Personen-Lexikon-Österreich, Mozart und Maria Meier

Mai 11, 2008 um 7:22 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 1 Kommentar
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Personen-Lexikon-Österreich: Herausgegeben von Ernst Bruckmüller. Ob ich dieses Buch empfehlen soll? Ich weiß es nicht. Ich habe es zum Geburtstag erhalten und darin viel geblättert. Es besteht halt, wie der Titel sagt, aus der Aufzählung einer grossen Menge von Österreichern, von denen ich die meisten nicht kenne.  Naturgemäss – wir sind in Österreich – werden unzählige Adelige beschrieben. Die sind mir relativ wurscht. Erwähnt wird natürlich nicht die Magd Maria Meier, die Anfangs des 14. Jahrhunderts in einem kleinen Ort in Ostarrichi, in den Alpen, 17 Kinder ohne Ehemann aufzog, weil dieser in irgendeinem Gefecht tödlich verwundet wurde, für das aber sein Chef, Erzherzog Irgendeiner, in die Geschichtsbücher einging, dafür ist er tot. 10 Kinder der Maria Meier starben  auch, noch vor Erreichung des siebten Lebensjahres, weil sie verhungerten.  Maria Meier hat aber überlebt in einer Unzahl von heutigen alleinerziehenden Müttern. Aufstossen tut mir in dem Buch auch das Kapitel W.A. Mozart. Da wird nämlich geschrieben:“Die Forschungen über sein musikalisches Umfeld haben das Mozartbild zurechtgerückt und den Mythos der Einmaligkeit korrigiert.“ Wenn Mozart nicht einmalig war, wer dann? Abgesehen davon, dass jeder Mensch einmalig ist: Nimm nur eine seiner Arien aus dem Figaro, jede einzelne ist einmalig und an Schönheit unübertroffen. Wer sonst konnte ein Finale wie „Comtessa perdono“ schreiben? Welche Melodie wird auf der Welt so oft gespielt, wie „Die Kleine Nachtmusik“. Ich wette, dass genau jetzt, in diesem Augenblick, ca. 60 Orchester an irgenwelchen beliebigen Plätzen rund um den Erdball dieses Werk spielen. Andererseits ist Mozart das längste Kapitel gewidmet, das kann mich aber nicht versöhnen. Überhaupt fiel mir auf, wenn du einen langen Eintrag in ein Lexikon willst, werde Künstler. Die haben die längsten Einträge. Auch die gescheitesten Universitätsprofessoren mit vielen Doktortiteln, wie Theo Mayer-Maly, bringen es nur auf einige Zeilen. Politiker werden auch nicht üppig bedacht, mit Ausnahme eben der Adeligen, die Schlachten schlugen und viele Bauten bauen liessen, wie Prinz Eugen. Mir aber ist Maria Meier immer noch wichtiger. Daher sei sie hier erwähnt, auf dass sie durch das Internet auf ewig lebe, sowie durch Selbiges gelobt und gepriesen werde soweit dies notwendig ist, denn durch Mozart wurde sie bereits in der Gestalt der „Zerlina“ im „Don Giovanni“ verewigt, ebenso wie als „Susanna“ in „Figaros Hochzeit“. Quod erat demonstrandum!

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1 Kommentar »

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  1. Ich bin ganz gerührt, dass Du Maria Meier auf diese Weise ein Denkmal setzt.

    * trocknet die Tränen


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