Seppi im Krieg

Mai 24, 2008 um 6:47 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Der kleine Seppi im Krieg

Der nächste Planet war der Irak. Der kleine Seppi landete inmitten einer grossen Stadt, die zerstört und verwüstet war. Er konnte ihre einstmalige Schönheit erkennen, die Gebäude

waren in einem fremdartigen aber ihn ansprechenden Stil gebaut. Auf seinem kleinen Planeten baute man anders. Aber das einzige Gebäude auf seinem Planeten war ja auch nur ein Vulkan. und es ist gar nicht sicher, dass ein Vulkan auch ein Gebäude ist. Aber weil vor dem Vulkan die schöne Rose stand, war es für ihn ganz leicht, den Vulkan als Gebäude anzusehen. Standen denn nicht auch in den Städten der Menschen Bäume und Blumen immer vor Gebäuden?

Der erste Bewohner vom Planeten Irak den er traf, war sonderbar gekleidet. Vom Gesicht war fast gar nichts zu sehen. Der Mensch hatte einen grossen blechernen Topf aufgesetzt, der sein

Gesicht fast bis zu den Augen verdeckte. Die Augen waren hinter einem Stück durchsichtigem Etwas verborgen, das in einer Art Rahmen steckte. Das Kinn war durch einen Riemen hochgeschnürt, der den Blechnapf am Kopf festhielt. Dadurch konnte der Mensch nur schwer sprechen. Er trug auch keine Hose sondern eine dunkelgrüne Jacke mit braunen Flecken, die direkt in eine Hose gleicher Farbe überging. Wie kann man eine Hosenjacke nur anziehen und wie kann man damit nur scheissen, fragte sich der kleine Seppi ganz leise, weil er sich vor dem Menschen ohne Gesicht doch ein wenig fürchtete. Auf meinem Planeten, da sind sie getrennt, Hose unten, Jacke oben. und wenn es heiss ist, ziehe ich die Jacke aus und gieße die Rose mit nacktem Oberkörper. Der Rose macht das nichts, die freut sich über das Wasser bei der Hitze und dass ich für sie sorge, ganz egal wie ich aussehe. Dieser Mensch müsste bei Hitze in seinem kühlen Haus bleiben, weil er die Jacke nicht ausziehen kann, und die Rose müsste verwelken. Da ist es mir schon lieber, nicht so angezogen zu sein, wie die Menschen, dachte der kleine Seppi weiter, weil sonst müsste meine Rose sterben obwohl ich sie liebe.

Was hast du denn da für einen langen Stock unter dem Arm? fragte der kleine Seppi den Menschen. Das ist eine Maschinenpistole, antwortete der Mensch. Damit kann ich in der Minute 1000mal schießen und 1000 Feinde töten. Was ist denn ein Feind, fragte der kleine Seppi. Ein Feind ist jemand, der anderer Meinung ist als du oder der dir etwas nicht gibt, was du gerne hättest. Dann ist doch meine Rose auch mein Feind, sagte der kleine Seppi, weil ich gerne ihre Anmut und Schönheit hätte und ihre Stacheln, damit ich mich wehren kann. Und doch liebe ich sie und gieße sie jeden Tag am morgen, weil wenn ich sie mittags gieße, ist das nicht gut für sie. Niemals, nie, nie, nie würde ich sie erschießen, auch wenn sie etwas hat, das ich nicht habe.

Feinde glauben auch an einen anderen Gott, sagte der Mensch, deshalb muss man sie auch erschießen. Und du, glaubst du an einen Gott, fragte der kleine Seppi, für den seine Rose auf

seinem Planeten so etwas wie ein Gott war, aber das wusste er nicht. Ja, ich glaube auch an einen Gott antwortete der Mensch, aber an den richtigen. Gibt es denn mehrere Götter, falsche und richtige, fragte der kleine Seppi verwirrt. Nein, es gibt eigentlich nur einen Gott, war die Antwort. Aber wenn es nur einen Gott gibt und der Feind an einen Gott glaubt und du an einen Gott glaubst, könnt ihr doch nur an den einen Gott glauben, den es gibt und das muss derselbe sein. Der kleine Seppi fand das ganz logisch. denn dass man an einen Gott glaubt, den es nicht gibt, ist nicht möglich. Er fuhr fort, und Gott wird das ohnehin wissen, dass du an ihn glaubst und er kann nicht der falsche sein, weil es den ja nicht gibt, wie du gesagt hast, und der kann dann nichts wissen, weil es ihn nicht gibt. Der Mensch wurde durch die Worte des kleinen Seppien verwirrt , aber er ging von seiner Meinung nicht ab. Wenn jemand

ein Feind ist, dann glaubt er an einen

falschen Gott und man muss ihn töten. so wird uns das schon in der schule

beigebracht und weil wir es in der Schule lernen, ist es richtig. da ist mir meine Schule des Lebens lieber, da kann ich eine Rose lieben ohne mich um Gott kümmern zu müssen, ich liebe einfach dachte der kleine Seppi. Weil er wollte nichts mehr sagen, denn wenn der Mensch erfuhr, dass er seine Rose vergötterte, würde er ihn erschießen und er musste ja noch soviel sehen und lernen auf seiner Reise. Aber merkwürdige Gedanken haben sie schon die Menschen und sie wollen immer Recht haben, auch wenn sie im Unrecht sind. Meine Rose gieße ich einfach, weil ich sie liebe und ich denke dabei nicht darüber nach, ob die Rose vielleicht anders denkt als ich. Und er machte sich auf nach dem nächsten Planeten, wo er noch viel Merkwürdigeres erleben sollte, denn der nächst Planet war Goisern.

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  1. Entgegen der Ansicht einer Krimiautorin, die sich hier umtut, ist diese Geschichte nicht pro-amerikanisch sondern antikriegerisch und antisoldatisch, somit auch antisoldatenderusaimirakdietöten.


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