Vogelfänger sind Illuminati?

Mai 17, 2009 um 8:48 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 21 Kommentare
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Nach längeren Beobachtungen bin ich sicher, dass unsere Vogelfänger ein Zweig der Illuminati sind.  Deren Code ist in den Jodlern versteckt so wie in den nachgeahmten Vogelstimmen beim Bewerb anlässlich unserer Gamsjagatage. Wo sonst kann man durch jodeln oder durch das  Nachahmen von Vogelstimmen eine Nachricht unauffälliger verbreiten, als in einem Bierzelt. Ich bin sicher, dass in jedem Bierzelt immer einige Illuminati sitzen und Botschaften empfangen. Ungefähr zu der Zeit, in der die Illuminati in Ingolsstadt gegründet wurden, wurden  Jodler im Salzkammergut, insbesondere in Goisern, verbreitet. Gott, als Heiliger Geist, taucht in der Bibel als Taube (=Vogel) auf. Ist es nicht naheliegend, dass die Vogelfänger so lange jeden Herbst Vögel fangen, bis einer Gott gefangen hat? Was geschieht mit ihm dann? Ich werde weiter berichten, was ich in Erfahrung bringe. Was ist in den tiefen Stollen der Salinen verborgen? Warum ist der Mann im Salz verschwunden? Fragen über Fragen.

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Der Kuss im Wetterfleck

März 27, 2009 um 10:26 pm | Veröffentlicht in Romantik | 10 Kommentare
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Kuss im Regen

Kuss im Wetterfleck (Foto: Kienesberger)

Du bist so weit weg von mir – Ab wann ist Musik Volksmusik?

März 27, 2009 um 9:57 pm | Veröffentlicht in Musik | 4 Kommentare
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Zufällig stieß ich im Internet wieder einmal auf Hubert von Goisern. Ich vermeide es, ihn im Internet zu suchen, das macht ihn zur virtuellen Person. Viel lieber ist es mir, ihn  selbst in Person in Bad Goisern manchmal zu sehen. Jedenfalls habe ich auf das Link gedrückt, auf dem sein Lied →„Du bist so weit, weit weg von mir“  auf Video gespeichert ist. Es ist ein wunderschönes Lied. Und weil ich mich vor kurzem mit meiner Familie über Volksmusik und die Definition von Volksmusik unterhalten habe, frage ich mich jetzt,  ist Huberts Lied Volksmusik? Nach der Definition, die ich gefunden habe, nicht. Danach ist Volksmusik nämlich Musik, die in einem abgegrenzten Gebiet seit langer Zeit auf die selbe Art und Weise gesungen wird. Ich möchte noch hinzufügen, vom Volk, also von Allen gesungen wird, wie es mit z.B. unseren Jodlern der Fall ist. D.h., fängt auf einer Almhütte einer einen Jodler an, der so einen exotischen Namen tragen kann, wie „Ihn Hansl seina“, fällt ein Großteil der Goiserer Almhüttengäste sofort mit ein und der Jodler wird mehrstimmig gesungen, ohne dass es dazu einer Verabredung bedarf. Auch Chöre, wie der „Männergesangsverein Bad Goisern“ singen diesen und andere Jodler bei Aufführungen oder danach in geselliger Runde.  Huberts Lieder singt nur er selbst. Noch habe ich niemanden gehört, der so ganz locker und einfach im Gastghaus z.B. das ebenfalls wunderschöne „Heastas nit, wia die Zeit vageht?“ gesungen hat. Auch Chöre haben dieses Lied nicht im Repertoir. Solange ein Lied aber nicht von unseren Chören gesungen wird oder von Menschen im Wirtshaus, womit ich nüchternen, schönen Gesang meine und nicht besoffenes Gegröhle, ist das Lied nicht als zur Volksmusik gehörend zu bezeichnen. Daher meine kühne Forderung an Hubert, dass er seine schönsten Lieder endlich frei geben möge. In unseren Herzen sind sie bereits. Sie gehören zu uns, wie da „Kuahmöha“, was als riesiges Kompliment gemeint ist. Dann wird daraus Volksmusik, in vielleicht so 10 oder 20  oder 50 Jahren. Ars longa, vita brevis.

Vogelfänger-Aufmarsch, das Brauchtum lebt im Salzkammergut

Oktober 2, 2008 um 8:05 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Vogelfänger-Aufmarsch in Bad Goisern
Vogelfänger-Aufmarsch in Bad Goisern

Die Männer mit dem Grünzeug am Rücken, das sind Vogelfänger, die zum Fest der Volkskultur voriges Wochenende in Bad Goisern aufmarschierten.

Gstanzln, da Bua, des Dirndl, die Alm und die Liab in Bad Goisern

September 16, 2008 um 10:01 pm | Veröffentlicht in Allgemein, Bad Goisern | 5 Kommentare
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Anmerkungen zu Viezeilern und ihrer Bedeutung in unserer näheren Heimat

 

Irgendwann wird sie gefunden werden, die Höhle im Goiserertal, wo zur Steinzeit schon Mammutjäger hausten, die ihre Fellmützen mit Mammutbärten schmückten. Und in dieser Höhle wird man neben einem in den Felsen geritzten Mammut diese Schriftzeichen finden:

„Mammut, Ugudada,

Naga, da sudada,

Nogoro, go roro,

Jagr kogolo, do.”

Dies war das erste Gstanzl in meiner Heimat und wenn man es einst gefunden haben wird, steht fest, dass die Gstanzln die älteste, bis heute erhaltene, kulturelle Tradition sind, die wir in den Alpen kennen.

Übersetzt heißen obige Zeilen in etwa:

„A Mammut hob i daschlogn,

S’woa gonz schwa hoam zum trogn,

Nix gnutzt hot des Beten,

Ihn Jaga hots z’treten.“

 

Dieses Gstanzl wurde in der damaligen Mundart geschrieben, wie sie heute noch in der jeweiligen regionalen Mundart – goiserisch, gosauerisch, ausseerisch, ebenseerisch usw. – gedichtet, manchmal auch aufgeschrieben und vor allem gesungen werden. Von Generation zu Generation werden sie mündlich weitergegeben und beschreiben heute wie damals den Alltag der kleinen Leute in unseren Tälern. Beschrieben wird in ihnen und durch sie alles, was unser Leben ausmacht, Liebe und Verzweiflung, Trauer und Freude, Sehnsucht und Erfüllung, Leben und Tod und immer wieder die Sehnsucht nach dem Berg, dem Dirndl und dem Buam, deren romatischen Absichten die Obrigkeit in Form des Jägers oft durchkreuzen will. Meist aber bleiben er, der kleine Mann, und sie, die kleine Dirn, die Sieger, weil die Liab und die Sehnsucht und die Leidenschaft kann keiner aufhalten, wenn sie echt sind.

 

Was ist nun ein Gstanzl? Das Wort dürfte von italienisch stanza, die Strophe, abstammen. Die freie Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ beschreibt diese Kunstform so: Gstanzln werden vielfach aus dem Stegreif gesungen, in der jeweiligen Mundart gedichtet und vorgetragen. Gute Gstanzlsinger können stundenlang vortragen, ohne sich zu wiederholen. Von der Dichtform her gesehen handelt es sich um Vierzeiler, die häufig in der Form abab oder aabb vorkommen, aber oft auch gar keinen Reim haben, wie die sogenannten Nonsensreime („In Emsee homs a Howossa ghobt, d’Fisch hom von de Bam owagsogt, fürchtet Euch nicht, oba fürchtet Euch nicht“). Musikalisch unterscheiden wir die dazugehörige Melodie des „Landlers“ im 2/4 Takt und des „Steirers“ im 8taktigen ¾ Takt. Die Ausseer kennen dazu auch noch die Melodie des „Waldhansls“ im Walzertakt. Getanzt wird zum Gesang der entsprechende Tanz, der Landler, der Steirer oder der Boarische, wozu bei uns noch die Pernecker Quadrille (Mit’n Kopf zom, mit’n Oasch zom) kommt. Man kann auch umgekehrt sagen, dass zum entsprechenden Tanz die entsprechende Melodie gesungen wird, samt den dazugehörigen Gstanzln. Der wissenschaftliche Überbegriff für das Gstanzl und Kollegen ist „Schnaderhüpfl“, ein Wort, das also auch Gsangl, Gsätzl (Niederösterreich), Stückln, Schnaderhackn (Bayern), Stieglhupfa (Salzburg) oder Lumpenliedli (Schweiz) umfasst.

 

Bis zum 19. Jhdt. dürften die Gstanzln nur mündlich weitergegeben worden sein. Denn schriftliche Aufzeichnungen der Texte sind erst ab diesem Zeitpunkt zu finden. Eine endgültige Aufzeichnung aller Gstanzln wird aber immer unmöglich sein, weil es erstens unzählig viele in unendlich vielen Variationen sind. Und weil zweitens das Gstanzl ein lebendes Kulturgut ist. Im Wandel der Zeit kommen auch heute immer noch neue Gstanzln zu den alten hinzu, neue Lebenssituationen, neue soziale Gegebenheiten und neue wirtschafliche Umstände beschreibend. Es ist eine sehr demokratische Gedichtform, ein jeder kann eine neue Strophe hinzufügen, unabhängig von Rang oder Namen, so wie man auch keinen Rang oder Namen verschonen musse. 

 

Ich habe in meiner Jugend meinen ersten Volkstanzkurs im Saal des katholischen Pfarrheimes gemacht. Gehalten wurde der Kurs vom großartigen Lois Neuper, ein Lehrer, wie man ihn sich beim Volkstanz nur wünschen kann. Er schaffte es auf unnachahmliche Weise, seine eigene Freude am Tanz auf uns zu übertragen und uns dafür zu begeistern, uns, die wir im Radio nur die Beatles und Stones hörten. Danke Lois! Du hast mir etwas Wunderschönes für mein ganzes Leben gegeben. Wie es beim Erlernen des Steirers so ist, muss man dazu auch die richtigen Gstanzln lernen. Das erste Gstanzl, das ich jemals sang, war „Jetzt schmeiß i mein Huat in Bo – und schwimm eam söwa no -, wei mi mei oida Schotz – a neama mog.“ Das ist eigentlich ein recht pessimistisches Gstanzl, das da ein verlassener Bua singt und das jene Lösung beschreibt, die der Goiserer leider oft für seine Probleme anwendet. Wohl an die tausend Mal habe ich diese Zeilen gesungen, an die tausend Mal dazu eine schöne Maid im Takt gedreht, mit ihr das „Fensterl“ und das „Busserl“ geformt und ca. 900 Mal habe ich danach meinen Hut in den Bach schmeißen müssen. Aber „kein Schweiß ohne Preis“, das war damals unser Motto und ist es hoffentlich für die Jugend von heute noch. Ich liebe es jederzeit in geselliger Runde Gstanzln zu singen, und zwischen den einzelnen Strophen nicht zu paschen, weil halt mein Rhythmusgefühl ein anderes ist, als das der Anderen. Und wenn man nicht paschen kann, sollte man es auch nicht tun, so macht man sich beliebter als umgekehrt und darf beim nächsten Mal wieder dabei sein.

 

Eines meiner Lieblingsgstanzln ist dieses: „I bin a lustiga Tonza – I tonz übaroi – Und in Kaisa sein Soi – Tonz i a no amoi“. Jawohl, das sind die richtigen Zeilen für einen Goiserer, der dem Kaiser nicht nur bei der Jagd die Stirn bietet, sondern auch beim Tanz, auf seinem, angeblich des Kaisers eigenem Grund. Und ich habe tatsächlich einmal in seinem Saal getanzt, in Wien, im Fasching, in der Hofburg. Ihr habt nichts versäumt. Sehr feun war es mit feunen Damen und Hörren und stinklangweilig. Ich ziehe jederzeit den Gesangsvereinsball in Goisern einem Ball in der Hofburg vor, obwohl – das Buffet war gratis und nicht schlecht. Aber mit Besenstielen kann man schlecht tanzen und die Differenz zwischen dem Humor der feunen Wiener und unserem – insbesondere im Fasching – möchte ich Klavierspielen können.

 

Bleibt noch die Frage offen, welche Gstanzln es denn nun gibt. Wie schon gesagt, Gstanzln gibt es für jedes Gefühl, wobei das Verliebtsein bevorzugt wird und für jede Alltagssituation, wo die Wilderei ein sehr prominentes Thema bildet. Eine gut verwendbare Einteilung habe ich in dem schönen Buch von Herbert Seiberl und Johanna Palme, „Gstanzln aus dem Salzkammergut – 730 Vierzeiler“ gefunden. Das Buch ist zwar auf die ausseer Volkskulturlandschaft abgestimmt, ist aber auch für Salzkammergütler diesseits des Pötschenpasses sehr nett und lehrreich zu lesen. Die Gstanzln, die ich nun zitiere und wenn nötig auf Goiserer Verhältnisse abwandle, stammen aus diesem Buch, eigentlich aber aus einer jahrhundertalten Überlieferung. Ich selber teile die Gstanzln anders ein als diese Autoren. Zum Beispiel in

1. schräge: Oba Goisan is a lustigs Toi – Still ruht der See. – Gestern homma Griaßnocka ghobt    – Fürchtet Euch nicht.

2. sozialkritische: An Hosn hob i gschossn – Und an zodatn Bock – Für mei Weib zu an Kidl – Und für mi zu an Rock. Offensichtlich war der Sänger so arm, dass er wildern gehen musste, um seine Familie zu kleiden.

Und an Schützn homs gfonga – Und i trau ma’s nit z’sogn – Der hot vorigs Joahr no – In Schulerpack trogn. Auch Kinder mussten durch Wildern schon zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

3. explicit sexuelle: s’Diandl in da Gosaumühl – Laßt in Buam, wonn er will. – Laßt in Buam übersteign – Über ihr Geign. Oder Daß im Woid finsta is – Mochn de Äst. – Und dass d’Fut koane Zähnd nit hot – Des is des best. In der Gosaumühl’ müssen wohl einst mehr Menschen gewohnt haben als heute und lustig muss es dort zugegangen sein. Schade darum. Im zweiten Gstanzl kommt die ewige Angst des Mannes vor der „Vagina Dentata“ zum Vorschein, vor der auch der mutigste Goiserer nicht verschont zu sein scheint. Da macht so ein Lied frei. Kraftvoll und voller Lebenslust sind diese Art von Gstanzln, welche von aktiven Menschen mit einer ungezwungenen Sexualität gesungen wurden. Heute sind sie im Wirtshaus schon fast verschwunden, zu groß war der Einfluß von braven christlichen Lehrern auf die „saubere“ Volksmusik. Wenn ich solche Leute manchmal treffe und spreche, denke ich mir, die vermehren sich durch einen Händedruck. Vielleicht sollten sie wieder mehr alte Weisen singen.

4. Wilderer, Gemsen, Jäger: Grauft hamma, Wildbrat gstohln – Mentscha g’liabt auf da Alm – Gams gschossn in Gebirg – Alles is probiert. Hier ist das männliche alpine Leben, wie es einst war, beschrieben. Raufen, schiessen, lieben – Hemingways gesamtes Werk in einen Vierzeiler verpackt. D’Jagern und d’Hund – Und die langen Stecka – Die kinnan ins kreizweis – In Bugl lecka. Wie es sich gehört für den kleinen Mann, keinen Respekt vor der Obrigkeit. Hätte er alle Vorschriften eingehalten, wären er und seine Familie wahrscheinlich verhungert. Heute habe ich ähnliche Strophen schon gehört, wo der Jaga und sein Hund durch die EU ersetzt werden.

5. Die Alm: s’Diandl in da Alm – tuat an Juhschroa, an halbn – Und den halbn tuat da Bua – Za da Hüttn herzua. Dort obn auf da Alm – Steht a greane Feichtn – Durt gengan die Buam – Zu da Sennarin beichtn. Die Alm, sie ist in den Gstanzln immer der Mittelpunkt des Gspusis, von der Liab, von der Zuneigung zwischen Bua und Dirndl, zwischen Wildschütz und Sennerin. Leider singt keiner etwas über das Elend, das die Sennerinnen befiel, wenn sie schwanger und allein gelassen wurden. Nicht nur vom Kaiser. Ohne Alm geht beim Gstanzlsingen gar nichts, sie ist ein Muss.

6.Ort gegen Ort: Ischla Buam rigelts enk – Goisara Buam prügln en -, nehman Eich d’Menscha weg – und es hobts an Dreck. Zahllose solche Gstanzln gibt es, die die ehemalige? Rivalität zwischen den einzelnen Orten des inneren Salzkammergutes aufzeigen. Manchmal vergleichbar mit dem Brunftschrei eines Hirsches, der den Gegner von der feschen begehrten Jungfer verscheuchen will.

7. Und über allem schwebt die Liebe:

Du broatoaschats Diandl – Di hab i so gern – Und i kinnt wegn dein Broatoasch – Glei a Häuslbrett werdn. Oba Diandl, du liabs – Wonnst du amoi stirbst – Wirst ma du amoi krank – Leb i a neama lang.

Schener Bua, liaba Bua – Kemma muasst überzua – kemma muaßt dann und wann – D’Zeit wird ma lang. Lustig is schon – Wann die Nachtigall singt – Aber lustiga noh – Bald mei rechta Bua kimmt. Wunderschön wird hier die Sehsucht beider Geschlechter nach den anderen beschrieben. Hunderte, wenn nicht tausende Gstanzln beschreiben diese Sehnsucht. Manchmal in zarten Worten, manchmal mit recht derben, aber immer von der wahren Liab getragen. Das gilt bis heute.

Und mir bleibt mir nur noch, eine Einladung zu unserer Landesausstellung in Bad Goisern auszusprechen:

Kehmts her do noch Goisan,

Unsa Ausstellung woat.

Und von enk zu uns her

Is nua a kurz’ Foahrt.

                                                                                                       

Gamsjagatage in Goisern von Krimiautorin besucht

September 1, 2008 um 10:23 pm | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Eine Krimiautorin hat die Gamsjagatage in Goisern am vergangenen Wochenende besucht und dort nachgeforscht, ob sie einen sogenannten Stahel, eine Armbrust, als Tatwaffe in einen Krimi einbauen kann. Sie hat die Waffe sogar selbst ausprobiert und →Bilder vom Versuch ins Internet gestellt. Auf den Krimi bin ich schon gespannt.

Die Armbrust war im Mittelalter eine so furchtbare Waffe und fügte so verheerende Wunden zu, dass sie von der katholischen Kirche verboten wurde.

Weltrekord in Bad Goisern

Mai 5, 2008 um 6:57 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 2 Kommentare
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Der Schuhberg vor dem Heimatmuseum ist fertig. Ein Foto vom unfertigen Berg seht ihr auf einem Foto weiter unten.  Heute haben wir ihn gemessen. Er ist 3,70 Meter hoch. Das dürfte ein Weltrekord sein. Der Schuhberg ist bereits zur Touristenattraktion geworden und wird häufig fotografiert. Jeder Schuh, der sich auf dem Berg befindet ist einzeln angeschraubt worden. Ein kleines Problem dürfte es noch geben, wenn es regnet, da sich Wasser in den nach oben offenen Schuhen sammeln könnte und nicht mehr herausfließt. Von außen kann Wasser den Schuhen nix anhaben, sind ja fast alles Goiserer Bergschuhe. Wieviele Schuhe es sind, ist unbekannt, da sie sehr schwer zu zählen sind. Die sind ziemlich durcheinander montiert. Ich sollte eigentlich das Guinnessbuch der Rekorde anrufen. Weil es wird kaum noch einen anderen Schuhberg z.B. im Kongo, in den USA oder in China geben. Irgendwie hat er auch eine erotische Ausstrahlung und ich bin schon gespannt, wann das erste Pärchen erwischt wird, wie es sich auf dem Gipfel liebt.

Maibaumhochdrückstangenbild

April 30, 2008 um 11:44 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Maibaumaufstellen

Am Höhepunkt (von Gastautorin Tonja Gertogal)

April 30, 2008 um 9:10 pm | Veröffentlicht in Kriminalroman | 2 Kommentare
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Goiserer MaibaumDer Lichtenegger Toni war unbestritten der beste Maibaumkraxler im Dorf. Schon wenn er unten stand, den Kopf gegen die Maibaumspitze hob, und dann einen Moment innehielt, als wüsste er, dass das Gegenlicht seinem Haar einen feierlichen Schimmer verlieh, verstummte das Gemurmel der Menge und selbst die Leute an den Würstelständen verließen ihren Platz in der Warteschlange, um dem Toni beim Klettern zuzusehen. Jeder wusste, was jetzt kommen würde: Der Toni machte es ohne. Ganz ohne Sicherungsseil, im blinden Vertrauen auf seine Muskelkraft würde er auf den Maibaum steigen. Und eins musste man ihm lassen: Es war ein schönes Bild, wenn er mit nacktem Oberkörper Zug um Zug den Baum erklomm, während die Menge gebannt sein Muskelspiel verfolgte. Oben würde er einen Juchzer ausstoßen, der Stolz würde ihm ins Gesicht geschrieben stehen und Bad Serngau würde seinen Stolz teilen, so stolz waren die Bürger, dass dieses Bild schon mehr als einmal im Bad Serngauer Boten erschienen war.

 

Doch als der gute Toni am Morgen des 2. Mai in einer Schlinge von der Maibaumspitze baumelte, den Mund weit offen, eine zerlöcherte Socke am linken Fuß, der Schuh war in die Tiefe gestürzt, war nicht mehr der geringste Stolz in seinem Gesicht. Die Mütter holten die Kinder ins Haus und schlossen die Fensterläden und die Mädchen eilten mit gesenktem Blick am Maibaum vorbei. Dass die Leute den toten Toni so gar nicht anschauen wollten, lag aber nicht daran, dass sie den Anblick von Toten nicht ausgehalten hätten. Im Dorf wurde hin und wieder jemand im Dachboden oder im Wald hängend aufgefunden, daran waren die Bad Serngauer durchaus gewöhnt. Nein, was den Leuten die Schamesröte ins Gesicht trieb, war die Art und Weise, wie der Toni auf dem Maibaum hing: Mit einer großen Beule in der Hose.

 

Er war halt ein Hallodri, sagten die Frauen. Die Erotik des Würgens, sagten die Gerichtsmediziner und nickten wissend, war doch die aphrodisierende Wirkung des Sauerstoffmangels in der medizinischen Lehre bekannt. Und weil sie sich auskannten mit dem Toni, zuerst die Frauen und dann auch die Gerichtsmediziner, wurde er gerichtlich freigegeben und eine Woche später auf dem Bad Serngauer Friedhof beigesetzt, nachdem der Lichtenegger der Kirche eine erkleckliche Summe dafür gespendet hatte, den Selbstmörder ohne Schande zu begraben. Nun ist es aber so mit der Scham: Man möchte gar nicht hinschauen. Je schneller man vergessen kann, desto besser, und so ging das alles ganz schnell und unkompliziert vonstatten und wer in diese ungute Geschichte irgendwie verwickelt war, versuchte wenigstens, sich so zu geben, als handle es sich um eine ganz normale Angelegenheit.

 

Und gerade das kam der Sabine zugute. Wenn die Leute nicht weggeschaut hätten, wäre ihnen aufgefallen, dass die Sabine so arg in ihr Taschentuch weinte, als sie am Grab ihres Toni stand, dass man ihr Gesicht kaum mehr sehen konnte. Und das ist eine alte Geschichte: Wenn man das Gesicht nicht sieht, ist es gar nicht so einfach, Lachen von Weinen zu unterscheiden. Die Sabine stand also im besten Dirndlkleid am Grab ihres Toni und musste aufpassen, dass niemand bemerkte, wie sie in sich hinein lachte. Und weil es auf Dauer nicht möglich sein würde, den Leuten die trauernde Witwe zu vorzuspielen, tauschte sie noch am gleichen Nachmittag das Dirndlkleid mit dem Klettergurt und machte sich auf, um in freier Natur Trost zu finden, wie sie im Dorf verlauten ließ. Dass sie auf der Huttereralm Trost bei einem gewissen Thomas fand, sollten die Leute erst viel später erfahren.

 

Es war der Rudi, der das Gerücht in die Welt setzte und als es einmal angefangen hatte, war es nicht mehr zu stoppen, obwohl der Gedanke schier unglaublich war: Die Sabine, zierlich wie sie war, sollte den Brocken von Toni auf den Maibaum gehängt haben. Nun war es so, dass der Rudi bereits achtzig Jahre alt und bereits etwas vergesslich war. Auch die Augen waren nicht mehr die besten. Aber der Rudi wohnte so nah an der Katharinenwand, dass bisweilen der Steinschlag seinen Gartenzaun zerstörte. Und der Rudi behauptete, dass er Anfang April, kaum sei der Schnee aus der Wand geschmolzen, laut und deutlich vernommen hätte, wie ein Frau unter seinem Fenster mit wollüstiger Stimme gesagt habe, sie werde jetzt die Sterne vom Himmel holen. Dann habe er zwei Schatten zur Wand hinüber gehen sehen. Diese verrückten jungen Leute, habe er gedacht, kraxeln jetzt schon im Dunkeln in der Wand herum, und dann habe er sich niedergelegt. Doch kaum eingenickt, sei er von Schreien geweckt worden. Und im Mondlicht habe er deutlich die Umrisse gesehen: Die Umrisse von zwei Menschen, die in der Wand an Seilen baumelnd, eindeutige rhythmische Bewegungen vorgenommen hätten, das habe er trotz seiner schlechten Augen genau erkennen können.

 

Fast hätte er das wieder vergessen, er sei ja selber einmal jung gewesen und habe Verständnis für derlei Zerstreuung. Aber nach dem Tod des Toni sei ihm wieder in den Sinn gekommen, wie er beim Moserwirt mitbekommen habe, dass die Sabine ihrem Toni tief in die Augen geschaut und ihn dann gefragt habe, ob er sich noch an die Nacht erinnere. Der Toni habe seine Hand auf ihren Schoß gelegt und gesagt, sicher erinnere er sich noch, das sei ja nicht zu vergessen, so ein Erlebnis. Das könne er wieder haben, habe die Sabine dann gesagt, beim Maibaum, da werde er sein blaues Wunder erleben. Der Toni habe daraufhin gelacht und sich auf die Schenkel geklopft und seiner Sabine einen Kuss auf den Mund gedrückt.

 

Weil diese Geschichte gar so undenkbar war, hatte die Gendamerie viel Zeit verstreichen lassen. Doch als die Gerüchte kein Ende nehmen wollten und eine Zeugin angab, in der Nacht vom ersten auf den zweiten Mai zwei Schatten auf dem Maibaum gesehen zu haben, wenngleich sie sich nicht hundertprozentig sicher war, denn diese Nacht war wegen dichter Wolken stockdunkel gewesen, holte die Gendamerie die Sabine aufs Revier: Und siehe da, bald musste sie gestehen. Natürlich, so gab sie zu Protokoll, hatte sie den Toni nicht durch Muskelkraft auf den Baum gehängt. In Erwartung einer Liebesnacht sei er ganz freiwillig mit ihr auf den Baum geklettert und habe begonnen, Sicherungsseile zu befestigen. Und blind in seiner Lust habe er auch nicht bemerkt, dass die Sabine am Baum ein Seil befestigt hat, das kein Kletterseil war. Bestimmte Griffe, sie kenne ja ihren Toni, hätten ihn dann vorzeitig so außer Rand und Band gebracht, dass es ein Leichtes gewesen sei, ihm den Hals um die Schlinge zu legen und ihn vom Baum zu stoßen. Es sei ihr ja nichts anderes übrig geblieben, denn die Nachrede im Dorf habe sie nicht mehr ausgehalten, seit die Huberin ein Kind vom Toni unter ihrem Herzen trage, während sie selber, wie ja allgemein bekannt sei, kinderlos bleibe: Der Toni sei ja so ein Hallodri gewesen.

 

 

Maibaum in Bad Goisern

April 30, 2008 um 7:44 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 4 Kommentare
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Goiserer MaibaumKomme gerade zurück vom Maibaumaufstellen. Wieder nix. Jedes Jahr komme ich zu spät, um eine der Stangen zu erwischen, mit denen man den Maibaum aufstellt. Konnte aber gute Fotos machen und werde eines hier hereinstellen, sobald ich weiss, wie man das macht.-Zwei Tage später: Hurra, jetzt weiß ich es.

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