Unfreundliches Kaffeehaus

August 17, 2009 um 11:01 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 12 Kommentare
Schlagwörter: , , , , ,

Vor zwei Tagen waren wir am Kahlenberg, dem Wiener Hausberg.  Da oben steht ein Kaffeehaus bzw.  Restaurant mit Aussichtsterasse. Als wir uns an den einzigen freien Tisch setzten, war dieser dreckig. Der Ober erschien nach 20 Minuten und ich ersuchte ihn, den Tisch abzuwischen. „Ja was wolln’s denn?“ sagte er unfreundlich, „dafür haben Sie von diesem Tisch aus die beste Aussicht.“ Widerwillig säuberte er den Tisch. Grummelnd nahm er die Bestellung auf und servierte das Bestellte 10 Minuten später – auf einem Tablett, das noch mit Marmeladenklecksen versehen war. Ob seiner Unfreundlichkeit verzichtete ich darauf, nochmals bei ihm zu reklamieren. Wir genossen die Aussicht und ein Mineralwasser und einen kleinen Braunen. Als ich zahlen wollte und nach dem Ober rief, erschien dieser auch nach sehr langem Warten nicht. Ich ging hinein ins Restaurant und schimpfte lautstark mit irgendso einem armen Kerl, der vielleicht nichts dafür konnte. Jedenfalls erschien einige Minuten später der unfreundlichste Kellner, den ich je erlebte, und präsentierte uns die Rechnung: Ein kleiner Brauner € 3,10 und ein Mineralwasser € 3,40. Schlicht eine Frechheit. Einer Wiener Freundin, der ich davon erzählte, was wir da oben erlebt hatten, erklärte mir, dass sie und ihre Bekannten schon lange nicht mehr dort hingehen würde, das Lokal sei wegen seinem unfreundlichen Personal und wegen seiner hohen Preise bekannt. Mich haben die auch zum letzten Mal gesehen. So mancher Ober ist halt doch nur ein Unter. Da lobe ich mir doch die Innsbrucker Gastfreundschaft.

Advertisements

12 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

  1. Du lebst gefährlich, Franz. Ich würde mich da nie aufregen, weil ich nicht weiß, was ich dann auf den Tisch bekomme. Allerdings ist die Qualität der Lokale immer umgekehrt proportional der gebotenen Aussicht, und zwar überall auf der Welt.

  2. Das Aussichtscafe ist ja auch eher eine reine Touristenfalle. Am Kahlenberg oder besser gesagt am Weg runter vom Kahlenberg Richtung Nußdorf gibt es zwischen den Weinbergen kleine gemütliche Heurigen mit freundlicher Bedienung – dort ist es sicher jetzt im Herbst besonders schön.
    Ein nettes Kaffeehaus ist das Café Sperl – netter Abschluß nach einem Besuch am Naschmarkt
    Liebe Grüsse und gute Zeit in Wien

  3. Herzlichen Dank für diesen Hinweis. Werde ich versuchen, dort einzukehren.

  4. An Logosaurus: Da bin ich froh, dass es auf dem Naga Parbat kein Kaffehaus gibt. Nach Deiner Theorie wären dortn die kellner alle Mörder.

  5. An Logosaurus: Da bin ich froh, dass es auf dem Naga Parbat kein Kaffehaus gibt. Nach Deiner Theorie wären dortn die Kellner alle zumindest Mörder.

  6. Der Naga Parbat, soso. Kommt das von Nagetier? Dann meinst du wohl den Bisamberg?
    Wer aus den Schluchten des Goisistan ins Flachland kommt, kann schon den Berg vor lauter Hügerln nicht mehr sehen. Hast dich verlaufen, wegen der langen Pause?

  7. Auch Götter können Fehler machen. Frage Zeus. Das mit dem Flachland stimmt. Wo in Goisern schon der Horizont ist, ist in Kritzendorf noch das Fenster.

  8. Noch besser wirds im Burgenland. Da prallt der Blick nicht gleich auf ein Hindernis, er sinkt ermattet am Horizont zu Boden. Bis dahin sieht man nichts. Versteht man darunter den Großen Horizont? Der Frage muss ich einmal nachgehen.

  9. Tja, Blicke muss man trainieren, wie einen Muskel. Blickt man nicht oft genug und stark genug und regelmässig genug, wird der Blick schwach und der Horizont bleibt unerreichbar. Der Blick fällt einem sozusagen gleich auf die Füße. Deshalb sollte man in Fitnesszentren auch Blicktraining machen. Am besten geht das mit einer Trainerin die Körbchengröße C hat. Darüberhinaus, z.B. Körbchengröße D, besteht die Gefahr, dass einem untrainierte Augen aus dem Kopf fallen.
    Wir müssen Brüder im Geiste sein, da auch ich schon lange und intensiv über den Großen Horizont nachgedacht habe. Ja, ich habe darüber sogar schon geschrieben. Irgendwo in diesem, meinem Blog findet man ein Essay über den Horizont. Ich empfehle die Lektüre. Eine Frage unter vielen bleibt noch offen. Wenn man überhaupt keinen Horizont hat, kann man ihn erweitern?

  10. Jetzt fand ich es. Unter „Kategorien“ auf dieser Seite findest du nicht nur ein wunderbares Essay über den Horizont sondern auch über die Frage, ob auch Vegetarier Kühe fressen u.a.

  11. Was den Horizont betrifft, ich bin eher für Dinge in Reichweite. Den Blick zu trainieren, da stimme ich zu. Ich habe das eben wieder in meinem Studio gemacht, und die berühmte Szene aus Hamlet neu gestaltet. Statt dem trostlosen Totenschädel hält mein Model ihren Schuh in den Händen, um ihn zu betrachten. Leider kann ich dir hier das nicht zeigen, deshalb der Rest Schweigen ist.

  12. Ich schau mir das gleich an, aber einen netten Sticker habe ich gefunden: Save a cow, eat a vegetarian.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.

%d Bloggern gefällt das: