Arm und Reich, wer hat es besser? – Die ehrliche Antwort

April 7, 2009 um 9:04 pm | Veröffentlicht in Allgemein, lyrik | 77 Kommentare
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Am Pissoir

Geh weg, Du stinkst ja zum Erbarmen.
So sprach der Reiche zu dem Armen.
Der Arme aber froh und heiter,
Pinkelt in die Muschel weiter.
Es wirft der Reiche einen Blick
Auf seines Nachbarn bestes Stück.
Und gleich darauf hat er erwogen:
Er hat den Kürzeren gezogen.
Verschämt schaut er nun auf den Boden,
Der Arme hat auch gröss’re Hoden.
Da denkt der Reiche, das ist schlecht,
Das Leben ist so ungerecht.
Der Arme sieht sodann den Reichen,
Ganz gedrückt von hinnen schleichen,
Steckt sein Gemächt in seine Hos,
Und denkt: Ich zog das bess’re Los.

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  1. Der arme Reiche… muss nun weiterleben, mit dem steten nagenden Gewissen, etwas nicht haben zu können. Vielleicht geht er zur OP und macht den Schönheitsdoktor reicher. f.G. sendet ML50ff

  2. Was ist denn das, lieber Franz? Wenn sie deine Armen so schnell zufrieden geben, mit solchen Träumen, dann werden sie nie zu Kohle kommen.

  3. Komisch, dass immer nur von „Reich“ und „Arm“ die Rede ist. Klingt nach „Entweder – Oder“.

  4. Zu Peter: Die Waage neigt sich so lange, bis es nur mehr diesen Unterschied gibt.

    Zu Reinhard: Völker, wir hören schon die Signale!

  5. So ist es, Franz. Aus Frankreich hören wir Signale. Das ist besser als das nutzlose Spiel, wer hat den Längeren. Bekanntlich ist die Hoffnung ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.

  6. @writingfranz, ich fürchte, Du hast Recht.

  7. O weh, ihr beiden, die Waage neigt sich, das Ende des gestundeten Gewichts wird sichtbar am Horizont. O Marx, mich lockt es von der Erinnerung deines moosigen Denkmals leicht, denn da gab ich nur den Travnicek: Das is a matte Sache.

  8. Oh weh, oh Reinhard!
    Von hier oben gesehen, vom Himmel aus, ist die Waage so klein, dass man nicht sieht ob die Waage sich überhaupt neigt. Von hier oben ist alles anders. Aber ich werde mit dem Schicksal sprechen, vielleicht tut es mir den Gefallen, alle endlich wirklich gleich zu hobeln. Schöne Grüße soll ich Dir sagen vom Raimund Ferdl.
    lg
    Marx Karl

  9. Peter!
    Als ich meinte, es lebe der kleine Unterschied, habe ich nicht Reich und Arm gemeint. DIESEN Unterschied werde ich bald ausgleichen. Oder wer glaubst Du, schickte euch die Weltwirtschaftskrise. Mit dem Meinl habe ich schon angefangen.
    lg
    Gott

  10. DU warst das also!
    lg
    Milton Friedman

  11. Also bitte, Charly M., gleichhobeln lass ich mich nicht. Ich kann auch mit den üblichen Göttern nichts anfangen, und ihren Erlösungsreligionen. Als Marx Charly hast ja nur ein Derivat von denen gemacht. Ich fürchte die ewigen Götter, und bringe eben der Nemesis mit meiner Pfeife ein Rauchopfer dar.

  12. He Milton! Deine Theorien waren eben nicht göttlich inspiriert. Bin schon gespannt auf die neuen Theorien, die entstehen werden, nach dieser Gschicht.
    Ich amüsiere mich köstlich. Dabei habe ich die Regeln, mit denen das nicht passieren kann, schon dem Moses gegeben. Aber der Schelm hat noch die Unkeuschheit zu meinen 9 Geboten hinzugefügt, weil sonst die Israeliten nicht weitergewandert wären, weil zu erschöpft. Nachher hat er die Richtigstellung vergessen und so hört kaum wer noch auf mich.
    lg
    Gott

    He Reinhard!
    Hier heroben sind nur Nichtraucher. Mach sofort die Pfeife aus!
    mlg Nemesis

  13. Dear Reinhard!
    Warum hobelst du dann die Birkenwirtin?
    lg
    KM

  14. Hallo Milton!
    DU hast den ganzen Unsinn auf dem Gewissen. Ich ließ dich von der freien Marxwirtschaft träumen, nicht von der freien Marktwirtschaft. Da sieht du wieder, was passiert, wenn du nicht genau aufpasst, wenn du aufwachst und alles vergisst was du träumtest. Zur Strafe gehst du jetzt 2000 Jahre in die Hölle.
    Gott

  15. Lieber Gott,
    jetzt komm ich nicht mehr mit. Deine Wege sind wirklich unergründlich. (Da haben wir’s wieder). WER ist denn jetzt verantwortlich für die Krise? Meine Theorien, die nicht göttlich inspiriert waren oder deine Vergnügungssucht?
    Und jetzt schickst Du mich auch noch in die Hölle. Was soll ich denn da? Mich mit alten Kollegen herumärgern und mit Brokern, die Selbstmord begangen haben? Also hör mal, wenn das so weiter geht, dann werd ich noch Atheist …

    LG
    Milton

  16. Also, Franz, die Nemesis bist nicht du, die kenne ich nämlich persönlich, und die Birke habe ich zammgstutzt, bald fangt sie an austreiben. Was den Marx betrifft, von dem stammt ja die Murxwirtschaft, odr? Ja nix selber tun, an die Partei appellieren.
    Epikur sagt dazu: Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man sölm zu leisten vermag.

  17. Hallo Franz,
    ich werde samstags nach OÖ fahren, und sonntags zurück. Da fahre ich immer so ummere 11lfe los, würde für einen Besuch in Well Goisern bestens passen. Wenn ich losfahr ruf ich dich an.

  18. Na denn …
    Willkommen im österreichischen Mikrokosmos.

  19. Na dann, wenn die ewigen Götter das Wetter so lassen, sehen wir sich Ihnen uns am Sonntag in Well Goisern. Bier habts ja noch?

  20. Das obige Gedicht wird in meinem neuen Buch enthalten sein. Unser Kommentar-Austausch dazu gefällt mir. Habt ihr etwas dagegen, wenn ich ihn in das Buch hineinnehme, unter das Gedicht stelle, ohne Namen?

    Reinhard: Freue mich auf das Treffen am Sonntag.
    Peter: Goisern als Mikrokosmos gefällt mir. Bin ich dann eine Mikrobe?

  21. Von mir aus kannst das ruhig reinschreiben. Ist ja auch voll gscheit. Dass ich mit der Aussage des Gedichts ein Problem hab, kann ich einem gstandenen Goiserer ja sagen, ohne dass er 1 Ausnahmezustand bekommt. Der Arme, der sich damit zufrieden gibt, wird nichts an seinem Schicksal ändern.
    Nichtsdestowenigertrotzquam werden wir sich am Sonntag in Goisern ein Bier vergönnen.

  22. Übrigens, müde? Noch immer? Von wosn?

  23. @müderfranz (@Gott?)
    „Goisern als Mikrokosmos gefällt mir. Bin ich dann eine Mikrobe?“

    Nein. Ich neige nicht dazu, biologistische Metaphern zu gebrauchen.

    Kommt aber trotzdem immer auf den Standpunkt an.
    Anders gesagt: falls Du eine Mikrobe sein solltest, dann bin ich auch eine.

    Gruss an die Alpenrepublik!

  24. Na gut, ich werde ab jetzt für eine Woche lang versuchen, Goisern aus dem Blickwinkel einer Mikrobe zu betrachten. Da fällt mir als erstes auf, dass Läuse viel größer sind, als ich gedacht habe. Da bin ich froh, dass es auch andere Mikroben gibt. Mikroben aller Länder vereinigt euch. Die Läuse sagen aber in ihrer Beschränktheit, Läuse aller Hunde vereinigt euch. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch meine neue Erfahrung, dass aufgrund des Größenverhältnisses Läuse Mikroben haben können, Mikroben aber keine Läuse. Können wir daraus etwas lernen?
    Peter hat meine Frage noch nicht beantwortet, hinsichtlich der Veröffentlichung unserer Mirobenkorrespondenz in meinem Buch. Hallo Peter!
    Reinhard hat mich falsch verstanden. Er denke noch einmal scharf über mein Gedicht nach. Jedenfalls bekommt er morgen Bier auf der Alm.

  25. Er denke nach, so so. Ich bin gestern mit meinem Lektor im Parkcafe nebenan gesessen. Er hat mir erklärt, dass ich dem Leser eine Chance geben muss, überhaupt bei der Schlüsselszene in meinem neuen Thriller „Die Erstickung“. Jetzt sitze ich da und schreibe sie neu, weil ich befürchte, dass die mich natürlich nicht anrufen werden, um herauszukriegen, was ich gemeint habe, obwohl ich es verdient hätte. Es ist alles so kompliziert!

  26. Tja, Verleger sind so. Sie denken nicht an das, was der Autor sagen will, sondern an das, was der Leser lesen will. Waggerl war auf diese Weise erfolgreich. Nimm einfach Sex hinein, Sex sells. Oder lass die Wirtin nackt von der Linde fallen und von einem Ausländer gefunden werden, der sie wiederbelebt, sie erstickt dennoch an der gestohlenen Kirsche. Aber der Ausländer darf nicht von zu weit Ausland kommen. Nimm einen Italiener, aber Millionär, mit ein bißchen Mafia, Liebhaber von Ornella Muti. Wie die Wirtin zu einer Kirsche auf der Birke kam? fragst du? Darauf wartet der Leser bis zum Schluß.

  27. „Na gut, ich werde ab jetzt für eine Woche lang versuchen, Goisern aus dem Blickwinkel einer Mikrobe zu betrachten.“

    Geht das?
    Dazu gehört schon eine gehörige Portion Phantasie.

    „Da fällt mir als erstes auf, dass Läuse viel größer sind, als ich gedacht habe.“

    Naja, das Universum ist schliesslich auch viel grösser als man früher gedacht hatte. Jetzt kommt es nur noch darauf an, ob die Bewohner von Goisern die Erde für eine flache Scheibe halten.

    „Da bin ich froh, dass es auch andere Mikroben gibt. Mikroben aller Länder vereinigt euch. Die Läuse sagen aber in ihrer Beschränktheit, Läuse aller Hunde vereinigt euch. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch meine neue Erfahrung, dass aufgrund des Größenverhältnisses Läuse Mikroben haben können, Mikroben aber keine Läuse.“

    Eben.

    „Können wir daraus etwas lernen?“

    Dass der Biologie-Unterricht nicht ganz umsonst war?

  28. Hallo Peter,
    Ich finde, das Beispiel, dass Mikroben keine Läuse haben können, ist eine schöne Metapher für irgendwas. Z.B., dass der Arme sich nicht Sorgen machen muss, dass ihn seine Frau nur wegen des Geldes liebt, der Reiche aber schon.
    Oder so ähnlich.
    Noch keine Antwort gabest du mir auf die Frage, ob ich die Posts hier von dir für mein Buch verwenden darf.

    Aus dem Blickwinkel einer Mikrobe habe ich heute festgestellt, dass auch ein voller Mond immer von einem Grashalm verdeckt ist, ja, auch von dem heruntergefallenen Haar von Nachbars Bello. Deshalb stellt sich für mich als Mikrobe die Frage, ob es wirklich einen Vollmond gibt oder ob nicht ein halber Mond von Natur aus das obere gelbe Ende jedes Grashalmes bildet, was mir vernünftiger klingt. Somit ist der Mond nichts anderes als gelbes, rundes Gras. Allerdings muss es dann sozusagen Nachtgras mit Mond und Tagesgras mit Sonne geben. Hier stehe ich und kann nicht anders. Auch wenn mir die Vertreter der „romantischen Theorie des Universums“ noch nicht folgen.

  29. Der war gut. Ich schlage also vor, dass Du die Mikrobenthesen auf Mikrobenpapier verewigst und sie an einem Ort veröffentlichst, wo sich Mikroben treffen, um sich gegenseitig darin zu bestärken, dass es einen ersten allmächtigen Mikrobengrund für ihre Mikrobenexistenz gibt. Für die Folgen übernehme ich allerdings keine Garantie. Es wird wahrscheinlich zu einer Spaltung der Mikrobengemeinde und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Mikroben kommen.
    Was den Läusen natürlich Wurscht sein kann.

  30. Hallo Reinhard!
    Es war sehr erfreulich, dich heute einmal persönlich kennenzulernen. Wir sollten öfters einmal zusammensitzen. Nächstes mal in Innsbruck, hoffe ich. Ich hoffe auch, dass du gut nach Hause gekommen bist und eine schöne Fahrt durch eine schöne Landschaft hattest.

  31. Hallo writingfranz! Bin eben eingetroffen, 21:29, und ziemlich ausgekühlt. Aber die AutofahrerkameradInnen waren nett und sind fast alle zuheim geblieben, meine Shadow und ich hatten die Strasse praktisch allein.
    Jetzt kommt die Pfeife, der Single Malt und dann gebe ich mir deine Bücher.

  32. Hallo Reinhard!
    Schön, dass du gut angekommen bist. Ich hoffe, meine Bücher passen zum Single malt. Zum Kretabuch passt auch vozüglich ein Ouzo. Ich ersuche dich um ehrliche Kritik meiner Bücher, wobei die Kritik meine Bücher preisen soll und zwar mit höchstem Lob. „Ein zweiter Homer“ oder so ähnlich.
    Peter lässt sich hier nicht mehr blicken. Würde gerne wissen, wo er zu Hause ist. Hallooo Peter!

  33. Neueste Erkenntnisse einer Mikrobe zu Ostern: Die Welt ausserhalb des Grases ist nicht eiförmig, sie ist ein Ei! Wobei sich zur Osterzeit diese Eier im Gras vermehren. Da bleiben sie aber nicht lange, weil sie von riesigen Kränen mit fünf Auslegern und Hornspitzen gehoben werden und ins Nichts verschwinden woraus sie im Nächsten Jahr wieder kommen. Während diese Kräne die Eier aufheben, ertönt meist ein fürchterlicher Lärm, der aus Worten besteht wie: „Bubi, Mädi, nicht aufheben. Das ist Hundegacki“. Was ist Hundegacki? Das werde ich als Nächstes erkunden.

  34. Hallo Franz,

    deine Bücher kommen erst heute dran, und ich bin da selber so wie du. Ich will ehrliche Kritik, solange sie enthusiastisch ist. Das ist wie beim Nepotismus, der ist auch ok, solange er in der Familie bleibt.
    Gestern musste ich aber noch die Wiener Zeitung fertig lesen. Da waren nette Berichte drin über die Klimafaschisten. Jetzt bin ich verunsichert, denn ich habe mein Motorrad umstellen lassen, es fährt statt mit Benzin nun mit Feinstaub. Je mehr ich fahre, umso besser wird die Umwelt.Ich bin schon wieder verunsichert, da sind deine Mikrobenprobleme nix dagegen.

  35. Ave pater microbae,

    da du mich zensuriert hast, will ich mit denselben Inhalt mit den Worten eines unsterblichen Dichters wiederholen.

    Feiger Gedanken bängliches Schwanken
    Weibisches Klagen, ängstliches Zagen
    Wendet kein Elend, macht dich nicht frei.

    Ich gebe ein Bier aus, wenn du mir den Schöpfer dieser Worte nennst.

  36. Seja dono da sua boca, para não ser escravo de suas palavras.

  37. Das kommt mir Spanisch vor, Peter.

  38. Soso.

  39. Google ist mein Freund, Peter, er hat es mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Desligado, o Peter, é o comentário.

  40. Franz hat heute kein Internet, aber er lässt ausrichten, es sei von Goethe. Reinhard, bitte geh das Bier kühlen.

  41. Aha.
    War ein gutgemeinter Tip.

  42. Grandios, der Franz, es ist von Goethe. Das Bier ist verdient. Er sei hiermit zum thedrinkingfranz ernannt. Die Birke treibt schon aus, alles ist bereit.

  43. …und du, Peter, da du Portugiesisch sprichst, sei mit der Google-Übersetzung ins Portugiesische gestraft:

    Escritores não são escravos, mas os capitães de palavras. Além disso, como Beethoven disse, que o revisor não pode imortalidade ao qual é concedido pela Olympus.

  44. He, nicht schlecht!
    Sei gegrüsst!
    Dass Schriftsteller keine Sklaven, sondern die Kapitäne ihrer Wörter sind (sein sollten?), deckt sich doch ganz gut mit dem ersten Zitat, das du gegooglet hast – eben, dass man darauf achten sollte, was man sagt (schreibt!), weil man sonst Gefahr läuft, zum „Gefangenen“ dessen zu werden, was man von sich gibt.
    Genau darauf bezog sich auch mein portugieselter Kommentar. Da oben des öfteren von Büchern die Rede war, kam mir das in den Sinn.
    Noch ne Frage hat der Mann:
    Hast du alles „blind“ kopiert oder einen Draht zu Spanisch oder Portugiesich?

  45. Hallo Peter,

    zu Sprachen habe ich ein ganz gutes Gefühl, und Portugiesisch war wegen der Tilde am a anzunehmen, die Spanier haben das ja lieber über dem n. Das Übersetzungsbüro habe ich aber bei Google aufgeschlagen, weshalb das Ergebnis für den Sprachkundigen nicht frei von Belustigung sein dürfte.

    Das obige Goethe-Zitat konnte ich aber therestrictingfranz für seinen Eingriff nicht ersparen, und bei Goethe ist man in solchen Fällen immer auf der sicheren Seite. Den kann er als Bürgerlicher nicht einfach rauslöschen, ohne sich eine Begründung einfallen zu lassen. Mit mir kann er sich das ja erlauben…

  46. Der Franz lässt fragen, Reinhard, ob Du schon sein Griechenlandbuch gelesen hast und ob es Dir sehr, sehr gut gefiel.

  47. Franz lässt Dir auch mitteilen, dass er nicht zensuriert hat, den er ist der Meinung, Gedanken sind frei.

  48. Hallo Margit,
    dem Franzen sein Buch liegt bereit und wird mir sehr gut gefallen, derzeit bin ich aber grad beim Lektorat der Erstickung, wo mich der Hannibal Lector völlig beschäftigt. Es ist ja doch ein 700-Seiten-Brocken, und erscheinen muss er pünktlich.
    Wenn der Franz mich nicht zensuriert hat, ja wer wirz denn dann gwesen sein?

  49. Um auf elegante Art und Weise zum Thema des Posts zurückzufinden, dabei obige Unterhaltung zu berücksichtigen und um unsere englisch-sprachigen Freunde teil haben zu lassen, greife ich auf folgendes Instrument zurück:
    http://translate.google.de/

    Die sollen schliesslich auch was von dem Post haben:

    Go away, you stink yes to mercy.
    Thus spoke the rich to the poor.
    The poor but happy and cheerful,
    Pinkelt in the shell on.
    It accuses the rich man a glance
    On his neighbor’s best pieces.
    And afterwards, he considered:
    He has drawn the short straw.
    He now looks bashfully at the ground,
    The arms also gröss’re testicles.
    Since the rich think that is bad,
    Life is so unfair.
    The arms then provides the rich,
    Quite depressed by Hinnen creep,
    Is his Gemächt in his Hos,
    And think: I moved the bess’re lot.

  50. Recht hast, Peter. Da schliesse ich mich an mit meinem Goethe-Zitat:
    Feiger bängliches wavering thoughts
    Womanish complaints, anxiety Zagen
    Where no misery, makes you not free.

    Weil mich das überzeugt hat, übersetze ich, äh, Google, das wieder zurück:
    Gehen Sie weg, Sie stinken ja die Barmherzigkeit.
    So sprach der Reichen zu den Armen.
    Die arme, aber glücklich und fröhlich,
    Pinkelt in der Shell auf.
    Er wirft dem Mann einen Blick
    Auf seinem Nachbarn die besten Stücke.
    Und danach, als er:
    Er hat den Kürzeren.
    Er sieht nun verschämt auf den Boden,
    Die Arme auch gröss’re Hoden.
    Da die reichen denke, das ist schlecht,
    Das Leben ist so ungerecht.
    Die Arme dann in den reichen,
    Ganz deprimiert durch Hinnen Kriechen,
    Gemacht ist er in seinem Hos,
    Und denke: Ich habe die bess’re viel.

  51. Die Übersetzungen sind großartig. Versucht einmal diese zu übersetzen:“Auch Arme haben Beine“.

    Mit Goethe schlägt man mich nicht, auch nicht mit seinem/r Faust. Beneiden tue ich ihn aber um seine Erlebnisse mit Faustina. Das ist die, der er seine Hexameter auf den nackten Rücken mit seinen Fingern trommelte. Ein eigenwilliges Verlangen hatte der Kerl schon. Wer sonst denkt bei einer nackten Frau an Hexameter? Die meisten sind schon mit einigen Zentimeter zufrieden.
    Wohlan denn, es grünt und blüht und in unserem Tale grünt mein Hoffnungsglück. So grünet denn auch!

  52. Hurra, hurra,
    der Franz ist da!
    Shakespeare ist da vermutlich besser als der Gehoimrat, obwohl man auch bei ihm die Kunst des Zitierens beherrschen muss.
    So schreibt er in Hamlet:
    Das scheu’ste Mädchen ist verschwendrisch noch
    wenn sie dem Monde ihren Reiz enthüllt.
    Die Antwort finden wir in Heinrich IV:
    Wer kann Geduld beim Äußersten bewahren?

  53. Niemand soll später sagen, dass der writende Franz nicht in viele Sprachen übersetzt wurde.
    So sagt Google zu Franzens Aufgabe: Even the poor have legs, wenn ich den Satz mit einem Punkt beende, andernfalls meint Google: Even arms legs, womit ich dann bei brothers in arms wäre, oder so.
    Auch Peters wollen wir nicht vergessen, portugiesisch: Mesmo os pobres têm pernas.

  54. So seid denn willkommen bei Shakespeare, meinem Gott. Obwohl neueste Forschungen ergaben, dass wahrscheinlich nicht William Shakespeare all diese Dramen schrieb, sondern ein anderer, der zufällig auch William Shakespeare hieß. Aus dem Hamlet zitieren tut bald einer. Alle Zitate die in Österreich verwendet werden, stammen – ohne dass es einer weiß – aus dem Hamlet oder aus dem Faust und in einem Fall von Nietzsche. Dieses von William liebe ich besonders:
    „This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.“

    Zu Frauen durfte man also falsch sein? War William ein Macho? Fragen über Fragen aus nur einem Zitat. Wir Mikroben zitieren nur die Sonne und den Mond, von denen wir erkannten, dass sie Gras sind.
    „Oh Liebste,
    wärme mir den Rücken wie die Sonne,
    nicht wie der Mond,
    der eiskalt meine Glieder lähmt.“

    Darauf sie, die ihn missverstand:
    „Oh Mikrobus,
    gern will ich dich wärmen,
    die Sonne sei ich Dir,
    verscheuch‘ die Kält‘ von Deinem Glied.
    Der Mond soll scheinen nur,
    damit ich seh‘,
    was meine Hand begehrt zu fassen.“

    Aus „Mikrobia und Mikrobus“, ein winzig, winzig kleines Drama aus der Welt der Einzeller von Heinrich von Kleinst.

  55. Miniaturen von Kleinst kannte ich in der Tat noch nicht, der hat es im Zeitalter des Superlativs schwer. Mikrobias Begehren ist aber in diesem Einzeller noch gebremst, denn da war doch noch etwas, ausser der begehrenden Hand? Die schönste Form des Regredierens, nach vorangegangenem Sondieren, allerdings nicht in der Art des früheren HBP, der wo was das ja als Verbalerotiker abtat und nur Sondierungsgespräche wünschte. Das ist ja, als wenn man auf der Autobahn links fährt und blinkt, anstatt Gas zu geben.
    Wie geht es mit Mikrobia weiter? Hat die Arme nicht auch Beine? Und wo fangen die an? Fragen über Fragen.

  56. Im Gedenken an alte Zeiten darf hier auch ungarisch nicht fehlen:

    szegények is beine

  57. Natürlich darf man die GriechenInnen nicht vergessen: „Ακόμα και οι φτωχοί έχουν πόδια.“ Und nicht die SchwedenInnen: „Även de fattiga har ben.“ Das klingt so, als hätten die Fetten auch Beine. Das wurde aber nie bestritten.

  58. Und das fand ich dazu im Internet unter Sprichwörter:

    Arme haben Arme.
    Arme haben Beine.
    Beine haben keine Arme.
    Arme Beine!

  59. Schau wie sie übersetzen? Das Begehren der Mikrobia gerät ins Hintertreffen. Semper et ubique aficis a genus.

  60. Ihr irrt, werter Herr! Mein Begehren ist zeitlich unbegrenzt, sozusagen eh semper – und ubique sowieso. Und ab und zu hält mich eben mein Begehren nach dem großen schönen Mikrobus vom Schreiben ab. Ist das bei Ihnen nicht ebenso?
    Mikrobia mlg
    PS: Haben Sie schon einen ganz ganz kleinen PC gesehen?

  61. Verstehe, das ist dann der sogenannte oder auch Ernstphall. Weil wir dabei sind, in welchenem Buch wird denn Microbia ihren ersten Auftritt haben? Ist das die Bad GoiserIn? Hoffentlich ist sie bad, sonst wäre sie langweilig. Schreibt man übrigens, wenn von Mädels die Rede ist, dass BiNNENi auch groß?
    What shall’s, der brave Mann denkt an sich, selbst zuletzt.

  62. Meinen ersten Auftritt habe ich in Franzens Buch, das demnächst erscheinen wird. Ich werde samt diesem Postingverkehr noch eingefügt und dann veröffentlicht. Peters Schweigen nehme ich als Zustimmung. Namen von Reinharden nenne ich nur, wenn es nicht ausdrücklich verboten wird.

    Das Binnen i bringt mich noch um. Aber die FrauenInnen wollen das so. Und am einfachsten nimmt man halt einen Griechen und hängt ein Innen an, schaut blöd aus , ist mir aber wurscht. Es kann sich jedenfalls keinIn LeserIn hier aufregen. Ganz dumm schaut es aber bei dem (der, männl.) Fluss InnIn aus. Das klingt, als würde EinerIn stottern. Auch beim Wagen (der, männl.) habe ich ein Problem mit dem Binnen-i, aus sittlichen Gründen.

  63. Da bin ich aber gespannt, wo die Mikrobia auftaucht. Die Texte von Peter übersetzt einfach ins Portugiesische, dann kann er nix dagegen haben, oder ins Paradiesische. Ich bin natürlich einverstanden, falls Peter dabei ist, samma zweiverstanden. Die krimi-oh-krimi hat aber auch was reingschrieben. Ich glaub, das kommt von Captain, mein Captain.
    Gibts eigentlich Mikrobenfängerkrimis auch? Fallen die unter den Tierschutz?

  64. Da wir nun vom Anfangsthema ganz weg sind, etwas Besinnliches.
    G.B. Shaw wurde einmal von einer berühmten Schauspielerin gefragt: Wie wäre es, wenn wir ein Kind miteinander hätten, sie mit Ihrer Klugheit und ich mit meiner Schönheit? Woraufhin Shaw fragte: Gnädige Frau, wenn es umgekehrt käme?
    Ich stelle mir nur den Armen vor, wenn er auch noch den Kürzeren hätte? Was würde die Linkspartei dazu sagen? Überhaupt, wo man Rechtsträger versichern kann, umgekehrt kenne ich das nicht. Gesellschaftspolitisch ist da noch viel zu tun.

  65. Ave Microbae,
    der Zenit ist überschritten.
    Das Post, dessen wir uns mittels unserer fruchtbaren Kommentare erfreuten, verglimmt wie die letzten Strahlen der Sonne am Abend eines gelungenen Tages.
    Wohlauf denn, lasset uns hoffen auf das nächste Post eines Meisters.
    Salve, writing franz.

  66. Ave Petrus,
    Zustimmung, thewritingfranz ist derzeit ein sittingfranz, er sonnt sich im Glanz eines Posts, das 66 Kommentare hervorgebracht hat. Er möge in die Tasten hauen und den Blog reanimieren. Franz, you can.

  67. Nein, ich sonnte nicht. Ich sass im finsteren Kämmerlein und lernte für die Anwaltsprüfung. Gestern bestand ich sie. Huuuuurrrrraaaaaaaaaaaaa!

  68. Gratuliere, lawyerfranz. Dann ist der Platz an der Sonne jetzt verdient.

    first came the lawyers,
    then came the rules…

    Wenn du auch noch weisst, wo das her ist, dann ziehe ich den Sturzhelm.

    Übrigens, darf man noch du sagen?

  69. 1. Danke für die Gratulation. Danke.
    2. Das Zitat stammt aus Tolstois „Krieg und Frieden“. Auf Seite 478 unten, in der englischen Ausgabe von „Random House“, 1978. Schau einmal nach, dann hast du den Beweis. Wenn du nicht nachgesehen hast, erzähle mir nicht, dass es von wo anders stammt.
    Du kannst den Kinnriemen schon lockern.
    3. Du darfst Du noch sagen. Aber es hat sich doch etwas geändert. Für jede Antwort die ich auf diesem Blog gebe, muss ich jetzt ein tarifmäßiges Honorar verlangen. Also überweise gleich einmal 1000,– €.

  70. Also gut, ich hatte ungenau zitiert, deswegen kamst du auf den naheliegenden Tolstoi. Korrekt geht es so:
    Then came the churches then came the schools
    Then came the lawyers then came the rules
    Telegraph Road, Dire straits. Ich lasse den Helm auf. Für meine Antwort verrechne ich auch 1000 Euro, dann sind wir quitt.
    Fang doch einen neuen Thread an, der hier wird mir zu teuer.

  71. 1000 Euros habe ich nicht, nur Mikros. Ich habe Dir daher gestern 1000 Mikros überwiesen. OK?
    Ja, ein neuer Thread wäre wirklich eine gute Idee. Ich werde mir etwas einfallen lassen, bin aber für jeden Vorschlag offen, wie eine Jungfer.
    Jedenfalls warte ich noch auf einen Kommentar einer Anhängerin von Hafis, die mir einen versprach. Sie ist klug und fesch, mit sexy Ohren.

  72. Ja, Mikros zahle ich auch. Anhängerin von Hafis, mit sexy Ohren? Verstehe, da kommt ja auch der Begriff „Amore“ her, was hat sie genau am Ohr?

  73. Amore kommt aus Persien??? Ich dachte, aus dem alten Rom! Verwechselst du da nicht was? Die mit den Ohren kommt gerade aus Persien und war an Hafis‘, an Hafises, an dem Hafis seinem, an des Hafis‘, am Hafis seinem, an vom Hafis seinem Grab.
    Ja, sie hat sexy Ohren, so etwas gibt es. Wie bei Wyona Ryder, oder wie man die schreibt, die hat auch sexy Ohren. Da sieht man auf nix anderes mehr. Welche Ohren hat die Lindenwirtin?

  74. Beim nochmaligen Durchlesen begreife ich deinen köstlichen Humor. Na klar: Amore! Sonst hieße es ja Amrome. „Ach wie bin ich klug und weise“ – auch ein Zitat! Woher?

  75. Amore, ich meinte tatsächlich den klassischen Latin Lover, der muss was am Ohr haben. Nachdem ja Englisch die Sprache der Nichtlebensart ist, wie etwa beim Essen, ist der Latin Lover beim Loven vermutlich so wie der klassische Italiener beim Autofahren. Haficeeeerooooooo, so endet ja auch die Schlafstörungsarie, denn mich betrügt man nicht.
    Aber sexy Ohren? Ich glaub, du musst noch einmal zurück auf Feld eins.

  76. Jawohl, ich gehe zurück auf Feld eins und melde mich für einige Tage ab. Ich fahre an den Gardasee übers verlängerte Wochenende. Dort soll eine Quelle der Amore liegen. Auch Mikroben soll es dort geben, die sich von Spaghetti und Rotwein ernähren. Diese will ich kennenlernen und Gedankenaustausch auf Mikrobenbasis pflegen. Vielleicht treffe ich in Sirmione sogar auf eine Mikrobe, die noch Maria Callas persönlich kannte und hörte.

  77. Sehr gute Idee, und so wohlverdient, dieser Urlaub. Ich wünsche dir dann aber keine mikrobenhaften Honorarnoten.


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