Das Märchen von den Trüfö-Weibern
Juni 4, 2009 at 9:48 | In Allgemein | 20 CommentsTags: Bad Goisern, Erotik, Frauen, Kirche, Tratsch
Eines der Märchen in meinem neuen Buch behandelt die Trüfö-Weiber. Das sind solche Frauen, die gerne tratschen und schwätzen („trüfön“ auf Goiserisch):
Das Märchen: Am Sonntag Vormittag ging die Zenzi in die hl. Messe. Nackt war sie, bis auf ein kleines schwarzes Höschen, das ihren drallen Popo bedeckte. Ihr linkes Auge war blaugeschlagen und sie roch stark nach Schnaps. Sie ging auch beichten und zur Kommunion. Nachdem der Pfarrer seine Schäfchen gesegnet hatte, verließ sie die Kirche und ging eilenden Schrittes nach Hause, ohne jemanden eines Blickes zu würdigen. Auch Resi, Fini, Mizzi, Christl, Penthesilea und Ferdinandine, die einen von Natur aus böse, die anderen alte vertrocknete Jungfern, hatten an der Messe teilgenommen und standen nachher noch lange am Kirchenplatz zusammen um das eine oder andere zu bereden. Dabei fiel kein Wort über die Zenzi.
20 Kommentare »
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Pater Reinhard ging nach der hl. Messe zum Kirchenwirt auf ein Bier und ein doppeltes Gulasch.
Kommentar von thewritingfranz — Juni 4, 2009 #
Eigentlich heißen die Märchen in meinem Buch „Spiegelmärchen“, weil man beim Lesen entweder in einen Spiegel schaut oder aber das Gegenteil vom Märchen wahr ist.
Kommentar von thewritingfranz — Juni 4, 2009 #
Nach der Messe gehe ich auf ein doppeltes Bier und ein kleines Gulasch.
Der Rest ist eine schwierige Geschichte. Warummen denn hatte die Zenzi 1 blaues Auge? Entwickelt sich hier der erste Goisara Koan?
Kommentar von Reinhard (Monsignore) — Juni 4, 2009 #
Warum soll die Zenzi kein blaues Auge haben? Ist sie verheiratet?
Kommentar von Bergfexfranz — Juni 8, 2009 #
Eher geht ein Jurist durch ein Nadelöhr, als dass ein Kamel einen Koan schreibt, aber dem Franz von Shaogoisalin trau ichs zu. Beherrschen Vogelfänger die Tigerkralle?
Kommentar von Tigerkralle (fünffach) — Juni 8, 2009 #
Da ich kein Vogelfänger bin, weiß ich auch nicht, ob ein solchener die tigerkralle beherrschen muss. Vogelfänger tragen zu ihrer Verteidigung gegen große Vögel einen Birigstecka (Mountainstick).Warum soll ein Kamel nicht durch ein Nadelöhr gehen?
Kommentar von Geheimfranz — Juni 8, 2009 #
Jedenfalls kann eine Nadel durch ein Juristenohr gehen.
Kommentar von Geheimfranz — Juni 8, 2009 #
Ich meinte ja nur, weil ihr Iuristen immer so logisch sein müsst, dass euch der Koan schwer über die Rippen kommt. Aber du hast gute Ansätze gezeigt.
Ab wann ist 1 Vogel groß? Haben wir da schon 10 Kriterien?
Kommentar von Logosaurus Tyrannicus — Juni 9, 2009 #
Ein Vogel muss größer sein, als ein Spatz.
Kommentar von Geheimfranz — Juni 9, 2009 #
Guter Anfang, aber gleich grundsätzlich: zählen auch solche Tiere dazu, die einen Masseverwalter ernähren können?
Kommentar von Logosaurus Tyrannicus — Juni 10, 2009 #
Derzeit bin ich auf Fliegenjagd. habe eine einzige Fliege in der Wohnung und ich erwische sie nicht. Sie mich schon. Tod den Fliegen!
Masseverwalter ernähren sich von Massen.
Zu diskutieren bleibt aber noch immer die Zeit nach der Messe. Bist du sicher, dass es bei einem kleinen Gulasch bleibt? Mein letztes kleines Gulasch hatte lediglich drei (in Ziffern 3) Fleischstücke.
Auch ist das Problem mit den keifenden Weibern, die sonntäglich beten und damit Gott beleidigen, noch nicht gelöst.
Weiters habe ich ein Problem damit, dass Ewiggestrige, die Juden hassen, sonntäglich einen Juden anbeten. Scheint mir etwas unlogisch zu sein, fällt diesen Deppen aber offensichtlich nicht auf (Gott hoffentlich schon, wenn es ihn gibt). Das kann auch daran liegen, dass auf keinem Gemälde zu sehen ist, dass der Angebetete beschnitten war. Taucht er überhaupt in der Sixtinischen Kapelle im Deckengemälde auf? Ich war noch nie dort.
Kommentar von simplethefranz — Juni 17, 2009 #
Mein Besuch in Innsbruck war ein sehr erfreuliches Ereignis. Ich trank Kaffee mit einem bekannten Schriftsteller, dessen nächstes Opus über 800 Seiten aufweist. Die Schüler der nächsten Generation werden ihn verfluchen, wenn sie ihn lesen müssen. Mir wäre Tolstoi jedenfalls lieber gewesen, hätte er in „Krieg und Frieden“ nur 2 Protagonisten gehabt, dann wüsste man bis zum Schluss, wer mit wem und warum nicht.
Wie leicht hingegen lässt sich mein Drama von der Zenzi lesen.
Dennoch, 800 Seiten muss man erst einmal schreiben, ohne den Faden zu verlieren. Chapeau!
Kommentar von simplethefranz — Juni 17, 2009 #
Ich meinte natürlich den Geitepleier, das Wappentier der Insolvenzverwalter. Er scheint das Gegenteil des genügsamsten Tieres der Welt zu sein, das nur Löcher frisst, nämlich der Motte.
Dein Besuch in Innsbruck war in der Tat erfreulich, beim nächsten Mal zeige ich dir meine Birke. Mal sehen, welche Wirtin grad Dienst hat.
Mein kleiner Thriller, Die Erstickung, steht derzeit bei 820 Seiten, obwohl der Lektor keine Gnade kennt.
Kommentar von Logosaurus Tyrannicus — Juni 18, 2009 #
Ahso, der Pleitegeier! Da denke ich an Pleitfüsse, Pleitdeutsch, die Wäsche pleiten oder an die Pleitfussindianer. Die Motte, die Löcher frisst, ist das reinste Symbol für Zen. Sie frisst und frisst dennoch nicht. Ähnlich ist mein noch zu gründender „Verein der Nichtvereinsmitglieder“. Wer beitritt, wird automatisch ausgeschlossen.
Auf die Wirtin freue ich mich. Trägt sie Dirndl mit Ausschnitt? Trachtentanga?
Bei der Zenzi habe ich vergessen zu erwähnen, dass ihr Tanga mit kleinen Edelweissen bestückt war. Ich erwähne es hiermit.
Bist Du sicher, dass bei einem Krimi mit 820 Seiten bis zum Ende der Täter unbekannt bleiben kann?
Kommentar von thewritingfranz — Juni 18, 2009 #
Also, auf meiner Homepage habe ich ja einen Aufruf für die Selbsthilfegruppe „Fahrradfreier Sonntag“. Die kriege ich noch ins Laufen.
Was ist eigentlich das Gegentum von Edelweiss? Prollschwarz?
Übrigens schreibe ich ja keinen Krimi, sondern einen Thriller. Der hudanit ist ja seit Margareth Rutherford tot.
Bei der Wirtin lass ich dich völlig im Dunkeln tappen. Nur ein Tipp: bei mir ist Dirndlfreie Zone.
Kommentar von Logosaurus Tyrannicus — Juni 18, 2009 #
So zwischendurch, ich fand ein Gedicht im Internet voller Reiz und Anmut über Erotik und Literatur:
Es ist der Menschheit guter Brauch
was sie vermehrt, das freut sie auch
und nicht allein, daß man es tut
schon drüber lesen tut so gut.
Der Fahrradfreie Sonntag wird uns Fußgängern gut tun. Das Gegenteil von Edelweiß ist die Gämse, die das Edelweiß isst. Was ist ein thriller per definitionem? Margarethe Rutherford liebte ich. Die Wirtin ertappe ich auch im Dunkeln, wenn sie nicht zu dünn ist. Nur keine Sorge. Vielleicht errieche ich sie auch („der Duft der Frauen“ war ein guter Film). Bei uns ist „dirndlfrei“ quasi gleichzustellen mit nackt. Wobei wir wieder bei der Zenzi und ihrem Edelweißtanga wären.
Kommentar von thewritingfranz — Juni 20, 2009 #
Ein Edelweissstangal(l), ist das was Unanständiges, und Herumtappen, nix da. Bei einem T-Shirt mit Braille-Schrift drauf kannst dagegen mit Anstand lesen.
Übrigens ist Shakespeare dahingegend ganz deutlich: Das scheu’ste Mädchen ist verschwendrisch noch, wenn sie dem Monde ihren Reiz enthüllt. (Hamlet)
Die Antwort hat der Schelm bei Richard IV versteckt: Wer kann Geduld beim Äußersten bewahren?
Kommentar von Logosaurus Tyrannicus — Juni 20, 2009 #
Hinter Keuschheit verbirgst Du etwas. So wie die Trüföweiba. Niemand kann sich bei einem Edelweißtanga etwas Unanständiges denken. Ich denke dabei an einen Jodler und Berge. Und William ließ Julia vom Romeo entkleiden. Sie zeigte ihm dafür ihre Nachtigall, er ihr seine Lerche, eher vielleicht eine Lärche. Da dürfte es sich um einen Übersetzung- oder Drucksfehler handeln.
Was aber ist jetzt der Unterschied zwischen Krimi und Thriller? Ist Zenzis Geschichte ein Krimi? Haben die Trüföweiba die Lösung?
Kommentar von justfranz — Juni 21, 2009 #
Hinter Keuschheit verbirgst Du etwas. So wie die Trüföweiba. Niemand kann sich bei einem Edelweißtanga etwas Unanständiges denken. Ich denke dabei an einen Jodler und Berge. Und William ließ Julia vom Romeo entkleiden. Sie zeigte ihm dafür ihre Nachtigall, er ihr seine Lerche, eher vielleicht seine Lärche. Da dürfte es sich um einen Übersetzungs- oder Druckfehler handeln.
Was aber ist jetzt der Unterschied zwischen Krimi und Thriller? Ist Zenzis Geschichte ein Krimi? Haben die Trüföweiba die Lösung?
Kommentar von justfranz — Juni 21, 2009 #
Aufklärungsunterricht: Schau her oh Romeo, das ist meine Nachtigall, Deines ist die Lärche. So setzt sich denn die Nachtigall auf diese Lärche um zart ihr Gezwitscher ertönen zu lassen. Oh Schreck, die Lärche fiel.
Kommentar von justfranz — Juni 21, 2009 #