Meine erste Liebe – ein Marienkäferl eroberte mein Herz

Januar 21, 2010 um 12:07 am | Veröffentlicht in Bad Goisern, Romantik | 4 Kommentare
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Kinderball im „Kaffee Heller“

 

Dort, wo heute die Sparkasse steht, stand früher ein Kino,

eigentlich ein wenig dahinter. Gleich vis a vis vom Friseur, wo

früher – ich spreche von den 50ern und 60ern – eine Apotheke

stand. Um klar zu sein, wo der Friseur ist, war früher eine

Apotheke und gleich gegenüber ein Kino, das der Familie

Pramesberger gehörte. Über die sonntäglichen Kinobesuche und

den Herrn Pramesberger und seine Frau und den Polizisten

“Lahner-Lux”, der das Alter der Besucher überwachte, ist noch

viel zu schreiben, aber an anderer Stelle. Jedenfalls gab es am

Beginn der Vorstellung immer Werbung und diejenige, die ich

wohl am häufigsten sah und hörte, war ein Bild vom Cafe Heller

auf der riesigen Filmleinwand und dazu sagte eine Stimme:

“Besuchen Sie das Gartencafe Heller, bekannt für seine hausgemachten

Mehlspeisen, gleich am Anfang des Ortes.”

“Der Heller”, wie wir das Cafe nannten, war einmal auch ein

Tanzlokal. Die Musik kam aus einer Musikbox, für einen

Schilling konnte man drei Lieder hören. Manchmal bekamen

wir Buben einen Schilling vom Vater, um hinüberzugehen zum

Heller und Musik zu hören, am Sonntagnachmittag. Da wollte

er wohl ein wenig Zeit mit Mutter verbringen. Aus der Box

hörte man Conny Francis und Caterina Valente, Gus Backus,

Freddy Quinn, Martin Laurer, Elvis Presley und viele andere,

von denen man heute aber nichts mehr kennt, außer vom KING

natürlich. Ich wählte oft dieses “wilde” Lied von von Peter

Hinnen, “Auf meiner Ranch bin ich König”. Das ging ungefähr

so: “Auf meiner Ranch bin ich König, die weite Welt lockt mich

wenig – denn auf dem Rücken der Pferde, da liegt das Glück

dieser Erde, hollidriodiiiiiiii, hollidriiiioooodi holladrio etc.”

Am Faschingsonntag oder -montag fand im Heller jährlich der

Kinderball statt. Hurra, das war eine Freude und ein riesiges

Erlebnis jedes Mal. Ich kann mich noch an meinen ersten

Kinderfasching erinnern, als wäre es gestern gewesen.

Meine Mutter zog mich als Cowboy an. Wie meine beiden

Brüder verkleidet waren, weiß ich nicht mehr, der kleinere

Bruder blieb wahrscheinlich zu Hause, weil ich war selber erst

vier oder fünf Jahre alt, gerade alt genug um zum ersten mal zu

tanzen. Ganz aufgeregt war ich. Im Heller saßen wir alle an

einem Tisch, mein älterer Bruder Klaus, meine Mutter und mein

Vater und ich, der wildeste und verwegenste Cowboy, den es

gab. Ich trank Sinalco oder Bluna. Sogar einen Schnurrbart

hatte ich, wenn auch nur mit Schminke gezeichnet. Als die

Musik erklang, gingen wir kleinen Kinder, von den Eltern ermutigt,

zuerst allein auf die Tanzfläche, standen ein wenig hilflos

herum und schauten den grossen Kindern, die waren schon

unglaubliche fünf oder sechs Jahren alt, zu, wie sie tanzten. Man

nahm sich an beiden Händen, lehnte sich ein wenig zurück und

drehte sich dann im Kreise. Das schien gar nicht so schwer zu

sein. Aber mit wem sollte ich tanzen? Mit dem Bertl oder dem

Willi ging das nicht, weil offensichtlich nur gemischte Paare

tanzten. Soweit hatte ich das schon begriffen.

Plötzlich sah ich neben der Musikbox das schönste Mädchen

der Welt stehen, die Sissy K., als entzückendes Marienkäferl

maskiert, mit einem roten Hut mit schwarzen Punkterl und auch

ihr Kleid war rot mit schwarzen Punkterln. Mein Gott, war die

schön, die Wangerl waren auch ganz rot geschminkt. Und

Augen hatte sie, wie funkelnde Diamanten. Der Ohnmacht vor

Liebe nahe, flüchtete ich zu meine Eltern. “Mit der Sissy möchte

ich so gerne tanzen, aber ich trau mich nicht” sagte ich zu

meinem Vater. “Trau Dich nur Bub” meinte er und meine

Mutter ergänzte: “Bist doch ein fescher Cowboy und ein

Cowboy hat vor nichts eine Angst, also geh hin und frage sie, ob

sie mit Dir tanzen will.” Schweiß stand auf meiner

Cowboystirn, meine Knie wurden weich und die Beine zitterten.

Wie zum Teufel sollte ich die Sissy fragen. “Wie fragt man?”

begehrte ich von der Mutter zu wissen. “Geh Bub” nahm sich

der Vater meiner an, “da fragst Du einfach: Sissy, darf ich bitten”.

Naja, das sagt sich recht leicht. Da stand ich am Tisch bei

meinen Eltern und auf der anderen Seite des Saales stand Sissy,

die Göttin, die vielleicht nicht mit mir tanzen wollte, und sicher

nein sagen würde, wenn ich sie um einen Tanz bäte. Die Eltern

ließen mich aber nicht mehr an den Tisch zurück, mich niederzusetzen

mit meinen weichen Beinen. “Na geh schon Bub”

munterte mich die Mutter auf.

Und wie verhext hatte jemand eine neue Platte in der Musikbox

gewählt, meinen Liebling, Peter Hinnen. Zurück konnte ich

nicht, das ließen meine Eltern nicht zu. Vor mir öffnete sich die

unendliche Weite der Tanzfläche, noch leer. Die ersten Paare

näherten sich ihr schon. Mir schwindelte leicht und zögernd

begann ich die Tanzfläche zu überqueren. “Sie wird nein sagen,

sie wird nein sagen, sie wird nein sagen” flüsterte ich vor mich

hin. Das schönste Mädchen der Welt würde sicher nicht mit mir

tanzen, das wusste ich. Schon hatte ich die halbe Tanzfläche

überquert, der Tisch, wo jetzt Sissy mit ihrer Familie saß, näherte

sich mir mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und ich weiß nicht

mehr, wie ich es bis dorthin geschafft hatte, plötzlich stand ich

vor ihr. “Du Sissy”, stammelte ich, “hörst Du auch die Musik?”

“Ja sicher” flötete es aus ihrem wunderschönen Mund, “Das ist

der Peter Hinnen, der singt Auf der Ranch bin ich König”.

“Und?” stammelte ich, “bist Du ein Marienkäferl? Ich bin ein

Cowboy.” “Aha” antwortete die Süße. Ich hatte inzwischen

mehr als 40 Grad Fieber. “Gibst Du mir einmal Deine Hand?”

kam über meine Lippen. Gleich reichte sie mir ihr Händchen

und drückte meines. “Willst gar vielleicht tanzen?” hauchte sie

mich an. “Ob ich tanzen will? Jaja, freilich, tanzen, ja tanzen,

genau, ja tanzen will ich gerne. Mit Dir?” fragte ich wie blöd.

“Klar mit mir, oder willst Du mit einem Marienkäferl nicht tanzen,

ich tanze gerne endlich einmal mit einem Cowboy.” Dabei

übersah sie geflissentlich, genauso wie ich, dass eigentlich alle

Buben als Cowboys verkleidet waren, nur vereinzelt sah man

auch einen Indianerhäuptling. Denken konnte ich überhaupt

nicht mehr.

Sissy aber ergriff jetzt die Initiative. Meine Hand hatte sie ja

bereits gepackt, und so zog sie mich hinter sich her auf das

Tanzparkett. Sie drehte sich zu mir, sodass ich in ihr strahlendes

Gesicht sehen konnte, funkelte mich mit ihren Augen an und

nahm meine zweite Hand. Hundert Hände hätte ich ihr in diesem

Augenblick gegeben, wenn ich sie gehabt hätte, abhacken

hätte ich sie mir für sie lassen. Aber das wollte sie gar nicht. Sie

lehnte sich zurück, streckte die Arme aus, mir blieb nichts anderes

übrig, ich tat dasselbe, unser Griff hielt. Und zaghaft begann

ich mich zu bewegen, ein Schritt links und noch ein Schritt links

und noch einer oder war es rechts, mir war es egal. Ich drehte

mich und mit mir drehte sich die wunderschöne Sissy. “So”,

dachte ich, “muss sich der König einer Ranch fühlen, und ich

bin schon irgendwie ein wilder Bursche, ein richtiger Cowboy”.

Vater und Mutter strahlten um die Wette und waren fürchterlich

stolz auf ihren Sohn bei seinem ersten Tanz.

Wie lange und wie oft ich an diesem unvergesslichen

Faschingsonntag noch mit Sissy tanzte, ob ich mit anderen auch

noch tanzte oder nicht, mir ist nichts in Erinnerung. Ihre Äuglein

die beim Tanze strahlten und mich ansahen, hatten mich

unfähig gemacht, zu denken, zu sehen oder zu hören. Die Welt

war verschwunden, es gab nur noch diesen Tanz und die zwei

Mädchenhände, die die meinen hielten. Leider habe ich mit

Sissy nach diesem Sonntag nie wieder getanzt, später verlor ich

sie für viele Jahre aus den Augen und sie fand einen anderen,

der sie hoffentlich auch einmal für zumindest eine Sekunde so

lieb gehabt hat, wie ich bei diesem Tanz beim Heller.

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LESUNG

Januar 13, 2010 um 8:45 pm | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Nein, nicht aus dem Brief des hl. Apostel Paulus an die Korinther u.a.m., sondern von mir am Freitag den 15.1.2010 um 18.30 Uhr in Radio Oberösterreich in der Sendung „gsunga und gspüt“, aus meinem neuen Buch „Goiserer Pfeffer III“.

Wie sich das Christkind einmal etwas zu Weihnachten wünschte

Dezember 20, 2009 um 10:57 am | Veröffentlicht in Allgemein, Bad Goisern | 5 Kommentare
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Wie sich das Christkind einmal zu Weihnachten etwas gewünscht hat

 

Gleich neben der Fleischerei Forstinger befindet sich ein kleiner Garten. In diesem Garten steht ein hölzernes Gartenhäuschen nach alter Goiserer Art. Handgemacht und reichlich mit Schnitzereien verziert. Im Sommer blüht vor diesem Häuschen der schönste Goldflieder-strauch weit und breit und erfreut jeden, der daran vorbeigeht. Das Häuschen selbst spendet Schatten, dem der sich hineinsetzt, was naturgemäß die dort arbeitenden Fleischer mit einem kühlen Gösserbier zur Mittagszeit tun. Ein merkwürdiger Friede legt sich dann über sie, der aber nicht von der Flasche Bier stammt, die sie genüsslich trinken, sondern von etwas ganz anderem.

Das Häuschen ist nämlich nur elf Monate im Jahr ein gewöhnliches Gartenhäuschen. Mit Beginn der Adventzeit aber verwandelt es sich in ein Weihnachtsgeschäft für Heilige und andere Menschen, die nach ihrem Tod in das Himmelsreich aufgenommen wurden. Das kann doch nicht sein, sagt ihr, das hätte ich doch bemerken, hätte ich doch sehen müssen. Ihr könnt das himmlische Weihnachtsgeschäft im Garten aber nicht sehen, weil es für die Augen von Erwachsenen als ein solches unsichtbar ist und für Erwachsene auch im Dezember wie ein gewöhnliches, schneebedecktes Gartenhäuschen aussieht. Nur Kinder können es sehen, Kinder die sehr, sehr brav sind, ein Herz aus Gold haben und eine gute Tat vollbrachten, kurz bevor sie daran vorbeigehen. Das sind nur wenige Kinder. Und wenn dann diese den Erwachsenen erzählen, dass sie beim Forstinger im Garten ein goldenes, himmlisches Weihnachtsgeschäft gesehen haben, glaubt ihnen das keiner, weil es so wunderbar ist. Und Erwachsene glauben nicht mehr an wunderbare Dinge, daher können sie diese auch nicht sehen. So reden sie den Kindern ein, sie hätten dies alles nur geträumt und die Kinder scheuen sich daher, davon weiterzuerzählen, glauben mit der Zeit selbst an einen Traum und daher weiß niemand in Goisern von diesem Geschäft. Dennoch existiert es.

In diesem Geschäft also kaufen die Heiligen zu Weihnachten Geschenke ein. 1 kg Glück z.B., das kostet zwei Eimer Myrrhe oder zwei Löffel Weihrauch. 1 Liter Vertrauen kostet in etwa das selbe. Lächeln ist teuerer. 1 Meter Lächeln kostet an die 3 Goldbarren, weil zufriedenes, ehrliches Lächeln so selten geworden ist. Zufriedenheit war heuer schnell ausverkauft, weil die Weltwirtschaftskrise auch am Himmel nicht spurlos vorbeiging. Irgend so ein Investmentbanker, der irrtümlich in den Himmel kam, hat es auch da oben nicht bleiben lassen können und 44 Milliarden Sterne und Planeten an den Teufel verzockt. Und da wurde auch die Zufriedenheit im Himmel weniger. Es dauert nämlich mehr als zwei Ewigkeiten, manchmal sogar drei, bis diese Sterne und Planeten wieder nachwachsen. Heiligenscheine gibt es derzeit im Überangebot, weil die alten Heiligen haben schon einen und neue Heilige werden immer seltener, seit die Menschen lieber die Börsennachrichten lesen, als die Bergpredigt unseres Herrn. Sehr teuer ist in letzter Zeit die gute, dauerhafte Beziehung geworden, die kostet mittlerweile schon mehr als 10 Esslöffel Weihrauch. Und so können die Himmelsbewohner zur Adventzeit in diesem kleinen Weihnachtsgeschäft alles kaufen, was denjenigen, der das Geschenk erhält, glücklich und zufrieden macht.

Voriges Jahr aber kam wieder das Christkind mit seiner Mutter Maria an diesem Geschäft vorbei und sah mit traurigen Augen die vielen herrlichen Sachen in der Auslage. – „Mutter“, sagte es, „immer muss ich schenken und nie bekomme ich etwas. Ich möchte auch einmal ein Weihnachtsgeschenk erhalten. Und wenn es nur ein ganz kleines ist.“ – „Aber Kind,“ antwortete die Mutter Maria, „dein Geschenk ist, dass du Gottes Kind bist, ist dir das nicht genug?“ – „Nein, das ist mir nicht genug,“ erwiderte – ganz gegen seine Gewohnheit – das Christkind, „ich möchte heuer auch ein Geschenk.“ – „Aber du weißt doch, dass ich nichts mehr kaufen kann, weil ich die ganze Myrrhe und unseren ganzen Weihrauch ausgegeben habe, um für den hl. Josef einen Meter unendliche Liebe zu kaufen und jetzt habe ich nichts mehr, als“ – und sie kramte mit ihrer rechten Hand in der Rocktasche – „als dieses Körnlein Weihrauch und darum bekommen wir kaum etwas.“ – „Lass es uns doch versuchen,“ gab das Christkind nicht auf, „gehen wir in das Geschäft und fragen wir, ob es nicht doch etwas für ein Körnchen Weihrauch gibt.“ Und weil es Angst hatte, auch heuer kein Geschenk zu bekommen, begann es leise zu weinen. Die Tränen benetzten sein weißes Kleid und seine goldenen Flügel hingen traurig herunter. Da gab Maria nach. „Komm, sagte sie, vielleicht bekommen wir doch noch ein kleines Geschenk für dich“, nahm es an der Hand und betrat mit ihr das Weihnachtsgeschäft.

Hinter dem Ladentisch stand der hl. Martin, ein wohlgenährter freundlicher älterer Herr. „Grüß Gott“ sagte er, „nur hereinspaziert, was darf es denn sein?“ – „Nun ja,“ meinte Mutter Maria, „ich weiß auch nicht genau, wir haben ja nur noch ein Körnlein Weihrauch und können daher gewiss nicht sehr wählerisch sein. Aber mein Kind wünscht sich so sehr ein Geschenk. Vielleicht hast du noch eine ganz kleine Kleinigkeit, die nicht viel kostet, aber dennoch Freude bringt?“ – „Na ja,“ sagte der hl. Martin mir seiner tiefen Stimme „da hätte ich schon was, aber es ist halt wirklich sehr, sehr klein.“ – „Das macht nichts,“ antwortete Maria, „auf die Größe kommt es sicher nicht an. Was ist es denn?“ – „Ich habe da noch 1 Sekunde Weltfrieden, der Rest ist schon verkauft. Weiß auch nicht wieso, da kaufen sich die Leute immer haufenweise Weltfrieden und dann werfen sie ihn fort, weil sie nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Aber, wie gesagt, eine Sekunde habe ich heuer noch.“ – „Ja, die nehmen wir“, riefen Christkind und seine Mutter Maria gleichzeitig. – „Juchhu, ein Geschenk für mich, ein Geschenk für mich, ach wie ich mich freue,“ stieß das Christkind ganz erregt hervor und gab Maria ein Busserl auf die Wange. – „Danke, liebe Mutter, du machst mir eine riesige Freude. Bitte bitte hl Martin, ich möchte den Weltfrieden sofort und sogleich haben.“ – Der hl. Martin nahm das kleine Stück Weltfrieden vom Haken, der an der Wand hinter ihm befestigt war, packte es in Himmelspapier ein und überreichte es dem Christkind. Dieses begann vor Freude über sein allererstes Geschenk zu strahlen, zu funkeln und zu leuchten – und dann geschah es:

Auf der ganzen Erde kehrte für eine Sekunde der Weltfriede ein.

Der Bäcker Kurt, der sich gerade grantig niederlegen wollte, überlegte es sich und gab seiner Frau Berta einen Kuss. Und weil diese in dieser Sekunde ihrem Mann auch einen Kuss geben wollte, trafen zwei Küsse aufeinander und es gab einen Schmatz, wie wenn ein Autoreifen platzt.

Der Moserwirt war gerade beim Getränkekarteschreiben, hielt einen Augenblick inne und sagte zu sich: „1,90 für den kleinen Braunen tut es auch und für ein Achterl vom Guten genügen 1,50 Euro.“ Gott sei Dank war dann die Sekunde vorbei, weil sonst hätte er gar noch das Krenfleisch auf unglaubliche 1,20 Euro herabgesetzt und dann würde es den Moserwirt nicht mehr lange geben.

In Houston, Texas, sollte ein Mörder auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden, doch fiel in dieser Sekunde der Strom aus. Das war ein Glück, weil noch eine Sekunde später kam der Anruf vom Gouvernor, dass der Hinzurichtende unschuldig sei und unverzüglich entlassen werden sollte.

In Bagdad hatte eine Bombe am Marktplatz eine Fehlzündung.

In Afghanistan verhinderte ein plötzlich aufkommender Sandsturm den Angriff der Taliban auf einige amerikanische Soldaten, oder war es umgekehrt? Das konnte man im Sandsturm nicht genau erkennen.

In Mittelamerika hörte plötzlich der sintflutartige Regen auf, der seit Wochen niederprasselte und tödliche Überschwemmungen verursachte.

Im österreichischen Parlament gab die grüne Chefin dem HC Strache die Hand. Bevor sie ihn auch noch küssen konnte, war die Sekunde aber vorbei.

Der Bundeskanzler sagte zum Vizekanzler, „fesch sans heit Herr Pröll, hobns obgnuma?“

In Äthiopien begann es nach 3 Jahren Dürre plötzlich zu regnen.

Alle Gewehre und sonstigen Schießapparate auf der Welt, aus denen gerade geschossen werden sollte, versagten den Dienst.

Der Goiserer Bürgermeister wurde von seinem Vize, Ing. Siegel, aus Dankbarkeit für irgendwas umarmt.

Der Wildschütz Hias Sonnseitna wurde von der Kugel des Jägers Sepp Schießer verfehlt.

Im Gasthaus „Dischgu“ rief der Wirt plötzlich laut aus.“Die nächste Lokalrunde geht auf mich“.

Eine Mutter und ein Vater fanden ihr Kind, das sich verlaufen hatte.

Und die Mutter Maria sagte zum Christkind: „Im nächsten Jahr werde ich bei anderen Geschenken sparen, vielleicht kann ich dir dann sogar eine Minute Weltfrieden kaufen.“

Und darauf, liebe Leute, sollten wir hoffen.

Mozart in Bad Goisern

Juli 8, 2009 um 9:38 pm | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Am Samstag werden unsere Mozartwochen in Goisern eröffnet, mit einem Konzert im Schloss Neuwildenstein. Auswendig weiß ich leider nicht, was gespielt wird. Aber ich freue mich auf alles, was ich von Mozart hören kann. Im Gemeindeamt von Goisern hängt eine Ahnentafel von Mozart, daraus geht hervor, dass er Vorfahren aus Goisern hatte. Ich behaupte daher stolz, dass Mozart eigentlich ein Goiserer war. Wenn man unseren Andachtsjodler mit Mozarts Ave Verum vergleicht, merkt man tatsächlich, woher Mozart stammt.

Das Märchen von den Trüfö-Weibern

Juni 4, 2009 um 9:48 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 20 Kommentare
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Eines der Märchen in meinem neuen Buch behandelt die Trüfö-Weiber. Das sind solche Frauen, die gerne tratschen und schwätzen („trüfön“ auf Goiserisch):

Das Märchen:  Am Sonntag Vormittag ging die Zenzi in die hl. Messe. Nackt war sie, bis auf ein kleines schwarzes Höschen, das ihren drallen Popo bedeckte. Ihr linkes Auge war blaugeschlagen und sie roch stark nach Schnaps. Sie ging auch beichten und zur Kommunion. Nachdem der Pfarrer seine Schäfchen gesegnet hatte, verließ sie die Kirche und ging eilenden Schrittes nach Hause, ohne jemanden eines Blickes zu würdigen. Auch Resi, Fini, Mizzi, Christl, Penthesilea und Ferdinandine, die einen von Natur aus böse, die anderen alte vertrocknete Jungfern, hatten an der Messe teilgenommen und standen nachher noch lange am Kirchenplatz zusammen um das eine oder andere zu bereden. Dabei fiel kein Wort über die Zenzi.

Wann ist ein Berg ein Berg?

Mai 5, 2009 um 8:38 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 51 Kommentare
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Folgende Diskussion hatte ich auf der Fahrt an den Gardasee. „Franz“, sagte sie zu mir, „Du musst zwischen den zwei Bergen hindurch, dann kommt der See.“ „Oh Du fesche, kluge Frau“, antwortete ich, „das sind keine Berge, das sind Hügel.“ – „Oh nein, das sind zwei Berge, wenn auch nur 160 m hoch.“ – „Nein, einen Berg, der 160 m hoch ist, den gibt es nicht.“ – „Oh doch, die gibt es schon, solcherne Berge,“ gab sie – wie immer – nicht nach.  Frauen können sehr dickköpfig sein, auch wenn der Mann ganz offensichtlich recht hat. Später schauten wir dann im Internet nach und da sind wirklich Erhebungen in der Landschaft –  relativ zu Umgebung – bereits ab 160 m (Holland) als Berge definiert. Ich hingegen weigere mich weiter, einen Hügel mit 160 m als Berg zu bezeichnen. 1000 m müssen es schon sein und die Erhebung muss zumindest EINE Gämse beherbergen. Es wäre doch lächerlich, z.B. auch das Burgenland als Land der Berge zu bezeichnen. Auf Burgenlands Hügel verirrt sich höchstens eine Ente.

Der Kuss im Wetterfleck

März 27, 2009 um 10:26 pm | Veröffentlicht in Romantik | 10 Kommentare
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Kuss im Regen

Kuss im Wetterfleck (Foto: Kienesberger)

Du bist so weit weg von mir – Ab wann ist Musik Volksmusik?

März 27, 2009 um 9:57 pm | Veröffentlicht in Musik | 4 Kommentare
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Zufällig stieß ich im Internet wieder einmal auf Hubert von Goisern. Ich vermeide es, ihn im Internet zu suchen, das macht ihn zur virtuellen Person. Viel lieber ist es mir, ihn  selbst in Person in Bad Goisern manchmal zu sehen. Jedenfalls habe ich auf das Link gedrückt, auf dem sein Lied →„Du bist so weit, weit weg von mir“  auf Video gespeichert ist. Es ist ein wunderschönes Lied. Und weil ich mich vor kurzem mit meiner Familie über Volksmusik und die Definition von Volksmusik unterhalten habe, frage ich mich jetzt,  ist Huberts Lied Volksmusik? Nach der Definition, die ich gefunden habe, nicht. Danach ist Volksmusik nämlich Musik, die in einem abgegrenzten Gebiet seit langer Zeit auf die selbe Art und Weise gesungen wird. Ich möchte noch hinzufügen, vom Volk, also von Allen gesungen wird, wie es mit z.B. unseren Jodlern der Fall ist. D.h., fängt auf einer Almhütte einer einen Jodler an, der so einen exotischen Namen tragen kann, wie „Ihn Hansl seina“, fällt ein Großteil der Goiserer Almhüttengäste sofort mit ein und der Jodler wird mehrstimmig gesungen, ohne dass es dazu einer Verabredung bedarf. Auch Chöre, wie der „Männergesangsverein Bad Goisern“ singen diesen und andere Jodler bei Aufführungen oder danach in geselliger Runde.  Huberts Lieder singt nur er selbst. Noch habe ich niemanden gehört, der so ganz locker und einfach im Gastghaus z.B. das ebenfalls wunderschöne „Heastas nit, wia die Zeit vageht?“ gesungen hat. Auch Chöre haben dieses Lied nicht im Repertoir. Solange ein Lied aber nicht von unseren Chören gesungen wird oder von Menschen im Wirtshaus, womit ich nüchternen, schönen Gesang meine und nicht besoffenes Gegröhle, ist das Lied nicht als zur Volksmusik gehörend zu bezeichnen. Daher meine kühne Forderung an Hubert, dass er seine schönsten Lieder endlich frei geben möge. In unseren Herzen sind sie bereits. Sie gehören zu uns, wie da „Kuahmöha“, was als riesiges Kompliment gemeint ist. Dann wird daraus Volksmusik, in vielleicht so 10 oder 20  oder 50 Jahren. Ars longa, vita brevis.

Müssen Frauen auch atmen?

März 14, 2009 um 7:16 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 3 Kommentare
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Heute war ich am Vormittag wieder einmal im Kaffeehaus, trank einen kleinen Braunen und las die Zeitung. Am Nebentisch saßen zwei junge Frauen. Die eine sprach, die andere hörte zu. So weit,  so gut. Aber die Sprechende hörte nicht auf zu sprechen. Eine Stunde lang – dann verließ ich das Lokal – hat sie ununterbrochen geredet.  Mir kam es vor, sie machte nicht einmal eine Atempause. Dazu hatte sie noch eine Stimme, die sehr monoton klang, kein Rauf, kein Runter, sodass das Ganze wie ein einziger Satz klang. Was sie erzählte, bekam ich nicht mit, ich versuchte mich auf meine Zeitung zu konzentrieren. Grauenhaft war es! Bei Männern habe ich so etwas noch nie erlebt. Müssen Frauen nicht ab und zu atmen? Das war der nackte Horror.

Lesung aus meinem neuen Buch

März 4, 2009 um 11:54 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 13 Kommentare
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Ehrlich gesagt, erst aus dem Manuskskript von „Goiserer Pfeffer II“, aber dennoch. Wann? Am Samstag 7.März in Marys Weinstadel in Bad Goisern, ab 20 Uhr, mit uralter alpenländischer Musik in den Pausen.

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