Samstag Vormittag im Lebensmittelgeschäft

November 4, 2008 um 10:14 pm | Veröffentlicht in Aus meinem neuen Buch | 3 Kommentare
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Im Konsum-Geschäft

 

Im Lebensmittel-Supermarkt herrschte dichtes Gedränge vor der Kasse. Eine lange Schlange hatte Zahlungswilliger hatte sich gebildet. Es war Samstag Vormittag und es schien, als befände sich jede Frau von Goisern im Laden und vor der Kasse. Plötzlich ein Schrei:

“Lassen Sie mich vor, mein Mann hat einen BMW“.

 Kurze Stille – dann ertönte ein zweiter Ruf:

„Mein Mann hat einen Mercedes, lassen Sie MICH vor“.

„Nein; lasst MICH vor, mein Freund hat viel Geld.“ rief eine dritte Stimme.

Ein fürchterliches Durcheinander von Stimmen entstand vor der Kasse, jede wollte vorgelassen werden.

„Mein Mann ist Apotheker“,

„Mein Mann ist Lehrer“,

„Schleichens Ihna, mein Mann ist Schuldirektor“,

„Und mein Mann ist im Gemeinderat“,

„Der kommt am Samstag Abend immer zu mir, hahaha“,

„Mein Mann ist schon einmal nach Kuba geflogen“,

„A Kommunistin! Sie lassen’s uns alle vor“,

„Genau, lassen Sie MICH vor, mein Mann ist Arzt“,

„Mein Freund ist Priester“, wagte sich sogar eine aus der Deckung, nur um vorgelassen zu werden.

„Und mein Kind ist von ihm“, schrie eine schon ganz Hysterische, verstummte aber sofort wieder, erschrocken über ihr eher unfreiwilliges Outing.

Eine Ausländerin, wahrscheinlich eine Ischlerin, wollte auch bemerkt werden: „Mein Mann ist der Mann einer Ärztin mit Doppeldoktorat,“ rief sie, konnte sich aber gegen den Lärm nicht durchsetzen. Da liess sie den Einkaufswagen stehen und ging an der Kasse vorbei zum  Ausgang.

Während all die anderen Damen schrieen, stritten und durcheinander redeten, ja, sich sogar gegenseitig an den Haaren zogen, sagte die Frau des Tischlermeisters zur Buchhändlerin:

„Gehen Sie doch vor, auf sie warten zu Hause Kinder. Die sind bestimmt schon hungrig.“

„Danke“, sagte die Buchhändlerin, „das nächste Mal lasse ich Sie vor“.

Sie zahlte und verließ das Geschäft. Die Tischlermeistergattin stieg über die schon am Boden raufenden Frauen und kam als nächste dran.

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3 Kommentare »

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  1. Das kommt auch noch in Goisern vor. Andernorts sagt die einkaufende Dame: Mein Mann ist der Mann einer Diplomingeneurinmagisterindoktorin.

  2. Das ist etwas wirr? Wo sagt man das? in Nofels?

    Ah – jetzt komm ich mit. SIE ist die Akademikerin!

    Ich aber sage: Lassen sie mich vor, mein Name ist Bond, James Bond!

  3. Und wenn ich Kassierin bin, sage ich: Gemach, ich bin Miss Moneypenny.


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