Bergkameraden – besser helfen statt beten – ein greusliches Beispiel

November 11, 2008 at 11:39 | In Aus meinem neuen Buch, lyrik | 1 Comment
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Hinauf auf den Berg, da zog es die zwei

Den Hans und den Sepp, sonst war keiner dabei.

Drei Almwiesen hatten sie überquert

Und waren bei der Sennerin eingekehrt.

Sie hatten die steilsten Wände erklommen,

Und waren dem Gipfel schon nahe gekommen.

Da löste sich, wie von Geisterhand,

Ein riesiger Felsen aus steiler Wand.

Mit wütendem Sausen,

Mit tosendem Brausen

In hohem Bogen

Kam er geflogen.

Die beiden wollten zur Seite springen.

Zu spät, es sollte nur einem gelingen.

Dem Sepp gelang in eine Spalte die Flucht.

Den Hans aber traf der stürzende Felsen mit Wucht.

Riss ihn hinab bis ganz zum Grunde

Und schlug ihm Wunde um Wunde um Wunde.

Der Schrei des Hans in seiner Qual

Ertönte durch das ganze Tal.

„Hilf mir Sepp, der Fels ist schwer

Ach, hilf, er drückt mich gar zu sehr.“

Der Sepp hielt sich die Ohren zu.

Er hatte Angst, er wollte Ruh

Vor Hanses Schreie voller Schmerz.

Er hatte einen Stein statt Herz.

Und rief zu Hans, der oben lag:

„Warte doch nur noch einen Tag

Gleich morgen werde ich die Kirche betreten

Und dort für deine Rettung beten“.

Zu Hause hatte er es trocken und wärmlich

Der Hans aber krepierte am Berge erbärmlich.

1 Kommentar »

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  1. Ja, so sind sie, die Goiserer. Fromme Leute, da kann man nix sagen.


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