Wie einmal der Hans zusammen mit dem Hans dem Hans sein Haus renovierten

September 6, 2008 um 8:08 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 3 Kommentare
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Man schrieb das Jahr 1966. Heiß schien die Sonne auf das schöne Goiserertal. Eine unheimliche Stille lag über dem Ort, die nur durch den Lärm eines einzigen Autos durchbrochen wurde, das auf der Straße, die nach Lasern führte und die damals bei der finsteren Brücke endete, bergwärts fuhr. Zwei junge Männer, die in ihrem späteren Leben noch eine große Rolle im Wirtschaftsleben Goiserns spielen sollten, waren auf dem Weg nach Lasern. Hans Stieger und Hans Stimitzer saßen in dem neuen Auto von Letzterem. Vor einer viertel Stunde hatte er es beim Autohändler Straubinger auf der Kröß gekauft. Straubinger war zu dieser Zeit der einzige Autohändler und Mechaniker in Goisern. Das Auto, ein gut erhaltener gebrauchter Simca Aronde Elisé glänzte und funkelte im Sonnenschein. Stolz saßen die beiden Männer auf der vorderen Sitzbank und so manche hübsche Maid blickte ihnen mit einem sehnsuchtsvollen Seufzen nach. Wer jemals ein junger Mann ohne Auto war, weiß, wie sehr sich das Leben ändern kann, ist man erst einmal Besitzer eines solchen. Und so mancher, so wie ich, der doch gut zu Fuß unterwegs war, verlor die Angebetete schon an einen bloßen Mopedbesitzer. Oh du schöne Hallstätterin, wie sehr hat Dich damals mein 15jähriges Herz vermisst.

 

Bis heute blieb es ein Geheimnis, was damals, an jenem Tag, Hans und Hans in Lasern zu tun hatten und niemand konnte bisher ihr Schweigen durchbrechen. Sicherlich war es eine wichtige Angelegenheit, denn je näher sie dem Lasererwirt kamen, um so nervöser und fahriger wurde Hans Stimitzer., der das Auto lenkte. Seine Hände wurden feucht und eine böse Ahnung befiel ihn. Und so kam es, wie es kommen musste. Der Wagen kam vom Weg ab und fuhr hinauf auf die Tennenbrücke des Bühelmannstadels, der heute nicht mehr steht. Wäre der Misthaufen hinter der Tennenbrücke so hoch wie normalerweise gewesen, nichts wäre passiert. Die beiden erschrockenen Männer wären einfach über den Misthaufen hinuntergefahren, zurück auf die Straße. Der Misthaufen aber war nicht voll und so schlug das Auto eigenständig den Weg Richtung Lasererwirt ein. Hans stieg vor Schreck auf das Gas, dass der Motor aufheulte und der Simca beschleunigte. Schwupps ging es mitten hinein in das hölzerne Vorhaus vom Lasererwirt. Dieses wurde von einer Holzsäule aufrechtgehalten, die unter dem Anprall des Autos zusammenknickte, und so fiel es, dieser Stütze beraubt, zusammen.

 

Die Männer am Stammtisch hörten das Krachen und stürzten panikartig hinaus. Als erster tauchte im Freien Herr Schattauer auf, der mit seinem Holzbein immer noch schneller war als die anderen Stammtischler mit zwei gesunden Beinen. Dann folgte der Wirt, Herr Johann (Hans) Laserer. Und da geschah ein Wunder. Keinen Wutausbruch des Wirtes, kein donnerndes Geschimpfe bekamen die beiden verdatterten Hanse vom Hans zu hören, sondern nur die Worte: „Is eh oanding, des hätt ma eh oreissn miassn.“ Ruhig setzte daher Hans Stimitzer sein Auto zurück, drehte um und fuhr wieder talwärts nach Hause. Sein Simca trug kaum einen Schaden davon. Er und der zweite Hans im Auto blieben unverletzt. Was sie jedoch damals in Lasern zu tun hatten, darüber schweigen beide noch heute. Und – ganz ehrlich – es geht uns auch nichts an. Mögen beide noch 100 Millionen Kilometer unfallfrei fahren. Und wir, wir sollten nach dieser Geschichte oft an den großartigen Herrn Laserer denken und uns ein Beispiel nehmen daran, wie er sogar in einem Unglück noch etwas Positives sehen konnte.

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3 Kommentare »

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  1. Mei, kannst Du froh sein, dass Du Franz heißt und nicht Hans. Da gibt es wenigstens keine Verwechslungen.

    Margit

  2. test

  3. Danke für das geduldige Warten. In Goisern sagte einmal ein Vater: Alle meine Söhne heißen Hans, außer Sepp, der heißt Hias.


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