Segeln um Kap Horn – alles Gute

Oktober 29, 2008 um 11:34 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 4 Kommentare
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Meine Nichte, auf die ich unheimlich stolz bin, umsegelt nächste Woche Kap Horn. Sollte sie in Argentinien diese Zeilen zufällig lesen: Ich wünsche Dir alles gute und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. OF

Und schreib einmal!

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Gottlieb Oberhauser, der Boandlrichter von Goisern, 1850 – 1921

Oktober 29, 2008 um 12:06 am | Veröffentlicht in Aus meinem neuen Buch, Bad Goisern | 3 Kommentare
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Gottlieb Oberhauser mit Besucher und dem Demonstrationsskelett "Hansl"

Gottlieb Oberhauser r. mit Besucher und Demonstrations-Skelett "Hansl"

Gottlieb Oberhauser

(Gottlieb = lat. Amadeus, griech. Theophil)

 

Der Urenkel von Gottlieb Oberhauser, Christian Oberhauser erzählte mir Folgendes über seinen Uhrahn:

Gottlieb Oberhauser wurde 1850 in Kitzbühel geboren. Er hatte 12 Geschwister und die Eltern konnten so viele Kinder nicht ernähren. So ging der kleine Gottlieb mit 13 Jahren allein ins Salzkammergut, um sich dort als Hirtenbub durchzubringen. Er fand Arbeit als Halterbub auf der Postalm bei Strobl. Dort erwarb er sich Kenntnisse im Heilen von Knochenbrüchen. Noch nicht am Menschen, aber bei Schafen und Kühen, für die er verantwortlich war und die sich ab und zu ein Bein brachen. Die gebrochenen Beine hat er mit Stricken und Holzlatten geschient bis sie wieder ordentlich zusammenwuchsen. Vielleicht erfand er dort schon das Mittel gegen schwere Entzündungen, das er als „Foenum graecum“, der Volksmund aber als „Oberhauserkoch“ bezeichnete. Es bestand aus dem gemahlenen Samen des Bochshornklees, den er mit Milch verkochte. Der so erzeugte Brei wurde auf die entzündete Stelle aufgestrichen. Mit der zeit wandte er seine Fähigkeit, Knochenbrüche einzurichten auch an Menschen an und wurde dafür weitum als „Boandlrichter“ bekannt.

 

Um 1875 kam Gottlieb Oberhauser nach Goisern. Mit einem Kredit kaufte er das „Gasslgut“. Das bestand aus den Wiesen, die sich zwischen der BMW-Werkstatt im Norden von Goisern und der „Oberhauservilla“ erstreckten. Sein Haus mit Stadl stand ungefähr dort, wo heute die große Garage der Familie Oberhauser steht, gegenüber vom Putz-Installateur. Er eröffnete auch ein kleines Transportunternehmen mit Ochsenfuhrwerken. Nebenbei wirkte er auch als Heiler von Knochenbrüchen. Offensichtlich war er bei all seinen Tätigkeiten äußerst efolgreich, denn schon bald ließ er sich eine Villa, die heute die „Oberhauservilla“ genannt wird, von einem italienischen Architekten planen und errichten. Auch erwarb er noch weitere Grundstücke, so z.B. die Wiesen links und rechts der schönen Allee des Maler-Alt-Weges.

 

Hunderte Menschen mit Knochenbrüchen suchten ihn in dieser Zeit auf. Oft wurde er wegen Kurpfuscherei angezeigt, aber er gab nie auf. Eines Tages aber fuhr eine Kutsche mit einer feinen Dame des Kaiserhofes vor, die sich vor einiger Zeit das Bein gebrochen hatte und das nicht mehr richtig zusammengewachsen war. Nun suchte sie Hilfe beim Goiserer „Boandlrichter“. Gottlieb zögerte nicht lange, brach ihr das Bein noch einmal und richtete es wieder ein. Offensichtlich war die Dame zufrieden und hat für ihn ein gutes Wort beim Kaiser eingelegt, denn bald darauf erhielt er von Kaiser Franz Josef eine „Allerhöchste Entscheidung“ mit der Bewilligung zum Heilen von Menschen ohne Medikamente. Angeblich durfte er sich ab jetzt „k. und k. Beinrichter“ nennen. Zahllose Besucher aus Nah und Fern suchten ihn daraufhin vermehrt auf und trugen so nicht unwesentlich zum Entstehen des Tourismus in Goisern bei.

 

1921 starb Gottlieb Oberhauser. Er liegt in einer Familiengruft am katholischen Friedhof in Goisern begraben.

 

Seine Nachkommen heilten keine Menschen mehr, aber sie bauten das Transportunternehmen aus. Zuerst Gottliebs Sohn Hermann, später dessen leider vor kurzem verstorbene Sohn Bruno, der dazu auch noch eine Schottergrube in Unterjoch betrieb, wobei ihm seine Söhne Herbert, Christian und Andreas zur Seite standen. Ein anderer Enkel, ebenfalls Gottlieb getauft, gründete ein BMW-Autohaus und die dazugehörige Autowerkstätte, die heute noch existieren.

 

Christian, der Urenkel, erzählte mir dann noch zwei Geschichten aus dem Leben seines Urgroßvaters, die in der Familie von Generation zu Generation weitererzählt wurden und die zeigen, dass Gottlieb Oberhauser nicht nur geschickt und kundig, sondern auch ausgesprochen bauernschlau war:

 

Eines Tages brachte ein stattlicher Herr einen Hund zu Oberhauser, der nicht fressen wollte (der Hund, nicht der Herr). „Geh Oberhauser“, sagte der Hundebesitzer, „kannst ma nit helfn, mei Hund frisst schon seit a boa Tog neama nix. I moa, er wird geh hi (ich glaube er stirbt bald)“. „Jo los man do a Wocha und donn kimmst wida vorbei und hoistn (Ja lass ihn mir eine Woche da und dann komm und hole ihn wieder ab)“, gab ihm Oberhauser freundlich zur Antwort. Mit den Worten „Guat, Danke und Pfiatdi“ verabschiedete sich der Besucher.

 

Oberhauser hatte natürlich sofort bemerkt, das der Hund einfach total überfressen und deshalb schwer übergewichtig war. Er gab ihm eine Woche lang nur Wasser als nahrung. Nach einer Woche holte der Mann seinen Hund wieder ab und war überglücklich über den Appetit von „Tasso“ dem Hund, der den eines Löwen übertraf.

 

Und welchem Arzt wäre dieses eingefallen: Als sich ein Goiserer das Handgelenk brach und dieses schief zusammenwuchs, ging er zum Oberhauser. “Jo mei Sepp”, sagte dieser, “i kann dirs Gelenk schon wieder einrichten, muss es aber vorher noch einmal brechen”. Entsetzt verließ der Sepp das Haus durch die Haustür. Oberhauser schaute daneben beim Fenster hinaus, mit ausgestreckter Hand zum Abschiedsgruss. Der höfliche Sepp packte die Hand um sie zu drücken. Zack, packte Oberhauser zu, und brach des Sepp schiefes Handgelenk indem er mit diesem fest auf die Fensterkante schlug. Nachher richtete er es gerade ein und der Patient war glücklich und konnte künftig wieder senkrecht melken.

 

Dankschreiben

Dankschreiben bzw. Zeugnisse an und für Gottlieb Oberhauser, zur Verfügung gestellt vom Heimatmuseum Bad Goisern und aus den Originalen, die in Kurrentschrift geschrieben sind, „übersetzt“ von Kustos Josef Mayer

Helmut Zilk und Dagmar Koller auf Hydra

Oktober 27, 2008 um 10:44 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 12 Kommentare
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Vor ein paar Tagen ist Helmut Zilk, der ehemalige Bürgermeister von Wien gestorben. Das tut mir leid, er war schon irgendwie einzigartig in der österreichischen Politik und Medienlandschaft. Und in seiner Dagmar hatte er wohl eine kongeniale Partnerin gefunden. Sollte sie jemals diese Zeilen lesen, so drücke ich ihr hier mein Beileid aus. An mich wird sie sich nicht mehr erinnern. Ich aber erinnere mich an eine nette Begegnung mit dem Ehepaar Zilk – Koller.

 

Nach einer Reise mit Segelschiff und Fähren von Korfu nach Patras, von dort mit dem Bus quer durch den Peloponnes und von dort wieder mit der Fähre, war ich vor einigen Jahren auf Hydra angekommen. Irgendwann hatte mir meine griechische Freundin diese Insel empfohlen und ich hatte die Insel lieb gewonnen, sodass ich sie immer wieder gerne besuchte.

 

Hydra liegt südlich von Athen und ist mit der Fähre, die auf Tragflügeln dahingleitet, in – wie wir zu sagen pflegten – zwei bis drei Ouzo zu erreichen. Umgerechnet sind das ca. eineinhalb Stunden. Es ist eine ruhige Insel, Autos gibt es dort nicht. Nur ein alter Lastwagen sammelt jeden Morgen den Müll im Hafen ein. An Wochenenden wird sie auch gerne von Athenern besucht, so wie die Wiener am Wochenende zum Neusiedlersee fahren. Früh morgens sieht man schon Maler in den engen Gassen in Hydra sitzen und die zauberhafte Umgebung auf Papier und Leinwand festhalten. Abends ist es mir schon passiert, dass jemand das Fenster öffnete, sein Radio war laut aufgedreht und der ganze Hafen war mit Pavarottis „Nessun dorma“ erfüllt. Und jeder freute sich darüber. Die Besucher der kleinen Hafenstadt sind international, da Hydra ein ausgesprochen beliebter Hafen für die zahllosen Segelboote und Yachten aus aller Herren Länder ist, welche die Ägäis im Sommer durchqueren. Auf dieser Insel geht es mir gut.

 

Ich war also auf Hydra angekommen. Ein Zimmer war schnell gefunden und ich nützte den Vormittag zu einem Kaffe im Hafen. Dieser ist von gemütlichen Kaffeehäusern und Restaurants umrahmt. Ich setzte mich an einen Tisch ganz nahe am Wasser bekam meinen Kaffe serviert und begann das mitgenommene Buch zu lesen. Ich kann mich noch erinnern, ich hatte auf die Reise Thomas Mann’s „Der Zauberberg“ mitgenommen. Warum, weiß ich nicht mehr, die Lektüre passte jedenfalls nicht zur meditereanen Landschaft und Stimmung. Aber da ich es nun mithatte und niemanden zum Reden, las ich es mangels morgendlicher Alternative.

 

Als ich mich in der griechischen Morgensonne und bei leichtem Wellengeplätscher durch die schweizer Winterlandschaft des Buches samt seinen lungenkranken Protagonisten kämpfte, nahm ich nebenbei wahr, wie sich mir Personen näherten. Ich blickte auf. Es waren zwei, ein Mann und eine Frau. Bei dem Mann fiel mir auf, dass er eine seiner Hände eingebunden hatte und sie in einer Schlinge trug. Als ich die Frau anblickte, ihre schlanke Figur mit den ewig langen Beinen und ihr strahlendes Lächeln sah, schoss es mir durch den Kopf: „Jessas, die Koller, da kann das daneben nur der Zilk sein.“ Die Beiden waren bis auf eine Meter an meinen Tisch herangekommen, beachteten mich aber nicht, ihr Interesse galt dem Meer. „Guten morgen Herr Bürgermeister sagte ich, guten morgen Frau Koller“. „Guten Morgen“, brummte da Zilk in seinem unverkennbaren Bass, wer sind denn Sie?“ „Ich bin der Franz K. aus Goisern“ gab ich gerne Auskunft. Dagmar Koller hatte inzwischen den Titel meines Buches gelesen. „Sie lesen hier den Zauberberg?“, war sie erstaunt. Offensichtlich dachten aber die Beiden, ein Typ, der Thomas Mann liest, könne ein so übler Bursche nicht sein und baten mich höflich, ob sie an meinem Tisch Platz nehmen dürften. Gerne lud ich sie ein, sich zu mir zu setzen.

Nachdem auch das Paar Zilk-Koller je eine Tasse Kaffe erhalten hatte, entwickelte sich eine nette, freundliche und interessante Unterhaltung zwischen uns. Helmut Zilk erzählte mir, sie hätten eine Freundin aus Wien auf Hydra. Diese wäre vor einigen Jahren ausgewandert und hätte hier ein kleines Lebensmittelgeschäft – „dieses da hinten“ – übernommen. Und seither würden er und seine Frau regelmäßig nach Hydra kommen, um hier einige Tage zu verbringen und um die alte Freundin zu besuchen. Nach einer halben Stunde standen die Beiden wieder auf und verabschiedeten sich von mir. Ich blieb wieder allein mit meinem Buch. Die weiteren Tage auf Hydra waren wunderschön, ich schloss nette Bekanntschaften und kam während dieser Tage nicht mehr zum Lesen.

 

Was mich diese Begegnung so unvergesslich bleiben ließ, fragen Sie. Es ist der Umstand, dass sich ein Paar, das sich sicherlich auch vom Bürgermeister von Athen oder anderen Prominenten oder Reichen zu einem Urlaub in Griechenland hätte einladen lassen können, sich dafür entschied, den Urlaub auf einer kleinen Insel zu verbringen, um eine Freundin zu besuchen, die nichts als einen kleinen Lebensmittelladen hatte. Und das finde ich unübertrefflich großartig.

Verbietet die Türkei das Lesen von Karl May?

Oktober 25, 2008 um 10:19 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 5 Kommentare
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Einer der Suchbegriffe, mit dem jemand auf meinen Blog kam, lautet: „Türkei verbietet Karl May Bücher“. Davon habe ich noch nichts gewusst oder gehört. Wer weiß mehr davon?

Eine goiserer Badehose wird auch in Paris nicht fallen gelassen

Oktober 21, 2008 um 5:42 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | Hinterlasse einen Kommentar
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„Einmal in meinem Leben will ich die große Welt sehen“, sagte Franz – ein anderer Franz, nicht der Autor dieser Zeilen – „ich kaufe mir ein Interrailticket und fahre quer durch Europa“. Franz war damals 20 Jahre alt und hatte Paris noch nicht gesehen. Und so war es nur natürlich, dass auf seiner Europareise eine seiner Stationen diese schöne Stadt an der Seine war. „Pass auf, wenn du nach Paris kommst“, hatte man ihn gewarnt, „dort versteht man kein Goiserisch, dort sind nur Ausländer.“ Franz glaubte dies jedoch nicht, weil überall, wo er bisher war, in Herndl, in St. Agatha, in Posern, in Lasern und sogar in der Gosau hatte man ihn verstanden. Warum also nicht auch in Paris? Und so fuhr er los mit der Eisenbahn. Über Anzenau, Lauffen, Bad Ischl, Attnang-Puchheim in die weite Welt. „Weit abgelegen ist die Welt schon“, dachte er manchmal auf seiner Reise. Aber schließlich erreichte er doch Paris.

 

Als er an einem Samstag in einem der internationalen Bahnhöfe in Paris ankam und den Zug verließ, war es mitten in der Nacht. Hotel hatte er keines gebucht und so entschloss er sich, die Nacht gleich auf dem Bahnhof zu verbringen, in der Früh im Bahnhofrestaurant zu frühstücken und dann Paris zu erobern. Unter anderem wollte er unbedingt den Eiffelturm sehen, der sollte noch höher sein, als einer der Kirchtürme in Goisern. Und das Kaufhaus Lafayette sollte noch größer sein als der Konsum in Goisern, einfach unvorstellbar. Im Wartesaal zog er sich aus bis auf die Badehose und eine dünne Jacke mit Kapuze. So legte er sich in den Schlafsack, den er auf dem Boden ausgebreitet hatte bettete sein Haupt auf seinen Rucksack und schlief ruhig und voller Freude auf den kommenden Tag ein. „Bitte lieber Gott, mach, dass der Eiffelturm wirklich größer ist als einer der Kirchtürme in Goisern und lass mich eine fesche, nicht allzu große Pariserin kennen lernen, die mich lieb hat“, betete er noch bevor ihn Morpheus Arme umfingen.

 

Als er am nächsten Tag, einem nasskalten Sonntag, aufwachte, rieb er sich fest die Augen und wusste zuerst gar nicht wo er war. Er blickte um sich und sah viele andere, die im noch im Schlafsack schliefen und in verschiedenen Sprachen schnarchten. Als er das Schild sah „Bienvenu in Paris“, erinnerte er sich, er war in Paris. Er kroch aus dem Schlafsack und wollte in seine Hose schlüpfen. Aber die war nicht da. Er suchte unter dem Schlafsack, da war sie nicht, er suchte an allen Seiten des Schlafsackes, da war sie nicht, er suchte im Rucksack, der Rucksack war vollkommen leer. „Ich bin ausgeraubt, bestohlen“, schoss es ihm durch den Kopf. Schnell fuhr seine rechte Hand unter seine Jacke. Gott sei Dank, der Reisebeutel, den er um den Hals gehängt hatte und der sein Geld und seinen Pass enthielt, war noch da. Da stand er also mitten im Wartesaal, barfuss in Badehose und Jacke, mit einem leeren Rucksack, etwas Geld und einem Schlafsack.

 

Franz, ein ewiger Optimist, freute sich. „Endlich ein Abenteuer“, so sprach er zu sich. „Will einmal sehen, wie man Paris in der Badehose erlebt“. Er packte seinen Schlafsack in den Rucksack und marschierte munter los. Und das Glück war ihm hold. Im Schalterraum standen seine Cowboystiefel einsam und verlassen herum. Sie waren dem Dieb wohl zu klein gewesen und er hatte sie weggestellt. Franz schlüpfte hinein und war zufrieden. Weil Paris barfuss zu durchmessen, das wäre doch recht anstrengend und schmerzhaft für die Füße gewesen.

 

Sein nächster Gedanke war, eine Hose zu kaufen. Er schritt hinaus aus dem Bahnhof und hinein ins Paris der Kaufhäuser und Modegeschäfte. Leider musste er feststellen, dass auch in Frankreich die Geschäfte am Sonntag geschlossen waren. Und so marschierte er von Strasse zu Strasse, von Geschäft zu Geschäft, bis hin zu Champs Elysées. Aber auch dort waren nur die Kaffeehäuser offen. Als er sich in eines dieser Kaffeehäuser begab, lässig, mit Badehose und Stiefeln bekleidet, sahen ihn sogar die an vieles gewöhnte Pariser erstaunt an, sagten aber nichts. Ein hübscher junger Mann sprach ihn an und Franz verstand ihn nicht. Aber er konnte ihm mit Händen und Füssen und mit Gesichtsmimik erklären, dass er bestohlen worden sei und dringend eine Hose suche. Der junge Mann bedeutete ihm ebenfalls mit Gebärden, er könne ihm helfen. Franz solle nur mit ihm nach Hause kommen, dort würde er ihm eine Hose schenken. Die Wohnung des Franzosen war nicht weit weg und so folgte ihm Franz gerne in seiner hübschen, kleinen Badehose. Seine Cowboystiefel klapperten auf dem Asphalt wie Stöckelschuhe.

 

Als sie in der Wohnung angekommen waren, gab der junge Mann seine wahren Absichten zu erkennen. Voller Hoffnung war er. Was sollte er auch denn von einem anderen jungen Mann denken, der in einer knapp sitzenden Badehose und Stiefeln durch die Pariser Straßen schlenderte, als dass er auf Männerbekanntschaft aus war. Jetzt bereute Franz es sehr, nicht mit Goisererschuhen vom Steflitsch gereist zu sein. Weil Nägel an den Schuhen, die hätten vielleicht doch seine Heterosexualität hervorgehoben. Und ein Hut mit Gamsbart hätte auch nicht geschadet, weil mit so einem Hut bleibt man auch in Badehose immer noch ein „richtiger Mann“. So aber war er den eindeutigen Interessen seines Franzosen ausgeliefert, der nun versuchte, zärtlich zu werden. Franz entschlüpfte ihm und lief um das Bett, das im Zimmer stand. Der Franzose hinterher. Franz wurde immer schneller und sein Verehrer auch. Dieser wurde durch das Rennen um das Bett immer wilder und begehrte nach jeder Umrundung des Bettes Franz mehr, dessen knackigen Po in der Badehose er bei dieser wilden Jagd stets vor sich hatte. Schließlich konnte Franz nicht mehr. Er blieb stehen und streckte dem jungen Mann aus Frankreich voller Verzweiflung die geballten Fäuste entgegen. Diese Geste ist international und eindeutig. Boxen wollte der Franzose nicht und so gab er sein Liebeswerben auf.

 

Keuchend einigten sich die beiden auf eine weiße Hose aus dem Schrank des schönen jungen Mannes und Franz zahlte 50 Francs dafür. Dann verließ er das Haus seines Verehrers und sah sich fröhlich pfeifend Paris zwei Tage lang an. Er reiste anschließend mit der Bahn noch durch andere Länder, wobei er aber wie ein Haftelmacher auf seine Hose aufpasste. Noch so ein Liebesabenteuer wollte er nicht erleben, da war ihm eine resche Goiserin schon lieber.

 

Heute ist Franz ein angesehener Geschäftsmann in Bad Goisern und verkauft unter anderem auch Hosen. In einem Geheimfach in einem seiner Schränke bewahrt er aber die weiße Pariser Hose auf. Und oft steht er nachts auf , nimmt diese Hose aus ihrem Versteck, denkt wehmütig zurück an das schöne Paris, an seinen Lauf um das Bett und fällt dann auf seine Knie um Gott zu danken, dass er ihm damals seine Unschuld bewahren ließ und in Goisern zur schönen Zenzi führte, die ihn am liebsten ohne Badehose mag.

 

 

Jörg Haider ist tot – die Verlogenen trauern

Oktober 13, 2008 um 9:02 pm | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Was mich beim Tod vom Haider Jörg zum Kotzen bringt, ist die verlogene Trauer von seinen ehemaligen Gegnern.  Wer wirklich um ihn trauert, soll und muss trauern, wer es nicht tut, soll doch bitte schweigen und nicht heucheln. RIP – ein Spielkamerad aus einer Zeit, als man noch Indianer in den Wäldern spielte

Mein Jungfernflug mit Paraglider vom Krippenstein war ein Hit

Oktober 13, 2008 um 8:29 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Franz, Christian und Toni

Franz, Christian und Toni

Der Hallstättersee zu meinen Füßen

Der Hallstättersee zu meinen Füßen

Welterbe und Hiebe, Schule ohne Liebe – wie ich sie sah

Oktober 7, 2008 um 6:30 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | Hinterlasse einen Kommentar
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Die Welterbehauptschule jetzt und anno dazumal

 

Warum diese Schule Welterbestatus erreichte, hat mir bis heute noch niemand erklären können. Ich vermute, dass es an der kühnen, für die Nachwelt aufzubewahrenden Architektur liegt, wie es z.B. auch bei der Akropolis in Athen der Fall ist. In Goisern wurde nämlich die so genannte Schuhschachtelarchitektur entwickelt. Im Kern besteht diese darin, dass man ein Gebäude in der Form einer Schuhschachtel erbaut und mit Fenstern und Türen versieht. Man kann auch mehrere Schuhschachteln bauen und sie dann in einem beliebigen Winkel zusammensetzen. Im Falle der Hauptschule 1 hat man drei Schuhschachteln so zusammengesetzt, dass man an ein umgekehrtes L oben rechts noch eine Schachtel anbaute und zwar im rechten Winkel. Da auch der untere Strich des L, der nach links zeigt, im genauen rechten Winkel angefügt wurde, besteht das Gebäude aus zwei rechten Winkeln, hat also 180 Grad.

 

In der Fachsprache heißt diese Architektur „Der Doppelrechte“, Laien bezeichnen sie als „Das 180er L“. Es war eine in der Welt einmalige architektonische Sensation, als die Schule gebaut wurde. Weitere Beispiele dieser großartigen Architektur der Schuhschachtel sind in Goisern der Anbau an die Goiserermühle und das Altersheim am Marktplatz. Hoffentlich werden noch viele solche Gebäude errichtet. Der eine oder andere Supermarkt in Goisern hat schon abgekupfert. Bald ist ganz Goisern ein einziger rechter Winkel. Der Hallstättersee, der ja bekanntlich zu einem großen Teil zu Goisern gehört, schaut schon ein wenig so aus.

 

Den Welterbestatus könnte die Schule aber auch deshalb erreicht haben, weil sie die vergangenen brutalen Erziehungsmethoden, unter denen ich noch so viel litt, überwunden hat.

 

 Als ich in diese Schule ging, hatten wir beinahe jedes Jahr einen neuen Direktor. Es war damals Brauch, kurz vor seiner Pensionierung jeden Lehrer schnell noch einmal Direktor werden zu lassen. So kam es, dass nicht immer die am besten qualifizierten Pädagogen die Schule leiteten. Der eine war z.B. ein ehemaliger SSler, der aber nach dem Krieg zum braven Sozi konvertierte, so dass seinem schulischen Werdegang nichts im Wege stand. Leider hatte er aber seine frühere Ausbildung nicht ganz vergessen. Von der erhaltenen Ohrfeige will ich gar nicht reden. Aber wenn einer von uns sich im Turnunterricht unbotmäßig benahm, musste er durch die „Gasse“ laufen. Dazu mussten die Mitschüler sich links und rechts aufstellen, eine Gasse bildend und der Übeltäter musste durch diese Gasse laufen. Die Mitschüler waren aber mit festen Bändern ausgerüstet, mit denen sie den Laufenden während seines Laufes auf den Rücken oder die nackten Beine schlagen mussten. Das tat einigermaßen weh. Die Schmach aber war größer als die körperlichen Schmerzen, weil natürlich alle schlagenden Schüler über den Geschlagenen lauthals lachten, der manchmal den Tränen nahe war. Das war eine Gaudi, ein Spaß für Lehrer und Schüler.

 

Erst viel später habe ich einmal in einem Film gesehen, dass diese Art zu strafen eine Methode der Wehrmacht oder der SS war, die natürlich nicht Bänder sondern Stöcke verwendeten. Gelernt haben die Schüler aus dieser brutalen Methode, dass es eine Gaudi sein kann, wenn man gemeinsam einen Mitmenschen quält. Und die Geschlagenen haben gelernt, dass sie mitlachen müssen, wenn sie gequält werden, weil sie sonst Spielverderber sind. Dieses Gelernte nahmen viele ins Erwachsenenleben mit. Die kollektiven Quälereien eines nur ein wenig von der Lederhosen-Norm Abweichenden sind zwar subtiler geworden. Der Gequälte lacht aber immer noch über seine Qualen, das ist ihm zur zweiten Natur geworden. Er lacht so lange, bis er sein eigenes Lachen nicht mehr erträgt und zur „Goiserer Krawatte“ greift, sich also aufhängt. Der Ausdruck „Sich-zu-Tode-Lachen“ hat hier seine wahre Bedeutung gefunden.

 

Ein anderer Lehrer schlug meinen Sitznachbarn mit der Hand so stark auf den Hintern, dass dieser Nierenblutungen erlitt. Nur deswegen wurde er vielleicht nicht Direktor.

 

Da war auch so ein komischer eingebildeter Typ aus Ischl, der Direktor wurde. Meiner Erinnerung nach war seine größte Qualifikation die, dass er einmal das Schloss Versailles besuchte. Weil so weite Reisen damals noch selten waren, galt er bei Lehrerkollegen und Eltern als großer Historiker. Und immer wieder fragte er uns im Geschichtsunterricht, wie denn der schönste Saal im Schloss Versailles hieße. „Der Spiegelsaal“ mussten wir jedes Mal antworten. Ich verbrachte einmal einen wunderschönen Tag mit meiner brasilianischen Freundin und anderen hübschen und klugen Südamerikanerinnen in Versailles. Doch jedes mal, wenn das Wort Spiegelsaal fiel, musste ich an diesen Direktor denken. Mein Jugendtrauma überlagerte sogar die Schönheit und Charme und Witz dieser wunderbaren Frauen. Das verzeihe ich ihm nie. Andererseits habe ich dafür in Versailles schönere Busen gesehen, als Ludwig der XIV. jemals sah oder wie sie sich der Direktor aus Ischl auch nur erträumen konnte und das entschädigt mich wieder ein wenig. So ein Picknick im Garten von Versailles ist schon etwas Tolles.

 

Ein weiterer Lehrer, der Direktor wurde, hatte mich schon in der Volksschule geschlagen. Sein beliebtestes Schlaginstrument war der Geigenbogen, den er dem kleinen Schüler mit einem festen Schlag über die ausgestreckten Hände zog. Das schmerzte sehr. Weh muss auch die Ohrfeige getan haben, die einen anderen Schüler quer durch das Klassenzimmer fliegen ließ. Man muss sich das einmal vorstellen. Wir waren sieben oder acht Jahre alt und keiner von uns war fähig auch nur im Entferntesten etwas so Böses tun, dass er eine solche Strafe irgendwie verdienen konnte. Kein Kind auf der ganzen Welt verdient eine solche Tortur. Eine seiner üblichen Strafen bei bloßer Unaufmerksamkeit war auch, den Schüler an den kurzen Haaren gleich neben dem Ohr zu ziehen, bis ihm die Tränen in die Augen schossen oder ihn überhaupt gleich an beiden Ohren aus dem Sitz zu heben.

 

Da die meisten unserer Lehrer ohne solche Methoden auskamen, es sich also keineswegs um eine übliche Erziehungsmethode handelte, dürfte schon eine gewisse Lust am Sadismus – an Kindern! – mitgespielt haben. Heute käme so ein Mann wahrscheinlich ins Gefängnis, damals durfte er noch Direktor an der Hauptschule werden. Der Mitschüler, der damals durch die Klasse flog, saß später im Gemeinderat seinem Übeltäter gegenüber. Wie er mir erzählte, habe er dessen Ohrfeige nie vergessen. Und so habe er bei den Sitzungen des Gemeinderates immer daran gedacht, seinem ehemaligen Lehrer vor versammelten Publikum auch eine Ohrfeige zu geben. Schlussendlich habe er aber darauf verzichtet, er wollte sich nicht auf dieselbe Stufe stellen. Vergeben aber habe er im nie gekonnt. Dennoch halte ich seinen Verzicht auf Vergeltung für menschliche Größe.

 

Ein anderer, der zu meiner Zeit zum Direktor aufstieg, war früher NSDAP-Ortsgruppenleiter gewesen. Uns Kindern gegenüber war er aber eigentlich recht nett und freundlich. Er soll sich auch in jener unseligen Zeit anständig benommen haben, soweit man sich in dieser Position so benehmen konnte. Ich habe jedenfalls nie etwas Schlechtes über ihn reden gehört.

 

Dass meine bzw. unserer Schulerziehung nie liberal oder weltoffen war, lässt sich aufgrund obiger Personen in führender Position leicht nachvollziehen. Da ich ein sehr guter Schüler war, musste ich mich eigentlich nur selten vor der Schule fürchten. Aber ich habe einmal einen Mitschüler beobachtet, der bereits vor Beginn des Unterrichtes aus lauter Angst vor dem Lehrer zu weinen und laut zu beten begann.

 

Da das, was ich gerade oben beschrieb, an der Hauptschule 1 nicht mehr passiert, fähigere Pädagogen das Ruder übernahmen und unselige Zeiten überwunden wurden, kann man ihr schon ein Prädikat verleihen. Um aber wirklich etwas zu vererben zu haben, muss sie noch hart arbeiten. Wie heißt es im Faust so schön? Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Was man nicht nützt, ist eine schwere Last. Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen“. Wohlan denn, nützt den Augenblick und erschafft – Respekt vor der Menschenwürde, Toleranz und Weltoffenheit!

 

Vogelfänger-Aufmarsch, das Brauchtum lebt im Salzkammergut

Oktober 2, 2008 um 8:05 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Vogelfänger-Aufmarsch in Bad Goisern
Vogelfänger-Aufmarsch in Bad Goisern

Die Männer mit dem Grünzeug am Rücken, das sind Vogelfänger, die zum Fest der Volkskultur voriges Wochenende in Bad Goisern aufmarschierten.

Das Märchen von der eleganten Goiserin

Oktober 2, 2008 um 7:46 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 1 Kommentar
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Als sie das Café Maislinger betrat, schien es, als würde den anwesenden Männern die Augen aus dem Kopf fallen. Sie war eine Frau wie aus dem Modejournal oder einer dieser Promizeitschriften. Die Hosen ihres dunkelblauen Hosenanzuges umfassten ihren Po wie eine zweite Haut, das Sakko schmiegte sich eng an ihren Oberkörper und war in der Taille so eng geschnitten, dass ihr schmales Becken breit erschien. Ihre Beine waren schlank und lang, ihr langes Haar fiel in lockeren Wellen auf ihre perfekten Schultern. Ihre Oberweite war gerade richtig, nicht zu klein, aber auch nicht so groß, das es ordinär ausgesehen hätte. Der Ausschnitt ihrer Bluse lies mehr erahnen als er zeigte. Sexy und keusch in einem, die perfekte Kombination, die Männer so verrückt macht. Den eleganten Hut hatte sie ein wenig in ihre hohe Stirn gezogen, ihre blauen Augen funkelten wie Diamanten darunter hervor. Die hohen schwarzen Stöckelschuhe konnten nur von Prada sein. Die Finger ihrer linken Hand, mit den grellrot-lackierten Nägeln, spielten mit einem BMW-Schlüssel.

Die Frau betrat nicht den Raum, sie schritt hinein. Langsam drehte sie ihren hübschen Kopf von einer Seite zur anderen und blickte herum, als ob sie jemanden suchen würde. Dann öffnete sie ihre blutroten Lippen, zwischen denen ihre schneeweißen Zähne hervorblitzten, und sie sprach für alle hörbar: „Leck mi in Oasch, er is no nit do, do konn i schnell noch brunzn geh’n“.

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