameraden, Bergsteigen, beten, Kirche, Klettern
Hinauf auf den Berg, da zog es die zwei
Den Hans und den Sepp, sonst war keiner dabei.
Drei Almwiesen hatten sie überquert
Und waren bei der Sennerin eingekehrt.
Sie hatten die steilsten Wände erklommen,
Und waren dem Gipfel schon nahe gekommen.
Da löste sich, wie von Geisterhand,
Ein riesiger Felsen aus steiler Wand.
Mit wütendem Sausen,
Mit tosendem Brausen
In hohem Bogen
Kam er geflogen.
Die beiden wollten zur Seite springen.
Zu spät, es sollte nur einem gelingen.
Dem Sepp gelang in eine Spalte die Flucht.
Den Hans aber traf der stürzende Felsen mit Wucht.
Riss ihn hinab bis ganz zum Grunde
Und schlug ihm Wunde um Wunde um Wunde.
Der Schrei des Hans in seiner Qual
Ertönte durch das ganze Tal.
„Hilf mir Sepp, der Fels ist schwer
Ach, hilf, er drückt mich gar zu sehr.“
Der Sepp hielt sich die Ohren zu.
Er hatte Angst, er wollte Ruh
Vor Hanses Schreie voller Schmerz.
Er hatte einen Stein statt Herz.
Und rief zu Hans, der oben lag:
„Warte doch nur noch einen Tag
Gleich morgen werde ich die Kirche betreten
Und dort für deine Rettung beten“.
Zu Hause hatte er es trocken und wärmlich
Der Hans aber krepierte am Berge erbärmlich.
Über die Nachhaltigkeit des ersten Kusses
November 11, 2008 at 11:15 | In Romantik, lyrik | 8 CommentsTags: Gedichte, Liebe, literatur, Lyrics, lyrik
Tanzen kannst Du mit mir, lachen, reiten, wandern.
Für Deine Sorgen aber such Dir jemand andern.
So spricht sie zu mir- und ich muss schweigen,
tanze weiter mit ihr Reigen.
Heute noch – jedoch schon morgen
Tanz’ ich allein, das Herz voll Sorgen.
Und dennoch bleibe ich ihr gut.
Sie gab zum ersten Kuß mir Mut.
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