Die Sonne, der Dachstein und ein Kuss

September 1, 2008 um 9:14 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 1 Kommentar
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Die Sonne scheint jeden Tag. Nur sehen wir sie oft nicht, weil sie durch die Wolken verdeckt ist. Heute ist ein Tag ohne Wolken. Der Himmel ist blau und die Wiesen blühen. Sie hören gar nicht mehr zu blühen auf, sie überblühen. Wenn man vom Predigstuhlhotel hinunterblickt, gleitet der Blick zuerst über Millionen von Blumen in allen Farben, die sich über das Gras erhoben haben. Kein Mensch kann einen bunten Teppich knüpfen, wie die Natur die Wiese unter dem Predigstuhl knüpfte. Komm her, ruft sie mir zu, leg dich in mich, strecke dich aus und blicke in den Himmel, dann schliesse die Augen und denke einfach nichts, oder träume in mir. Mein Blick schweift weiter und sieht weit hinten den Hallstättersee am Fuße des Krippensteines. Es ist noch morgens und die Sonne ist noch nicht in das Tal des Sees hinuntergetaucht, so liegt er schwarz und drohend vor mit. 2000 m darüber aber strahlt schon der Schnee im Sonnenlicht. Rechts davon, noch 1000 m höher glänzt der Dachsteingletscher. Hoch ragt der Dachstein auf und beherrscht die ganze Szene. Immer wieder rief und ruft er mich, kumm aufi Bua, kumm aufi! Noch nie bin ich seinem Ruf erlegen, doch das Verlangen wächst. eines Tages werde ich ihn besteigen und mich Schnee und Eis, Wind und Regen und der Kälte aussetzen, um ihn zu bezwingen. Noch aber ruft auch der Kaffe auf der Terasse des Berghotels Predigstuhl nach mir, bestell mich Bua, bestell mich. Und seinem Rufe folge ich und bestelle einen Verlängerten bei der hübschen Kellnerin in ihren hautengen Lederhosen, mit der Figur der Marylin Monroe und denke an eine Sünde. Soll ich den Verlängerten bezahlen oder einfach so verschwinden? Nein, das kommt nicht in frage, sonst dürfte ich die Kellnerin nie wieder sehen und der Kaffe ist zu köstlich hier heroben. Zu viele Erinnerungen sind mit diesem Platz verbunden. Früher führte ein Sessellift hier herauf. Oft lud der Vater meine Geschwister und Mutter zu einer Sesselliftfahrt ein, mit einer Anschliessenden Wanderung zur Rossmoosalm oder gar zum Hütteneck. Das waren richtige Abenteuer diese Wanderungen. Und habe ich den Lift im Winter benutzt, um mit Freunden Ski zu fahren. Lustige Nachmittage haben wir auch im Restaurant verbracht, mit Musik und Singen und erst nach einbruch der Dämmerung sind wir dann hinuntergefahren, schnell wie der Wind, um die Piste noch vor kompletter Dunkelheit zu bewältigen.  Und einmal nahm ich sie im Sommer mit, um ihr die Schönheit des Tales zu zeigen und wir blieben lange sitzen, bei interessanten und amüsanten und klugen Gesprächen, wie man sie nur mit ihr führen kann. Die Zeit verging im Fluge und als uns schon der Mond unter den Bäumen erblickte, hat sie mich zärtlich geküsst. Ein Moment, an den ich immer denke, wenn dort oben sitze und meinen Kaffee schlürfe und über die bunte Wiese meinen Blick über den Hallstättersee zum Dachstein schweifen lasse. Und dann denke ich, dass es doch noch etwas schöneres gibt, als ein bunte Frühlingswiese im Sonnenschein – den Kuss einer geliebten Frau.

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1 Kommentar »

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  1. ein kuss einer geliebten frau – ist doch eine bunte frühlingswiese…
    tja leider gibt es den seesellift nicht mehr zum Predigstuhlhotel – aber natürlich den Dachstein ein Diamant von ew’gem Eis und Schnee…Der in die Wolken scheint das Haupt zu tragen…Lang lang ist’s her seit wir uns gesehen …
    grüße zum dachstein !!!! (wo ich den Schneewalzer getanzt habe und Schneeflocken so langsam und leise auf die Erde schwebten)


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