Erotische Weltliteratur

Juni 7, 2008 um 10:05 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 4 Kommentare
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→Reinhard und ich haben heute bei Frau →krimi.krimi drüben hochwertige erotische Literatur verfasst. Das soll nun auch meinen Lesern zugute kommen, deshalb habe ich meine Texte hier herüber kopiert. Es geht dabei um den größten aller Westernhelden, von dem es jede Woche eine Ausgabe eines Romanheftes gibt, um LASSITER. Er ist der schnellste Schütze und der härteste Kämpfer mit der Faust, stets kämpft er für das Gute gegen das Böse. Zahllose erotische Abenteuer begleiten seinen Weg durch den Westen und es gibt keine Situation, in der er nicht seinen Mann steht. Ich habe mich einmal in der Szene eines solchen Romanes in Annäherung an den Originalstil versucht. Das Ergebnis sehen Sie hier.

Ein Western
“Als die junge vollbrüstige Ärztin sich über ihn beugte und mit einem kühnen Schnitt seine Rippen freilegte, biss Lassiter die Zähne vor Schmerz zusammen und dennoch konnte er ein Regen in seiner Hose nicht vermeiden. Er war schon zu lange in den Bergen allein hinter der Bande hergewesen und dies war die erste Frau seit Wochen, die er nahe an sich spürte. Als sie dann die sechste Kugel aus seiner Lunge entfernte, war der Schmerz beinahe unerträglich. Nur der Anblick ihrer Brüste hielten ihn bei Bewusstsein. “Nur nicht das Bewusstsein verlieren”, schoss es ihm durch den Kopf, “die Bande kann jeden Augenblick hereinstürmen und versuchen, die Ärztin zu vergewaltigen, während ich hier mit geöffnetem Brustkorb tatenlos zusehen muss”. Mit einer Hand gelang es ihm den Hahn des linken Colts zu spannen, um im Falle eines Falles doch noch einen Schuss aus der Hüfte abgeben zu können. Und mit einer übermenschlichen Kraftanstrengung hob er seinen Kopf, blickte an den Brüsten vorbei und flüsterte ihr ins Ohr:”Sobald du meinen Brustkorb zugenähnt hast, zeige ich dir etwas Feines von mir. Du wirst meinen Dank nie vergessen.” Und mit einem Stöhnen fiel sein Kopf zurück auf den alten, veerschwitzten Sattel, der ihm als Kopfstütze diente. “Jetzt wird es ein wenig weh tun, mein Held” , sagte die junge Ärztin, “aber es wird gleich vorbei sein. Nur noch ein paar Stiche mit den Hufnägeln, welche die zwei Fleischlappen zusammenhalten werden, bis die Wunde verheilt ist, und du wirst dich wieder besser fühlen. Soll ich dir eines der Mädchen aufs Zimmer schicken?” Lassiter verneinte. Obwohl sein Verlangen stark war, sagte ihm doch der Verstand, dass sein Körper nach dieser Operation der Ruhe bedurfte. Je schneller die Wunde zusammenwuchs, desto schneller konnte er die Red-Mountain-Bande verfolgen. Er musste auch hart bleiben und sich davon nicht von der begehrenswerten jungen Ärztin, deren Haar nach Rosmarin duftete, abhalten lassen. Zuerst kam die Pflicht.

Dichter und solche, die es werden wollen, können, sollen und müssen sich an verschiedenen Formen der Lyrik üben. Ein Beispiel ist folgende Übung:

Dichterschule
Aufgabe: Variiere das Beispiel “PETER SCHLÄFT BEI SEINER FRAU”

Gedichtformen: Heiku, Gstanzl, Goethe, Bukowsky, Villon
Der Name des Protagonisten kann beliebig geändert werden, muss aber 2silbig sein,

Heiku:

Peter schläft im Bett
Der Mond scheint heute Nacht nicht
Sein Weib umarmt ihn

Gstanzl:

Wann da Peta im Bed liegt
Und da Mond heit nit leicht
Drucktn sei Oide ans Busal
Weil sei Schlof is so seicht.

Goethe:

Im Bette liegt Peter der Grosse, dem weichen.
Kein Mondstrahl will heut seine Wangen bleichen.
Ein schönes Weib hält ihm deshalb die Hand,
So kann er auf Traumes Flügel entfleuchen –
in Morpheus Land.

Charles Bukowsky

Wenn Peter ohne Mondschein nicht schlafen kann,
Wendet seine holde Maid diese Methode an:
“Schlafe mein Liebster, bleib nicht länger mehr munter”
flüstert sie –
und holt ihm dabei einen runter.

Francois Villon:

Verfluchter Gott, schenk mir – Peter – endlich Nachts Ruhe,
Sonst aber wirf mich gleich in die Begräbnistruhe,
Und danach in das Erdloch neben all diese Affen,
Die Päpste, die Probste, die Äbte und Pfaffen.
Mein huriges Weib schmeiss gleich hinterher,
Sie kochte nur schlecht, ich lieb sie nicht mehr.

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4 Kommentare »

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  1. Bin eben von Bierversuchen zurück und sehe die Dislozierung dieses literarischen Duos. Werde mich gegen Mitternacht wieder gefangen haben, um zu antworten.

  2. Vor dem Stellungswechsel doch für Villon, zeitgemäß, mein erster Versuch als reimender Dichter:

    Hat der Typ einen Futzpimmel
    kriegt sein Wein halt den Putzfimmel.

  3. Wie Kritiker anmerken, hat Schiller bei seiner Glocke den Klöppel vergessen. Wie ich bei meiner Untersuchung dieses Problems festgestellt habe, ist dem Meister dieser Lapsus keinesfalls unterlaufen. Er ist vielmehr allgegenwärtig.

    Die Erotik in Schillers Glocke tritt frei zutage, wenn man einige kleinere Kürzungen und völlig geringfügige Anpassungen vornimmt.

    Mit züchtigen, verschämten Wangen
    Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
    Da faßt ein namenloses Sehnen
    Des Jünglings Herz

    Das Auge sieht den Himmel offen,
    Es schwelgt das Herz in Seligkeit.

    Frisch Geselle, sei zur Hand.
    Von der Stirne heiß
    Rinnen muß der Schweiß,
    Soll das Werk den Meister loben,
    Doch der Segen kommt von oben.

    Doch nicht trocken laß es sein,
    Daß die eingepreßte Flamme
    Schlage zu dem Schwalch hinein.

    Weiße Blasen seh ich springen,
    Wohl! Die Massen sind im Fluß.
    Laß es voll und ganz durchdringen,
    Das befördert schnell den Guß.
    Auch von Schaume rein
    Muß die Mischung sein,
    Daß vom reinlichen Metalle
    Rein und voll die Stimme schalle.

    Was in des Dammes tiefer Grube
    Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
    Hoch auf des Turmes Glockenstube
    Da wird es von uns zeugen laut.

    Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
    Wo Starkes sich und Mildes paarten,
    Da gibt es einen guten Klang.
    Doch wenn’s ist kurz, die Reu ist lang.

    Wohl! nun kann der Guß beginnen,
    Schön gezacket ist der Bruch.
    Doch bevor wir’s lassen rinnen,
    Bete einen frommen Spruch!
    Stoß den Zapfen aus!
    Gott bewahr das Haus!
    Rauchend in des Henkels Bogen
    Schießt’s mit feuerbraunen Wogen.

    Da werden Weiber zu Hyänen
    Und treiben mit Entsetzen Scherz,
    Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
    Zerreißen sie des Feindes Herz.
    Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
    Sich alle Bande frommer Scheu,
    Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
    Und alle Laster walten frei.

    Nun ist’s aufgenommen,
    Glücklich ist die Form gefüllt,
    Wird’s auch schön zutage kommen,
    Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
    Wenn der Guß mißlang?
    Wenn die Form zersprang?
    Ach! vielleicht indem wir hoffen,
    Hat uns Unheil schon getroffen.

    Sehet! Wie ein goldner Stern
    Aus der Hülse, blank und eben,
    Schält sich der metallne Kern.

    Jetzo mit der Kraft des Stranges
    Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
    Daß sie in das Reich des Klanges
    Steige, in die Himmelsluft.

  4. Gut gemacht


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