Exit Innsbruck, Lachs, Zitronen, Wurst und Brot und kein Anruf

Mai 8, 2008 um 9:17 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 5 Kommentare
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Um 19 Uhr ist sie weggefahren. Vorher hat sie mich noch angerufen und mir gesagt, was sie zum späten Abendessen mitnimmt, Lachs für mich, Wurst für sich selbst und ich solle noch Brot kaufen. Halt! sagte sie noch, wenn du eine Zitrone kaufen kannst, esse ich auch Lachs. Und so bin ich kurz vor Geschäftsschluss noch einkaufen gegangen. Brot habe ich gekauft und 4 Biozitronen um 1,49 €. Und Milch fehlte mir noch und Maresi. So habe ich die auch mitgenommen. Und jetzt sitze ich hier und warte und warte. Fast 2 Stunden ist sie bereits unterwegs. Von Innsbruck nach Goisern sind es ungefähr na was denn? Naja, 250 km würde ich schätzen. Dann sollte sie in einer Stunde da sein. Wie sagte der Fuchs zum kleinen Prinzen? Freundschaft ist das, wenn dir eine halbe Stunde bevor der Freund kommt, das Herz schnelle pocht. Es pocht bei mir schon etwas länger. Zur Ausrede kann ich ja sage, wegen dem Lachs oder wegen des Lachses, nicht aber wegen den Lachs, des Lachses wegen aber geht. Hoffentlich sind ihr meine Zitronen recht und sie ist mit Mischbrot zufrieden. Oder hätte sie lieber Weißbrot zum Lachs? So fragt man sich halt beim Warten, als Mann. Habe ich noch genügend Pfirsicheistee im Kühlschrank? Habe ich genug gelüftet? Sie ist NichtraucherIn.  Soll ich Mundspray verwenden, bevor ich aufmache, wenn sie läutet? Ach ja, so ein Besuch ist nicht leicht. Bin ich frisiert? Bett gemacht? Nein, muss ich noch tun. Hoffentlich hat sie keinen Unfall. Ist ja viel Verkehr auf der Autobahn. Wo wird sie abfahren? Regau, Mondsee oder Thalgau? Sie pflegt von unterwegs anzurufen und mir zu sagen, wie lange sie noch braucht. Bisher kein Anruf. Wo ist sie? Naja, da werde ich mir noch einen Kaffee machen, koffeinfrei. Warum ruft sie nur nicht an? Halt, es läutet! – Wieder nichts, es war die alte Nachbarin. Nicht einmal ein Mörder kommt zu mir. Den hätte ich niederschlagen können, dann hätte ich meinen Freund bei der Polizei angerufen und ihm den Mörder, der keiner wurde, weil ich ihn vorher niederschlug, übergeben. Oder sollte ich auf eine Mörderin hoffen? Die könnte ich verführen, bevor sie zur Tat schreiten kann. Oder will sie mich vielleicht mit Sex töten? Wird nicht gehen, mein Herz ist stark. Was aber, wenn sie mit Herzinfarkt unter mir oder über mir zusammenbricht? Kann man unter jemandem zusammenbrechen? Wohl eher nicht, Da würde sie unter mir zusammensacken? Schwer zu beschreiben. Ich werde sie daher oben lassen müssen, da kann sie sicherlich zusammenbrechen, mit einem letzten Seufzer. Dann habe ich sie hier liegen, tot. Was tun mit ihr? Da warte ich lieber nicht auf eine Mörderin. Warte weiter auf sie, aus Innsbruck, mit Lachs. Warum ruft sie nicht an?

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5 Kommentare »

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  1. Jo mei, wonns wenigstens kommentiern würde, die Frau. Hoffenlich bleibts brav, Seifenstein!

  2. Loss mi endlich eini, i bins, dei Mörderin!

  3. Sie ist da. Die Wusrst ist eine Rentiersalami und köstlich.

  4. Hm, guter Text – vor allem als es um Lachs geht: Der Versuch des Protagonisten, mittels Alltäglichem dem unter-der-Oberfläche-liegedem Herr zu werden…

  5. Ist schon wieder weg.Die wahrscheinlich schönste Frau der Welt.


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