Gretchen und Margarethe Brandt

Juni 19, 2008 at 7:53 Uhr nachmittags | In Bücher sind zum Lesen da | 3 Comments
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Ich habe ein Buch verborgt und weiß nicht mehr, an wen, obwohl ich einen Verdacht habe. Das Buch handelte von dem Prozess gegen Margarethe Brandt im Jahre 1771. Margarethe Brandt war ein Dienstmädchen in einem Gasthof, wurde von einem Soldaten geschwängert und tötete nach der Geburt aus Not das Neugeborene. Im Prozess wurde sie zum Toder verurteilt und anschliessend hingerichtet, glaublich 1772. Das Buch, um das es mir geht, zeigte in Abdrucken Prozessunterlagen, wie Eingaben an das Gericht durch den Verteidiger und verschiedene Protokolle. Goethe  hat ums Eck des Gerichtes gewohnt, jedenfalls in der Nähe und dürfte den Prozess mitverfolgt haben, wenn nicht gar die Hinrichtung. Ob in Frankfurt oder in Weimar, weiß ich nicht mehr, aber 1771 dürfte er noch Student oder seit erst kurzem keiner mehr gewesen sein. Jedenfalls wurde diese Margarethe sein Vorbild für das Gretchen im Faust.Gott sei Dank wurde er im laufe seines Lebens so klug, dass er das Drama nicht mit dem Wort, das über Gretchen von Engelsstimmen gesprochen wurde, “gerichtet” sondern mit “gerettet” enden ließ. Inwieweit er damit die künftigen Urteile für Kindesmörderinnen beeinflusste, weiß ich nicht. Aber jedenfalls ist nicht die tragischte Liebesgeschichte der Literatur “Romeo und Julia”, sondern steht ihr die einseitige, unglückliche und tödliche Liebe von Gretchen sicherlich gleich.

Wer kennt das Buch, das ich nicht mehr finde?

Kaffee und der Osterspaziergang im Mai bei 35 Grad

Mai 30, 2008 at 7:29 Uhr nachmittags | In Bücher sind zum Lesen da | 1 Comment
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Heute hatte ich ein ganz liebes Erlebnis. Eine Freundin rief mich an und lud mich auf einen Kaffee ein, sie hätte mir etwas zu erzählen.  So eine Einladung schlägt man nicht aus. Im Kaffeehaus erzählte sie mir dann voller Freude, sie würde sich jetzt mit dem →Faust beschäftigen, über den wir vor einiger Zeit sprachen und hätte jetzt den Osterspaziergang auswendig gelernt. Die ganz Jüngste sei sie nicht mehr und so sei sie sehr stolz, dass sie das geschafft habe. Und dann rezitierte sie für mich den Osterspaziergang im Kaffeehaus. Das war das erste Mal, dass eine Frau für mich ein Gedicht aufsagte. Sie freute sich, dass ich mich freute und ich freute mich, dass sie sich freute. Das war wieder einmal so ein kleines Ding, ein solcher Moment, welche das Leben lebenswert machen. Der Kaffee schmak übrigens vorzüglich.

Feuchtgebiete - Rezension

Mai 27, 2008 at 11:32 Uhr vormittags | In Bücher sind zum Lesen da | 4 Comments
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Habe →hier eine Rezension zu diesem Bestseller gefunden. Beurteilen möge jeder selbst sowohl Buch als auch Rezension. Bewundern tue ich an diesem →Buch seine Eignung zum Bestseller, sonst eigenlich nix. →Anais Nin und →Henry Miller schrieben besser. Das beste →Feuchtgebiet das ICH kenne, ist die →Rossmoosalm in Bad Goisern.

Geschichten rund ums Mittelmeer

Mai 17, 2008 at 12:54 Uhr nachmittags | In Bücher sind zum Lesen da | No Comments
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“Geschichten rund ums Mittelmeer, Griechenland, Türkei, Zypern, Malta”, so heißt das Buch, das ich soeben am Flohmarkt erwarb. Der Untertitel: “Auf den Spuren der Dichter”. Gesammelt und herausgegeben wurden die  Geschichten von einem Manfred Barthel im Bastei-Lübbe Verlag. So leicht kann man es sich machen. Man sammelt Geschichten von Homer über Henry Miller und Lawrence Durell, bis hin zu Karl May und gibt sie als Buch heraus. Gute Idee! Da der Einband des Buches in Griechenland-Weiss-und-Blau gehalten  und mit den Windmühlen von Mykonos geschmückt ist, greift man als Grecophiler (schreibt man das so?) automatisch zu. Und da Barthel tatsächlich aus den verschiedensten Bücher wunderschöne Stellen aussuchte, liest man es auch gerne. Mein Liebling in dem Buch ist Henry Miller, aus dessen “Der Koloss von Maroussi” zitiert wird. Witzig und klug finde ich den Ausschnitt aus dem “Alexis Sorbas” in dem Sorbas erklärt, wie er sich die Erschaffung des Menschen vorstellt. Gott hatte niemanden, der ihn verehrte und so formte er aus Erde einen kleinen Menschen, legte ihn in die Sonne und sah nach sieben Tagen, dass er ein Schwein geschaffen hatte, das auf den Hinterfüßen stehen kann.  Gott aber irrte sich, es war ein Mensch. Und als Gott dies schlussendlich doch erkannte, streckte er dem Menschen die Hand entgegen, damit er sie küsse. Der Mensch aber sagte zu ihm:”Platz da, Alter, und lass mich vorbei.” Ich denke, da hat sich bisher nichts geändert. Resumee: Ein Buch für den Urlaub am Mittelmeer.

Personen-Lexikon-Österreich, Mozart und Maria Meier

Mai 11, 2008 at 7:22 Uhr nachmittags | In Bücher sind zum Lesen da | 1 Comment
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Personen-Lexikon-Österreich: Herausgegeben von Ernst Bruckmüller. Ob ich dieses Buch empfehlen soll? Ich weiß es nicht. Ich habe es zum Geburtstag erhalten und darin viel geblättert. Es besteht halt, wie der Titel sagt, aus der Aufzählung einer grossen Menge von Österreichern, von denen ich die meisten nicht kenne.  Naturgemäss - wir sind in Österreich - werden unzählige Adelige beschrieben. Die sind mir relativ wurscht. Erwähnt wird natürlich nicht die Magd Maria Meier, die Anfangs des 14. Jahrhunderts in einem kleinen Ort in Ostarrichi, in den Alpen, 17 Kinder ohne Ehemann aufzog, weil dieser in irgendeinem Gefecht tödlich verwundet wurde, für das aber sein Chef, Erzherzog Irgendeiner, in die Geschichtsbücher einging, dafür ist er tot. 10 Kinder der Maria Meier starben  auch, noch vor Erreichung des siebten Lebensjahres, weil sie verhungerten.  Maria Meier hat aber überlebt in einer Unzahl von heutigen alleinerziehenden Müttern. Aufstossen tut mir in dem Buch auch das Kapitel W.A. Mozart. Da wird nämlich geschrieben:”Die Forschungen über sein musikalisches Umfeld haben das Mozartbild zurechtgerückt und den Mythos der Einmaligkeit korrigiert.” Wenn Mozart nicht einmalig war, wer dann? Abgesehen davon, dass jeder Mensch einmalig ist: Nimm nur eine seiner Arien aus dem Figaro, jede einzelne ist einmalig und an Schönheit unübertroffen. Wer sonst konnte ein Finale wie “Comtessa perdono” schreiben? Welche Melodie wird auf der Welt so oft gespielt, wie “Die Kleine Nachtmusik”. Ich wette, dass genau jetzt, in diesem Augenblick, ca. 60 Orchester an irgenwelchen beliebigen Plätzen rund um den Erdball dieses Werk spielen. Andererseits ist Mozart das längste Kapitel gewidmet, das kann mich aber nicht versöhnen. Überhaupt fiel mir auf, wenn du einen langen Eintrag in ein Lexikon willst, werde Künstler. Die haben die längsten Einträge. Auch die gescheitesten Universitätsprofessoren mit vielen Doktortiteln, wie Theo Mayer-Maly, bringen es nur auf einige Zeilen. Politiker werden auch nicht üppig bedacht, mit Ausnahme eben der Adeligen, die Schlachten schlugen und viele Bauten bauen liessen, wie Prinz Eugen. Mir aber ist Maria Meier immer noch wichtiger. Daher sei sie hier erwähnt, auf dass sie durch das Internet auf ewig lebe, sowie durch Selbiges gelobt und gepriesen werde soweit dies notwendig ist, denn durch Mozart wurde sie bereits in der Gestalt der “Zerlina” im “Don Giovanni” verewigt, ebenso wie als “Susanna” in “Figaros Hochzeit”. Quod erat demonstrandum!

Langweilige Bücher, Feuchtgebiete und die Lust zu morden

März 29, 2008 at 9:09 Uhr vormittags | In Bücher sind zum Lesen da | No Comments
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“Lieber Franz”, sagt sie: “Hier, dieses Buch schenke ich Dir.” Wie immer denke ich langsamer als sie handelt und nehme ihr das Buch aus der Hand. Kaum halte ich es in Händen und öffne es, schießt es mir durch den Kopf: “Shit, schon wieder hereingefallen.” Und wie immer stelle ich ihr die Frage: “Das hat Dir wohl nicht gefallen?” Aus langer Erfahrung weiß ich nämlich, dass sie mir Bücher, die sie für gut befunden hat, nur leiht. Dabei vergisst sie nie, vorher noch ihren Namen auf die Innenseite des Buchumschlags zu schreiben. Und wie erwartet antwortet sie: “Stimmt, das Buch ist ein Schas. Wie hast Du das erraten?” und lächelt dabei verschmitzt. Ich, wie immer schüchtern: “Naja, halt so.” Und dabei weiß ich seit Jahren, dass sie immer denselben Trick anwendet. Kaum hat sie ein Buch, dass sie in ihrem Bücherregal nicht unterbringen will, weil es schlecht ist, schaut sie mich mit ihren blauen Augen unschuldig an und stellt mir, der gegen ihren Blick hilflos ist, immer wieder dieselbe Buchfalle. Sie weiß, ich kann ihr keine Bitte abschlagen. Und schon gar nicht kann ich ein Buch, das mir geschenkt wird, ablehnen und würde es von Feuchtgebieten handeln. Und so habe ich in meinem Bücherregal die Geschenkte-Schlechte-Bücher-Ecke eingerichtet und immer, wenn sie mich besucht, ist das erste, nachdem sie sich ausgezogen hat, die Frage: “Hast Du mein letztes Geschenk schon gelesen?” Und immer wieder antworte ich: “Noch nicht, aber ich werde es in den nächsten Tage lesen.” Und jedes Mal muss ich mit dieser Lüge im Gedächtnis zärtlich zu ihr sein. Dabei brenne ich innerlich vor Wut über meine Feigheit, die mir verbietet, ihr das Buch zurück zu geben oder es wegzuwerfen. Und so massiere ich mit der einen Hand zärtlich ihren Rücken, während ich die andere Hand immer wieder von ihrem Hals zurück reißen muss, damit sie nicht zupackt und sie erwürgt. Wie lange ich das noch durchhalte, weiß ich nicht. Ich schreibe aber schon an meiner Verteidigungsrede. Ich kann nur hoffen, einen Richter zu finden, dessen Frau auch langweilige Bücher liest.

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Durch die Wüste, mit Bärentöter, Henrystutzen und Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossara

Februar 1, 2008 at 7:49 Uhr nachmittags | In Bücher sind zum Lesen da | No Comments
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Karl May kennt wohl jeder, zumindest der, der gerne Witze erzählt. Weil da gibt es diesen gerne erzählten Witz: Was liest Du denn?- Das Kapital, von Karl May. - Aber das ist doch von Karl Marx! - Ach so, ich habe mich schon gewundert. Ich bin auf Seite 200 und noch immer ist kein Indianer vorgekommen.

Abgesehen davon aber ist Karl May jener Schriftsteller, der mein Leben am meisten beeinflußt hat. Er nähmlich erweckte in mir die Reiselust, die Lust, andere Länder, andere Sitten, Nichtgoiserer kennenzulernen. Das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, war IM SUDAN. Das habe ich in der Gemeindebibliothek gefunden und begeistert verschlungen. Leider wusste ich aber nicht, wo der Sudan war. In der Schule nahmen wir noch immer die Geographie von Österreich durch. Afrika war noch weit weg. Aber irgendwie wusste ich schon, der Sudan müsse in Afrika sein, das wird im Buch selbst erwähnt. Aber wo war Afrika? . Ein Land voller Sklaven, Sklavenhändler und nur einem guten Weissen, der die Sklaven befreit. Das war in meinen Träumen natürlich ICH. Gibt es etwas Edleres, als Sklaven zu befreien? Ja, das gibt es. Das erfuhr ich in meinem zweiten Band, den ich von May las, DURCH DIE WÜSTE. Da befreit der Held, Kara Ben Nemsi mit seinem Freund Hadschi Halef Omar nähmlich eine junge Frau aus den Händen eines grossen Schurken, der sie zwangsheiraten wollte. In meinen Träumen befreie ich noch heute als Franz Ben K gefangene Frauen und schiesse alle nieder, die sich mir in den Weg stellen, mit Bärentöter und Henrystutzen, dem 25-schüssigen. Dieser Henrystutzen blieb für mich immer ein Rätsel. Es war das einzige Gewehr auf der Welt, mit dem man hintereinander 25 Schuß abgeben konnte, ohne einmal nachzuladen. Ich weiss aber bis heute nicht, wie das funktionierte. War der Henrystutzen ein Repetiergewehr wie die Winchester? Wenn das jemand weiss, soll er es bitte in einem Kommentar erklären. Irgendwo ist es vielleicht in Winnetou I erklärt, aber ich konnte die Stelle nicht mehr finden, als ich vor ein paar Jahen in einem Antquariat ein Exemplar fand und nach dem Ursprung des Henrystutzen suchte. Wo ist eine Frau, die befreit werden will? Bitte rufe mich nicht an, aber erscheine in meinen Träumen.

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