Verbietet die Türkei das Lesen von Karl May?

Oktober 25, 2008 um 10:19 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 5 Kommentare
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Einer der Suchbegriffe, mit dem jemand auf meinen Blog kam, lautet: „Türkei verbietet Karl May Bücher“. Davon habe ich noch nichts gewusst oder gehört. Wer weiß mehr davon?

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Zwei der schönsten Stellen der Weltliteratur – Auszüge aus Platons „Apologie des Sokrates

August 20, 2008 um 9:18 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 2 Kommentare
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Zwei der schönsten Stellen der Weltliteratur

Auszüge aus Platons „Apologie des Sokrates“

 

   Auszugsweise zitiert zum Genusse des Lesers sowie zur Mahnung an Politiker und andere sich weise dünkender Menschen, die in ihrer Arroganz bescheidenes Fachwissen mit allgemeiner Weisheit verwechseln und deren Worte in der Geschichte verwehen wie der Sand im Sturme der Wüste oder weggespült werden wie ein Blatt, das von einem Baum in den Stambach fie,l während wahre Weisheit unsterblich bleibt..

 

   Im Jahre 399 v. Chr. Wurde Sokrates der Prozess gemacht. Der Hauptankläger, Meletos, stellte den Antrag auf die Todesstrafe. Begründet wurde der Antrag wie folgt: „Sokrates handelt rechtswidrig, indem er die Götterm die der Staat anerkennt, nicht anerkennt und andere, neuartige göttliche (dämonische) Wesen einzuführen sucht. Er handelt ausserdem rechtswidrig, indem er die jungen Leute verdirbt.“

 

   Sokrates war bekanntermaßen nicht mundfaul und verteidigte sich in drei Reden an das Gericht. Diese drei Verteidigungsreden werden unter dem Begriff „Die Apologie des Sokrates“ zusammengefasst. Diese Apologie wurde im Nachhinein von Platon, des Sokrates Schüler, aufgeschrieben und zählt zu den schönsten Werken der Weltliteratur. Sie enthält jedoch in sich einige Stellen, die ich als die für mich schönsten aber auch weisesten Stellen der Weltliteratur bezeichnen möchte.

 

   Die erste Stelle betrifft den oft zitierten Satz des Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Den hat er aber gar nicht so gesagt. Er erzählt in seiner ersten Rede, dass sein Jugendfreund Chairephon einmal zum Orakel nach Delphi ging und es befragte, ob jemand weiser sei, als Sokrates. Die Phytia gab diesem Freund zur Antwort, niemand sei weiser.

 

   Und nun Sokrates im Originalton:

   Als ich nämlich von dem Bescheid erfuhr, da überlegte ich mir folgendes: „Was mag Gott wohl meinen, und was gab er mir da für Rätsel auf? Ich weiß nämlich ganz genau, dass ich nicht weise bin, weder viel noch wenig. Was meint er also, wenn er sagt, ich sei der Weiseste?“ … Ich ging zu einem von denen, die in dem Rufe standen, weise zu sein, um so, wenn überhaupt, den Spruch zu widerlegen und dem Orakel zu zeigen: „Dieser Mann ist weiser als ich; du aber hast gesagt, ich sei der weiseste.“ Als ich ihn nun prüfte …, da gewann ich den Eindruck, dass dieser Mannwohl weise zu sein schien – nach dem Urteil vieler anderer Leute und vor allem nach seinem eigenen -, ohne es indessen wirklich zu sein, und ich versuchte ihm klarzumachen, dass er sich zwar einbildete weise zu sein, dass er es jedoch gar nicht war. So kam es, dass ich mich bei ihm und bei vielen der Anwesenden verhasst machte; bei mir selbst aber bedachte ich, als ich wegging: „Im Vergleich zu diesem Menschen bin ich der Weisere. Denn wahrscheinlich weiß ja keiner von uns beiden etwas Ordentliches und Rechtes; er aber bildet sich ein, etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, während ich, der nichts weiß, mir auch nichts zu wissen einbilde. Offenbar bin ich im Vergleich zu diesem Mann um eine Kleinigkeit weiser, eben darum, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube.“ …

   Daraufhin suchte ich planmäßig einen nach dem anderen auf, und ich bemerkte zu meinem Kummer und Schrecken, dass ich mich stets nur verhasst machte. … Und beim Hunde, ihr Männer von Athen … , was ich jetzt erlebte, war dies: diejenigen, die den allerbesten Ruf genossen, schienen mir so ziemlich die armseligsten Burschen zu sein, als ich sie der göttlichen Weisung gemäß prüfte; bei anderen hingegen, die in geringerem Ansehen standen, hatte ich den Eindruck, dass es mit ihrer Fähigkeit zur Einsicht besser gestellt war. …

   Nach den Politikern suchte ich nämlich die dichter auf, die Tragödien- und Dithyrambenschreiber und alle die anderen, um mich dort auf frischer Tat zu überführen, dass ich unwissender sei als sie. Ich nahm mir ihre Dichtungen vor, und zwar die, mit denen sie sich meiner Meinung nach besonders viel Mühe gegeben hatten, und fragte sie, was sie damit sagen wollten, um zugleich noch etwas von ihnen zu lernen. Ich scheue mich jetzt, ihr Männer, euch die Wahrheit zu sagen. Trotzdem – ich muss es tun. Denn eigentlich wussten fast alle Anwesenden verständiger über die Sache zu reden als die Verfasser selber. So stellte ich auch bei den Dichtern in kurzer Zeit fest, dass sie nich aus Weisheit hervorbrachten, was sie hervorbrachten, sondern auf Grund einer besonderen Veranlagung und in göttlicher Begeisterung wie die Seher und Orakelsänger. Denn auch diese leute sagen viele schöne Dinge, ohne zu wissen, was sie sagen. … Ich verließ sie daher mit der Überzeugung, dass ich ihnen in demselben Punkte überlegen war wie den Politikern.

   Schließlich ging ich zu den Handwerkern. Ich selbst war mir ja bewusst, dass ich mich sozusagen auf nichts verstehe; bei ihnen aber würde ich, wie ich wusste, feststellen, dass sie sich auf viele schöne Dinge verstünden. Und hierin sah ich mich nicht getäuscht; sie verstanden sich auf Dinge, von denen ich nichts verstand, und waren mir in dieser Hinsicht an Weisheit überlegen. Aber, ihr Männer von Athen, denselben Fehler wie die dichter schienen mir auch die lieben Handwerker zu haben; weil sie sich gut auf die Ausübung ihrer Kunst verstanden, bildete ein jeder sich ein, er sei auch im übrigen ganz ungeheuer weise, so dass – meiner meinung nach – diese Beschränktheit ihre Weisheit wieder aufhob. Daher fragte ich mich im Namen des Orakels, ob ich’s für richtig hielte, so zu sein, wie ich sei – nicht weise im Sinne ihrer Weisheit und nicht unwissend im Sinne ihrer Unwissenheit -, oder ob ich’s vorzöge, zu sein wie sie. Ich gab mir selbst und dem Orakel zur Antwort, dass es mir wohl anstehe, zu sein, wie ich bin.

   Aus dieser Untersuchung, ihr Männer von Athen, sind mir viele Feindschaften erwachsen,…

 

 

 

   II. Sokrates fürchtete sich nicht vor dem Tod. Er denkt zwar, es sei für ihn jetzt das Beste, zu sterben, ganz sicher ist er sich aber nicht, ob es nicht doch diejenigen besser hätten, die leben. Dennoch zögert er keinen Augenblick, dem Tode ins Auge zu blicken und einige Tage nach dem Todesurteil ohne Widerstand den Schierlingsbecher zu trinken. Am Schluss seiner dritten Verteidigungsrede legt er dar, was er vom Tod hält und gibt der Überzeugung Ausdruck, dass sich ein guter Mensch nicht vor ihm fürchten muss. Hier nimmt dieser weise Mann das voraus, was uns später gegründete Religionen ebenfalls versprechen. Und wie er sich um das Wohl seiner Söhne sorgt – mir kommt es vor, als würde er auch hier eine christliche Botschaft vorwegnehmen, nämlich, dass ein Reicher nicht in den Himmel kommt.

 

Sokrates wieder im Originalton, übersetzt:

   Doch auch ihr dürft, ihr Richter, was den Tod betrifft, zuversichtlich sein und diese eine Tatsache für wahr halten, dass einem guten Menschen kein Übel widerfahren kann, weder im Leben noch nach dem Tode, und dass seine Angelegenheiten den Göttern nicht gleichgültig sind. Auch mir ist mein Los nicht von ungefähr zuteil geworden; ich bin vielmehr überzeugt, dass es das Beste für mich war, jetzt zu sterben und aller Mühsal überhoben zu sein. Eben deshalb hat mich auch das Zeichen nie zurückgehalten, und ich wiederum bin den Leuten, die mich verurteilt haben, und meinen Anklägern nicht einmal sonderlich böse. …

   Um eines aber bitte ich sie noch: übt an meinen Söhnen, wenn sie herangewachsen sind, Vergeltung, ihr Männer, indem ihr ihnen in derselben Weise zur Last fallt, wie ich euch zur Last gefallen bin; sobald ihr den Eindruck gewinnt, dass sie sich um Geld oder irgend etwas anderes mehr kümmern als um Tugend, und sobald sie etwas zu sein beanspruchen, was sie nicht sind, dann macht ihnen Vorwürfe wie ich euch, weil sie sich nicht um die richtigen Dinge kümmern und glauben, sie wären etwas, obwohl sie Nichtsnutze sind. Und wenn ihr das tut, dann lasst ihr mir Recht widerfahren, mir selbst und meinen Söhnen.

…Doch jetzt ist’s Zeit fortzugehen: für mich um zu sterben, für euch, um zu leben. Wer von uns dem besseren Los entgegengeht, ist uns allen unbekannt – das weiß nur Gott.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feuchtgebiete gehen nicht – Feuchtgebiete liegen in Bad Goisern

Juli 9, 2008 um 9:50 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 3 Kommentare
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Das Buch geht nicht, sagen wir in Bad Goisern, wenn sich ein Buch nicht verkauft. Oder über andere Artikel des Handels sagen wir das auch: Die Gurken gehen heute überhaupt nicht, oder, der Leberkäs geht heute gar nicht etc. Bei Frauen sagen wir: „Bei der geht überhaupt nix“. Und damit meint der Goiserer, er habe versucht, dieser bestimmten  Frau sehr, sehr  nahe zu treten und sei zurückgewiesen worden. Irrtümlich formuliert er diesen Satz aber so, als würde diese bestimmte Frau jeden zurückweisen, nicht nur ihn. Es handelt sich hiebei um eine sogenannte “ Allgemeinisierung des Individuellen“ oder um eine „Das Ego schützende Verallgemeinerung einer negativen Reaktion“. Die kommt bei uns sehr häufig vor.

Aber zur Sache: Auf meinen Rat hin hat die hiesige Buchhändlerin drei Exemplare von Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ geordert und bietet diese auf einem Bestsellertisch in ihrem Laden an. Bisher hat noch kein Goiserer, keine Goiserin eines dieser Exemplare auch nur angerührt, geschweige denn durchgeblättert. „Siehst Du“, sagte die Buchhändlerin heute zu mir, „ich habe Dir doch gesagt, dass diese Buch in Goisern niemand kauft. Gott sei Dank habe ich nur wenige Exemplare eingekauft.“ Ich bin verblüfft. War doch ein Bericht über dieses Buch beinahe in jeder Zeitung, in  jedem ORF-Kulturjournal und in jeder Talkshow der letzten Wochen. Es ist daher unmöglich, dass die Goiserer nicht wissen, das es dieses Buch gibt und worüber es handelt. Fatal für die Buchhändlerin ist eher, dass es offensichtlich jeder potentielle Käufer in Goisern weiß und deshalb davon ausgeht, dass die zweite Person, die sich im Buchladen befindet auch über dieses Buch Bescheid weiß und daher über ihn, den potentiellen Käufer, schlecht denken würde, nähme er das Buch auch nur in die Hand. Auch denkt er selbiges über die Buchhändlerin, vor der sich der potentielle Käufer ziert wie ein Röslein vor der Biene beim ersten Mal im Frühling. Und so kommt es, dass dann, wenn im gesamten deutschsprachigen Sprachraum die Feuchtgebiete ausverkauft sein werden, in Bad Goisern immer noch 3 Exemplare zu kaufen sind. Weil, so ist mein Verdacht, die Goiserer kaufen die Feuchtgebiete in Bad Ischl.

Merkwürdig bei der ganzen Sache ist, dass der durchschnittliche Goiserer gerne Gstanzln singt und er in diesen Vierzeilern Feuchtgebiete mit Worten beschreibt, welche Charlotte Roche vor Scham erblassen lassen würden. Aber dabei handelt es sich eben um sogenannte Volkskultur, die vieles zulässt, solange sie nicht von Lehrern verbogen wird. Heute müsste man eigentlich zwischen Volkskultur und Lehrerkultur (als verfälschte, enterotisierte Volkskultur) reden.

Gretchen und Margarethe Brandt

Juni 19, 2008 um 7:53 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 3 Kommentare
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Ich habe ein Buch verborgt und weiß nicht mehr, an wen, obwohl ich einen Verdacht habe. Das Buch handelte von dem Prozess gegen Margarethe Brandt im Jahre 1771. Margarethe Brandt war ein Dienstmädchen in einem Gasthof, wurde von einem Soldaten geschwängert und tötete nach der Geburt aus Not das Neugeborene. Im Prozess wurde sie zum Toder verurteilt und anschliessend hingerichtet, glaublich 1772. Das Buch, um das es mir geht, zeigte in Abdrucken Prozessunterlagen, wie Eingaben an das Gericht durch den Verteidiger und verschiedene Protokolle. Goethe  hat ums Eck des Gerichtes gewohnt, jedenfalls in der Nähe und dürfte den Prozess mitverfolgt haben, wenn nicht gar die Hinrichtung. Ob in Frankfurt oder in Weimar, weiß ich nicht mehr, aber 1771 dürfte er noch Student oder seit erst kurzem keiner mehr gewesen sein. Jedenfalls wurde diese Margarethe sein Vorbild für das Gretchen im Faust.Gott sei Dank wurde er im laufe seines Lebens so klug, dass er das Drama nicht mit dem Wort, das über Gretchen von Engelsstimmen gesprochen wurde, „gerichtet“ sondern mit „gerettet“ enden ließ. Inwieweit er damit die künftigen Urteile für Kindesmörderinnen beeinflusste, weiß ich nicht. Aber jedenfalls ist nicht die tragischte Liebesgeschichte der Literatur „Romeo und Julia“, sondern steht ihr die einseitige, unglückliche und tödliche Liebe von Gretchen sicherlich gleich.

Wer kennt das Buch, das ich nicht mehr finde?

Kaffee und der Osterspaziergang im Mai bei 35 Grad

Mai 30, 2008 um 7:29 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 2 Kommentare
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Heute hatte ich ein ganz liebes Erlebnis. Eine Freundin rief mich an und lud mich auf einen Kaffee ein, sie hätte mir etwas zu erzählen.  So eine Einladung schlägt man nicht aus. Im Kaffeehaus erzählte sie mir dann voller Freude, sie würde sich jetzt mit dem →Faust beschäftigen, über den wir vor einiger Zeit sprachen und hätte jetzt den Osterspaziergang auswendig gelernt. Die ganz Jüngste sei sie nicht mehr und so sei sie sehr stolz, dass sie das geschafft habe. Und dann rezitierte sie für mich den Osterspaziergang im Kaffeehaus. Das war das erste Mal, dass eine Frau für mich ein Gedicht aufsagte. Sie freute sich, dass ich mich freute und ich freute mich, dass sie sich freute. Das war wieder einmal so ein kleines Ding, ein solcher Moment, welche das Leben lebenswert machen. Der Kaffee schmak übrigens vorzüglich.

Feuchtgebiete – Rezension

Mai 27, 2008 um 11:32 am | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 6 Kommentare
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Habe →hier eine Rezension zu diesem Bestseller gefunden. Beurteilen möge jeder selbst sowohl Buch als auch Rezension. Bewundern tue ich an diesem →Buch seine Eignung zum Bestseller, sonst eigenlich nix. →Anais Nin und →Henry Miller schrieben besser. Das beste →Feuchtgebiet das ICH kenne, ist die →Rossmoosalm in Bad Goisern.

Geschichten rund ums Mittelmeer

Mai 17, 2008 um 12:54 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | Hinterlasse einen Kommentar
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„Geschichten rund ums Mittelmeer, Griechenland, Türkei, Zypern, Malta“, so heißt das Buch, das ich soeben am Flohmarkt erwarb. Der Untertitel: „Auf den Spuren der Dichter“. Gesammelt und herausgegeben wurden die  Geschichten von einem Manfred Barthel im Bastei-Lübbe Verlag. So leicht kann man es sich machen. Man sammelt Geschichten von Homer über Henry Miller und Lawrence Durell, bis hin zu Karl May und gibt sie als Buch heraus. Gute Idee! Da der Einband des Buches in Griechenland-Weiss-und-Blau gehalten  und mit den Windmühlen von Mykonos geschmückt ist, greift man als Grecophiler (schreibt man das so?) automatisch zu. Und da Barthel tatsächlich aus den verschiedensten Bücher wunderschöne Stellen aussuchte, liest man es auch gerne. Mein Liebling in dem Buch ist Henry Miller, aus dessen „Der Koloss von Maroussi“ zitiert wird. Witzig und klug finde ich den Ausschnitt aus dem „Alexis Sorbas“ in dem Sorbas erklärt, wie er sich die Erschaffung des Menschen vorstellt. Gott hatte niemanden, der ihn verehrte und so formte er aus Erde einen kleinen Menschen, legte ihn in die Sonne und sah nach sieben Tagen, dass er ein Schwein geschaffen hatte, das auf den Hinterfüßen stehen kann.  Gott aber irrte sich, es war ein Mensch. Und als Gott dies schlussendlich doch erkannte, streckte er dem Menschen die Hand entgegen, damit er sie küsse. Der Mensch aber sagte zu ihm:“Platz da, Alter, und lass mich vorbei.“ Ich denke, da hat sich bisher nichts geändert. Resumee: Ein Buch für den Urlaub am Mittelmeer.

Personen-Lexikon-Österreich, Mozart und Maria Meier

Mai 11, 2008 um 7:22 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 1 Kommentar
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Personen-Lexikon-Österreich: Herausgegeben von Ernst Bruckmüller. Ob ich dieses Buch empfehlen soll? Ich weiß es nicht. Ich habe es zum Geburtstag erhalten und darin viel geblättert. Es besteht halt, wie der Titel sagt, aus der Aufzählung einer grossen Menge von Österreichern, von denen ich die meisten nicht kenne.  Naturgemäss – wir sind in Österreich – werden unzählige Adelige beschrieben. Die sind mir relativ wurscht. Erwähnt wird natürlich nicht die Magd Maria Meier, die Anfangs des 14. Jahrhunderts in einem kleinen Ort in Ostarrichi, in den Alpen, 17 Kinder ohne Ehemann aufzog, weil dieser in irgendeinem Gefecht tödlich verwundet wurde, für das aber sein Chef, Erzherzog Irgendeiner, in die Geschichtsbücher einging, dafür ist er tot. 10 Kinder der Maria Meier starben  auch, noch vor Erreichung des siebten Lebensjahres, weil sie verhungerten.  Maria Meier hat aber überlebt in einer Unzahl von heutigen alleinerziehenden Müttern. Aufstossen tut mir in dem Buch auch das Kapitel W.A. Mozart. Da wird nämlich geschrieben:“Die Forschungen über sein musikalisches Umfeld haben das Mozartbild zurechtgerückt und den Mythos der Einmaligkeit korrigiert.“ Wenn Mozart nicht einmalig war, wer dann? Abgesehen davon, dass jeder Mensch einmalig ist: Nimm nur eine seiner Arien aus dem Figaro, jede einzelne ist einmalig und an Schönheit unübertroffen. Wer sonst konnte ein Finale wie „Comtessa perdono“ schreiben? Welche Melodie wird auf der Welt so oft gespielt, wie „Die Kleine Nachtmusik“. Ich wette, dass genau jetzt, in diesem Augenblick, ca. 60 Orchester an irgenwelchen beliebigen Plätzen rund um den Erdball dieses Werk spielen. Andererseits ist Mozart das längste Kapitel gewidmet, das kann mich aber nicht versöhnen. Überhaupt fiel mir auf, wenn du einen langen Eintrag in ein Lexikon willst, werde Künstler. Die haben die längsten Einträge. Auch die gescheitesten Universitätsprofessoren mit vielen Doktortiteln, wie Theo Mayer-Maly, bringen es nur auf einige Zeilen. Politiker werden auch nicht üppig bedacht, mit Ausnahme eben der Adeligen, die Schlachten schlugen und viele Bauten bauen liessen, wie Prinz Eugen. Mir aber ist Maria Meier immer noch wichtiger. Daher sei sie hier erwähnt, auf dass sie durch das Internet auf ewig lebe, sowie durch Selbiges gelobt und gepriesen werde soweit dies notwendig ist, denn durch Mozart wurde sie bereits in der Gestalt der „Zerlina“ im „Don Giovanni“ verewigt, ebenso wie als „Susanna“ in „Figaros Hochzeit“. Quod erat demonstrandum!

Langweilige Bücher, Feuchtgebiete und die Lust zu morden

März 29, 2008 um 9:09 am | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | Hinterlasse einen Kommentar
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„Lieber Franz“, sagt sie: „Hier, dieses Buch schenke ich Dir.“ Wie immer denke ich langsamer als sie handelt und nehme ihr das Buch aus der Hand. Kaum halte ich es in Händen und öffne es, schießt es mir durch den Kopf: „Shit, schon wieder hereingefallen.“ Und wie immer stelle ich ihr die Frage: „Das hat Dir wohl nicht gefallen?“ Aus langer Erfahrung weiß ich nämlich, dass sie mir Bücher, die sie für gut befunden hat, nur leiht. Dabei vergisst sie nie, vorher noch ihren Namen auf die Innenseite des Buchumschlags zu schreiben. Und wie erwartet antwortet sie: „Stimmt, das Buch ist ein Schas. Wie hast Du das erraten?“ und lächelt dabei verschmitzt. Ich, wie immer schüchtern: „Naja, halt so.“ Und dabei weiß ich seit Jahren, dass sie immer denselben Trick anwendet. Kaum hat sie ein Buch, dass sie in ihrem Bücherregal nicht unterbringen will, weil es schlecht ist, schaut sie mich mit ihren blauen Augen unschuldig an und stellt mir, der gegen ihren Blick hilflos ist, immer wieder dieselbe Buchfalle. Sie weiß, ich kann ihr keine Bitte abschlagen. Und schon gar nicht kann ich ein Buch, das mir geschenkt wird, ablehnen und würde es von Feuchtgebieten handeln. Und so habe ich in meinem Bücherregal die Geschenkte-Schlechte-Bücher-Ecke eingerichtet und immer, wenn sie mich besucht, ist das erste, nachdem sie sich ausgezogen hat, die Frage: „Hast Du mein letztes Geschenk schon gelesen?“ Und immer wieder antworte ich: „Noch nicht, aber ich werde es in den nächsten Tage lesen.“ Und jedes Mal muss ich mit dieser Lüge im Gedächtnis zärtlich zu ihr sein. Dabei brenne ich innerlich vor Wut über meine Feigheit, die mir verbietet, ihr das Buch zurück zu geben oder es wegzuwerfen. Und so massiere ich mit der einen Hand zärtlich ihren Rücken, während ich die andere Hand immer wieder von ihrem Hals zurück reißen muss, damit sie nicht zupackt und sie erwürgt. Wie lange ich das noch durchhalte, weiß ich nicht. Ich schreibe aber schon an meiner Verteidigungsrede. Ich kann nur hoffen, einen Richter zu finden, dessen Frau auch langweilige Bücher liest.

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Durch die Wüste, mit Bärentöter, Henrystutzen und Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossara

Februar 1, 2008 um 7:49 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 1 Kommentar
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Karl May kennt wohl jeder, zumindest der, der gerne Witze erzählt. Weil da gibt es diesen gerne erzählten Witz: Was liest Du denn?- Das Kapital, von Karl May. – Aber das ist doch von Karl Marx! – Ach so, ich habe mich schon gewundert. Ich bin auf Seite 200 und noch immer ist kein Indianer vorgekommen.

Abgesehen davon aber ist Karl May jener Schriftsteller, der mein Leben am meisten beeinflußt hat. Er nähmlich erweckte in mir die Reiselust, die Lust, andere Länder, andere Sitten, Nichtgoiserer kennenzulernen. Das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, war IM SUDAN. Das habe ich in der Gemeindebibliothek gefunden und begeistert verschlungen. Leider wusste ich aber nicht, wo der Sudan war. In der Schule nahmen wir noch immer die Geographie von Österreich durch. Afrika war noch weit weg. Aber irgendwie wusste ich schon, der Sudan müsse in Afrika sein, das wird im Buch selbst erwähnt. Aber wo war Afrika? . Ein Land voller Sklaven, Sklavenhändler und nur einem guten Weissen, der die Sklaven befreit. Das war in meinen Träumen natürlich ICH. Gibt es etwas Edleres, als Sklaven zu befreien? Ja, das gibt es. Das erfuhr ich in meinem zweiten Band, den ich von May las, DURCH DIE WÜSTE. Da befreit der Held, Kara Ben Nemsi mit seinem Freund Hadschi Halef Omar nähmlich eine junge Frau aus den Händen eines grossen Schurken, der sie zwangsheiraten wollte. In meinen Träumen befreie ich noch heute als Franz Ben K gefangene Frauen und schiesse alle nieder, die sich mir in den Weg stellen, mit Bärentöter und Henrystutzen, dem 25-schüssigen. Dieser Henrystutzen blieb für mich immer ein Rätsel. Es war das einzige Gewehr auf der Welt, mit dem man hintereinander 25 Schuß abgeben konnte, ohne einmal nachzuladen. Ich weiss aber bis heute nicht, wie das funktionierte. War der Henrystutzen ein Repetiergewehr wie die Winchester? Wenn das jemand weiss, soll er es bitte in einem Kommentar erklären. Irgendwo ist es vielleicht in Winnetou I erklärt, aber ich konnte die Stelle nicht mehr finden, als ich vor ein paar Jahen in einem Antquariat ein Exemplar fand und nach dem Ursprung des Henrystutzen suchte. Wo ist eine Frau, die befreit werden will? Bitte rufe mich nicht an, aber erscheine in meinen Träumen.

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