Erika Dozsa

November 8, 2008 um 9:35 pm | Veröffentlicht in Allgemein, Bad Goisern | 7 Kommentare
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1996 kam →Erika Dozsa aus Ungarn nach Bad Goisern. Was sie zusammen mit ihrem Mann  ins innere Salzkammergut verschlagen hat, ist mir unbekannt. Sie ist Sängerin mit einer der besten Stimmen, die ich in der populären Musik jemals gehört habe. Zusammen mit ihrem Mann trat sie hauptsächlich beim Atzlinger, aber auch beim Moser auf und sang Schlager, zu der die Gäste tanzen konnten. Sie hatte sofort zahlreiche Verehrer, die sich nicht vorstellen konnten, dass eine Ausländerin sich dem Charme eines Goiserers entziehen könnte. Da hatten sie sich aber geschnitten, einen nach dem anderen ließ sie abblitzen, schließlich war sie ja verheiratet. Dieser Umstand zusammen mit dem, dass sie als Ungarin über eine Power, eine Durchschlagskraft verfügte, wie nur wenige Goiserinnen, führte dazu, dass sie von vielen Abgewiesenen als unsympathisch empfunden wurde. Wo kämen wir denn da hin, eine Ausländerin und lässt sich nichts gefallen?

 

Erika

Erika

Ich mag ihre Stimme sehr. Sie kann ca. 200 Lieder jederzeit auswendig singen und dies in mehreren Sprachen. Ganz erstaunt war ich aber dennoch, als ich sie einmal auch ein Lied von den Seern in unserem Dialekt singen hörte. Zum Original war da fast kein Unterschied mehr zu hören. Am besten gefällt sie mir, wenn sie italienisch singt. Dann vergleiche ich sie mit Gianna Nannini, so wild und erotisch klingt ihre Stimme.

 

Obwohl Erika eine äußerst zuvorkommende, nette und stets hilfsbereite Frau ist, eckte sie in Goisern doch manchmal leicht an, da sie nicht nur über ungeheure Power verfügt, sondern auch über außergewöhnliche Intelligenz wie ich sie bisher nur selten fand und über einen Sprachfluß, den kaum jemand unterbrechen kann. Noch dazu ist sie ausgesprochen hübsch. Diese Kombination, hohe Intelligenz, gutes Aussehen, musikalisches Talent und keine Scheu, sich durchzusetzen, machte Frauen schon immer verdächtig und bereitet Goiserern heute noch Schwierigkeiten. Hätten alle sie so akzeptiert, wie sie war, wäre sie für Goisern eine große Bereicherung gewesen.

 

Leider aber wurde sie nach ihrer Scheidung schwer krank. Und in dieser Situation trennten sich dann bei ihren Freunden Spreu von Weizen. Diejenigen, die sie wirklich mochten, blieben ihr auch weiterhin gute Freunde. In dieser Situation lernte ich sie vor einigen Jahren kennen. Sie machte eine sehr schwere Zeit durch und viele Menschen verachteten sie nur noch. Nur wenige dachten daran, dass auch sie einmal ein en Schicksalsschlag erleiden könnten, der sie an den Rand ihrer Existenz bringen würde. Mit Hilfe von Ärzten und viel Geduld gelang es mir aber, Erika durch diese schwere Zeit zu bringen. Damals schrieb ich für sie dieses Gedicht:

„Ihr Leben ist ein fürchterliches Ringen.

Nur wenige obsiegen –

ihr scheint es zu gelingen“.

Und mit viel Zähigkeit, Energie und Disziplin trug sie selbst zu ihrer Heilung bei und begann bald wieder zu arbeiten. Für keine Arbeit war sie sich zu schade, wurde jedoch von Arbeitgebern oft um ihren gerechten Lohn betrogen. Arbeitnehmer haben es nicht leicht in Zeiten, wo die Wirtschaft nicht extrem prosperiert und Ausländer werden dann besonders gerne ausgenützt.

 

Aber Erika überstand auch diese Zeit mit Bravour. Nicht zuletzt auch dank der Liebe ihres kleinen Hundes, der Maszat hieß. In Goisern war es ihr jedoch mittlerweile zu eng geworden. Und so übersiedelte sie voriges Jahr nach Gmunden, wo sie heute lebt. Als sie die Chance erhielt, sich in eine Schule für Restaurantfachleute einschreiben zu lassen, ergriff sie diese ohne zu zögern. Und innerhalb kürzester Zeit schloss sie ihre Ausbildung mit ausgezeichnetem Erfolg ab und ist heute geprüfte Restaurantfachfrau. Die Lehrer haben sich über sie nur gewundert. So eine gute Schülerin hatten sie noch nie, wurde ihr gesagt. Wobei für mich besonders die Tatsache hervorzuheben ist, dass sie als Ungarin auch stets zu den Besten im Unterrichtsfach Deutsch und Kommunikation und politische Bildung zählte. Von 13 Fächern schloss sie 11 mit ausgezeichnetem, zwei mit gutem Erfolg ab.

 

Vor einigen Wochen war ich mit ihr beim Casting für Starmania. Meiner Meinung nach und auch der eines Kamerateams nach hatte sie von allen Teilnehmerinnen die beste Stimme. Gewünscht waren aber nur ganz junge Püppchen, und ein solches ist sie nun halt nicht. Jung ja, Püppchen nein. Wenn ich mir aber heute die Finalisten im Wettbewerb im Fernsehen anhöre, kann ich nur sagen, die hätte sie alle in Grund und Boden gesungen. Ich bin sicher, dass wir noch viel von ihr und ihrer Musik hören werden. Denn aufgeben, dieses Wort hat Erika nicht in ihrem Repertoire. Und daran könnten sich viele ein Beispiel nehmen.

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7 Kommentare »

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  1. Liebe Frau Dosza, falls Sie das lesen, ich gratuliere Ihnen herzlich zur bestandenen Prüfung.

    Und machen Sie sich nichts aus Starmania, da ist gerade eine Frau mit einer super Stimme hinausgeflogen, weil sie halt schon ein bisschen älter ist, das heißt dort: über 30

    Das ist wirklich Kinderprogramm. Sie machen Ihren Weg auch so.

    Viele Grüße
    Margit Breuss

    • Liebe Frau Dr Breuss,

      vielen-herzlichen Dank, dass Sie in mir glauben und geglaubt haben. Ich sing und sag aber kein Ton mehr.

      NUR JA KEIN MUSIKER. DIE HABEN MICH TYRANNISIERT MIT MEIN LEBEN = MUSIK, DORT WO MEIN LEBEN IST, AUF DER BÜHNE UND ÜBERALL WO ICH ERFOLGREICH WAR. MUSIK IST MEIN LEBEN UND DAS LASS ICH MIR NICHT NEHMEN, LIEBER NEHME ICH MEIN LEBEN = MUSIK. ICH SING UND SAG KEIN TON MEHR. VON MIR NUR NOCH STILLE. SCHWEIGEN IST GOLD UND ES RE!CHT! ICH REDE MIT KEINE MEHR AUßER MIT IHNEN ABER NUR PERSÖNLICH. SIE SIND MEINE ZEUGE, WIE ICH IHRE SEI. WIR HABEN KEIN MASZAT I ABER WIR HABEN MASZAT II. ICH HABE KEIN MUTTER MEHR ABER DAFÜR BIN ICH ENDLICH WIEDER FREI VON „OARSCHLOCH“ EGOISTISCHE SCHWEINE DIE ALLES FÜR SICH WOLLEN, DURCH MICH STATT EIN TEAM ZU ZU SEIN. ICH HABE KEINE KINDER ABER ICH HAB NE NEFFE UND GENUG KINDER RUND HERUM. HATTE ICH, SELBST DIE WERDEN VON MIR VERSTECKT. ARSCHLECKEN, SAGEN SIE ES BITTE AUCH! NICHT MIT MIR, DANN GEHE IH LIEBER DORT WO MEINE LEUT SIND, ÜBERALL ABER NUR DORT WO DIE RECHTE SIND. AUSZUG AUS DER BUCH „UngeRECHT“ VON „DIE UNGAR GESCHWISTER“ AUS JAHRE 2003 SARSTEIN BAD GOISERN AM HALLSTÄTTERSEE (AMOUNTHAUS) MIT FREUNDLICHE UNTERSTÜTZUNG VON HERR FRANZ KIENESBEREGER, HERAUSGEBER K PUNKT VERLAG FEAT. SECRET VOICE VORMALS ERIKA NAGY

      Ich bin mir sicher, Sie werden mich verstehen. Sie kennen ja auch die Bücher von Ihren Franz. Da steht doch alles drin. Auf 3 Seiten kurz und bündig erklärt. Seine Worte, sind meine Worte. Er war Zeuge wie Sie auch.

      Ich würde mich freuen, Sie bald wieder zu sehen. Am liebsten sie beide zusammen und nicht getrennt. So wie in alte Zeiten. Nur ich will nicht zurück zu keiner. Bleibe alleine, lieber so als mit auch nur einem „Partner“.

      Herzlichen Dank für Ihre Freundschaft.

      Alles Liebe
      Ihre Dózsa Erika (Vormals Erika Nagy)

  2. Liebe Frau Dr. Breuss,

    herzlichen Dank für Ihre Gratualition zu meinem bestandenen Prüfung und für Ihre nette Worte.

    Starmania war für mich eine Herasforderung, habe gerne mitgemacht. Enttäuscht war ich nur ein bissi, da ich weiß was ich für Talent und Können habe. Jedoch habe ich mit eine Ausscheidung auf Grund meines Alters gerechnet, so war die Enttäuschung nicht so groß. Ungerecht fand ich auch die Jury der von mir Sachen verlangt hat, was eigentlich erst in den weiteren Runden verlangt sein sollten. Bestimmt war es mit Absicht, haben die nur einen Grund gesucht um mich nicht weiterlassen zu müssen, da an meinem Gesang (was und nur was in der 1. Runde zählte) gab nichts zu mekern.

    Ich werde Herr Dr. Kienesberger mit mir eine Reportage über meine Starmania 2008 Erfahrungen zu schreiben und veröffentlichen bitten. Es wird sicherlich interessant. Übrigens Herr Dr. Kienesberger ist nicht der einzige der meint ich hätte ins Fernsehen gehört. Meine Bekannten und Freunde die mich schon mal erlebt haben sind an der gleiche Meinung.

    Wie Sie wissen ich mag nicht nur sondern vorallem auch brauch die ständige Herausforderungen, mich unter Beweis zu stellen, ohne diesen ist mir zu fad und fühle ich mich unterfordert. Und na ja, ein Perfektionist bin ich ja auch.

    Ich hoffe Sie bald wieder zu sehen und mit Ihnen zu plaudern.

    Liebste Grüße
    Dózsa Erika

  3. Jó estét/ Guten Abend,

    vorige Woche habe ich diese Internetseite gefunden und habe gleich viele Blogs gelesen. Stundenlang saß ich an meinem Sofa und las lächelnd. Viele alte Erinnerungen waren wieder in greifbarer Nähe. Und in der Nacht war ich ca 15 Jahren jünger und spazierte wieder durch Goisern.

    Ich lebte dort eine kurze Zeit in meinem Leben. Ich arbeitete beim Moser als Kellnerin. Vielleicht haben wir uns auch getroffen, Franz! Dort habe ich auch Dich, Erika kennengelernt. Einmal war ich bei euch zur Besuch, das war ein schöner Abend, völlig ungewöhlich – ein ungarisches Milieu in Mitte Salzkammergut… Zu dieser Zeit war ich nicht mehr ständig in Goisern, ich studierte in Budapest. Aber kehrte immer wieder nach Goisern im Sommer- und Winterschulferien zurück.

    Was habe ich bis heute aus Goisern mit? Diese einzigartige Sprache! Ich habe dort Deutsch in der Praxis kennengelernt und erkannt, dass die deutsche Sprache LEBT! Ich beutze heute noch jeden Tag meine Sprachkenntnisse; ich lebe praktisch davon. Und immer wieder wenn ich mich mit Deutschen unterhalte, fragen sie mich ob ich aus Österreich komme…

    Ich warte schon ungeduldig auf die nächsten schönen & humorvollen Geschichten/ Gedichte aus Bad Goisern. Sie bringen mir gute Laune in den Alltag. Bis dahin viele liebe Grüße an alle (ehemalige) Goiserer und Goiserinnen die mich noch kennen, oder auch nicht 🙂
    Dora

  4. Jó estét kedves Dóra,
    Guten Abend liebe Dóra!

    Ich habe versucht mich auf Sie zu erinnern aber leider ohne Ergebnis. Viellciht könnten Sie mir sagen, wann wir uns kennengelernt haben und wann, wo und vorallem bei wem (bei Herr Kienesberger oder bei uns, bei mir und meinem Exmann) waren Sie ins Besuch. Vielleicht könnten Sie mir einen Foto schicken (office@d-i-v-a.at) damit meine Erinnerung an Sie klappt. Meine Homepage ist http://www.d-i-v-a.at, vielleicht haben Sie Lust es zu besuchen. Leider habe ich noch kein Gästebuch (aber bald), denn ich hätte mich über einen Eintrag von Ihnen sehr gefreut. Melden Sie sich bitte bei mir wenn Sie wieder mal da sind. Vielleicht hätten Sie Lust drauf uns zu treffen.

    Liebste Grüße aus Gmunden (Altmünster)
    Dózsa Erika

  5. whats up everyone

    great forum lots of lovely people just what i need

    hopefully this is just what im looking for looks like i have a lot to read and then a lot to wright

  6. An Herr Kapunkt (thewritingfranz),

    Sie beherrschen „IHRE SPRACHE“ exzellent. Ich „MEINE SPRACHE“ auch.
    Ich verstehe „IHRE SPRACHE“ perfekt. Hoffe, Sie „MEINE SPRACHE“ auch.
    Ich verstehe Sie und Ihre Gedanken sogar „Ohne Worte“. Tun Sie es auch? Wie immer „Musikalische Grüße“ „Die Dózsa“

    Hier was interessantes zum Nachschlagen, ein Auszug aus MEINEM… na, Sie WISSEN schon… aus MEINEM… Leben. Ich hab’s geSCHAFT http://d-i-v-a.at/friends_and_co.htm

    P.S.: Vielen lieben Dank, dass Sie MICH ausgegeben und „verewigt“ haben und dass Sie MICH in der österreichischen Nationalbibliothek „hinterlegt“ haben. Haben Sie Lust mein BIO alla „thewritingfranz“ zu schreiben?
    Und wie schaut’s den mit meiner Stelle auf der andere Seite
    Ihrer Schreibtisch aus?


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