Das Märchen von den Trüfö-Weibern

Juni 4, 2009 um 9:48 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 20 Kommentare
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Eines der Märchen in meinem neuen Buch behandelt die Trüfö-Weiber. Das sind solche Frauen, die gerne tratschen und schwätzen („trüfön“ auf Goiserisch):

Das Märchen:  Am Sonntag Vormittag ging die Zenzi in die hl. Messe. Nackt war sie, bis auf ein kleines schwarzes Höschen, das ihren drallen Popo bedeckte. Ihr linkes Auge war blaugeschlagen und sie roch stark nach Schnaps. Sie ging auch beichten und zur Kommunion. Nachdem der Pfarrer seine Schäfchen gesegnet hatte, verließ sie die Kirche und ging eilenden Schrittes nach Hause, ohne jemanden eines Blickes zu würdigen. Auch Resi, Fini, Mizzi, Christl, Penthesilea und Ferdinandine, die einen von Natur aus böse, die anderen alte vertrocknete Jungfern, hatten an der Messe teilgenommen und standen nachher noch lange am Kirchenplatz zusammen um das eine oder andere zu bereden. Dabei fiel kein Wort über die Zenzi.

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Müssen Frauen auch atmen?

März 14, 2009 um 7:16 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 3 Kommentare
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Heute war ich am Vormittag wieder einmal im Kaffeehaus, trank einen kleinen Braunen und las die Zeitung. Am Nebentisch saßen zwei junge Frauen. Die eine sprach, die andere hörte zu. So weit,  so gut. Aber die Sprechende hörte nicht auf zu sprechen. Eine Stunde lang – dann verließ ich das Lokal – hat sie ununterbrochen geredet.  Mir kam es vor, sie machte nicht einmal eine Atempause. Dazu hatte sie noch eine Stimme, die sehr monoton klang, kein Rauf, kein Runter, sodass das Ganze wie ein einziger Satz klang. Was sie erzählte, bekam ich nicht mit, ich versuchte mich auf meine Zeitung zu konzentrieren. Grauenhaft war es! Bei Männern habe ich so etwas noch nie erlebt. Müssen Frauen nicht ab und zu atmen? Das war der nackte Horror.

Wenn Frauen zu weit gehen

Februar 27, 2009 um 10:23 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 10 Kommentare
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Emanzen die zu weit gehen

Emanzen die zu weit gehen

eine meiner Supernichten umsegelte Kap Horn

November 16, 2008 um 3:24 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 5 Kommentare
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Gratuliere, sie hat es geschafft. die Nichte ist rund ums Kap Horn gesegelt. Ein Wahnsinn, diese Frau.  Und gestern konnte mich hier in Goisern eine Tussi wieder nicht grüssen, weil ihr Mann Prokurist ist.  Das zählt anscheinend. Manchmal denke ich, ich spinne. Oft könnte ich darüber lachen, wenn die dazugehörigen Gesichter nicht so blöd und stumpf wären, und das ist traurig.

Jedenfalls lebt jetzt Nichte in Argentinien und schlägt sich mit Bravour. Und ich bin stolz auf sie. Hoffentlich ist ihr nicht zu kalt. Das Foto mit dem Schnee am Segelschiff war schon wild. Weiterhin alles Gute, liebe Nichte.

Ihre täglichen Berichte und bilder findet ihr hier rechts unten unter dem Link „thewritingyak“.

Samstag Vormittag im Lebensmittelgeschäft

November 4, 2008 um 10:14 pm | Veröffentlicht in Aus meinem neuen Buch | 3 Kommentare
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Im Konsum-Geschäft

 

Im Lebensmittel-Supermarkt herrschte dichtes Gedränge vor der Kasse. Eine lange Schlange hatte Zahlungswilliger hatte sich gebildet. Es war Samstag Vormittag und es schien, als befände sich jede Frau von Goisern im Laden und vor der Kasse. Plötzlich ein Schrei:

“Lassen Sie mich vor, mein Mann hat einen BMW“.

 Kurze Stille – dann ertönte ein zweiter Ruf:

„Mein Mann hat einen Mercedes, lassen Sie MICH vor“.

„Nein; lasst MICH vor, mein Freund hat viel Geld.“ rief eine dritte Stimme.

Ein fürchterliches Durcheinander von Stimmen entstand vor der Kasse, jede wollte vorgelassen werden.

„Mein Mann ist Apotheker“,

„Mein Mann ist Lehrer“,

„Schleichens Ihna, mein Mann ist Schuldirektor“,

„Und mein Mann ist im Gemeinderat“,

„Der kommt am Samstag Abend immer zu mir, hahaha“,

„Mein Mann ist schon einmal nach Kuba geflogen“,

„A Kommunistin! Sie lassen’s uns alle vor“,

„Genau, lassen Sie MICH vor, mein Mann ist Arzt“,

„Mein Freund ist Priester“, wagte sich sogar eine aus der Deckung, nur um vorgelassen zu werden.

„Und mein Kind ist von ihm“, schrie eine schon ganz Hysterische, verstummte aber sofort wieder, erschrocken über ihr eher unfreiwilliges Outing.

Eine Ausländerin, wahrscheinlich eine Ischlerin, wollte auch bemerkt werden: „Mein Mann ist der Mann einer Ärztin mit Doppeldoktorat,“ rief sie, konnte sich aber gegen den Lärm nicht durchsetzen. Da liess sie den Einkaufswagen stehen und ging an der Kasse vorbei zum  Ausgang.

Während all die anderen Damen schrieen, stritten und durcheinander redeten, ja, sich sogar gegenseitig an den Haaren zogen, sagte die Frau des Tischlermeisters zur Buchhändlerin:

„Gehen Sie doch vor, auf sie warten zu Hause Kinder. Die sind bestimmt schon hungrig.“

„Danke“, sagte die Buchhändlerin, „das nächste Mal lasse ich Sie vor“.

Sie zahlte und verließ das Geschäft. Die Tischlermeistergattin stieg über die schon am Boden raufenden Frauen und kam als nächste dran.

Das Märchen von der eleganten Goiserin

Oktober 2, 2008 um 7:46 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 1 Kommentar
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Als sie das Café Maislinger betrat, schien es, als würde den anwesenden Männern die Augen aus dem Kopf fallen. Sie war eine Frau wie aus dem Modejournal oder einer dieser Promizeitschriften. Die Hosen ihres dunkelblauen Hosenanzuges umfassten ihren Po wie eine zweite Haut, das Sakko schmiegte sich eng an ihren Oberkörper und war in der Taille so eng geschnitten, dass ihr schmales Becken breit erschien. Ihre Beine waren schlank und lang, ihr langes Haar fiel in lockeren Wellen auf ihre perfekten Schultern. Ihre Oberweite war gerade richtig, nicht zu klein, aber auch nicht so groß, das es ordinär ausgesehen hätte. Der Ausschnitt ihrer Bluse lies mehr erahnen als er zeigte. Sexy und keusch in einem, die perfekte Kombination, die Männer so verrückt macht. Den eleganten Hut hatte sie ein wenig in ihre hohe Stirn gezogen, ihre blauen Augen funkelten wie Diamanten darunter hervor. Die hohen schwarzen Stöckelschuhe konnten nur von Prada sein. Die Finger ihrer linken Hand, mit den grellrot-lackierten Nägeln, spielten mit einem BMW-Schlüssel.

Die Frau betrat nicht den Raum, sie schritt hinein. Langsam drehte sie ihren hübschen Kopf von einer Seite zur anderen und blickte herum, als ob sie jemanden suchen würde. Dann öffnete sie ihre blutroten Lippen, zwischen denen ihre schneeweißen Zähne hervorblitzten, und sie sprach für alle hörbar: „Leck mi in Oasch, er is no nit do, do konn i schnell noch brunzn geh’n“.

Das Märchen vom unwiderstehlichen Charme des Goiserers

Oktober 1, 2008 um 10:03 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | Hinterlasse einen Kommentar
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Ein Goiserer sitzt an der Bar, im „Dischgu“, das Lokal mit dem wohl nettesten Wirte-Ehepaar, das man sich vorstellen kann. Am Tisch, seitlich der Bar, sitzt eine einsame Frau.  „Boa, is de geil“, denkt sich der Goiserer. „Verdammt, wie gerne würde ich sie  jetzt ansprechen …aber was sage ich bloß? Ich bin so verdammt schüchtern und jedes mal, wenn ich eine Frau anspreche, erzähle ich nur lauter Blödsinn … hmm … ich weiß, ich sag ihr, dass ich mich auf den ersten Blick in sie verliebt habe … nein … lieber nicht, sonst lacht die mich auch noch aus … vielleicht sollte ich ihr einen Drink spendieren und der Rest läuft dann von alleine? Oh Gott, was soll ich bloß tun?“

In diesem Moment steht die Frau auf und verschwindet. „Naja … dann hat sich das Problem eben wohl von selbst erledigt. Ist vielleicht auch besser so“, denkt er. Jedoch nach einer Weile kommt die Frau zurück und setzt sich wieder an den Tisch.

„Sie ist wieder da! Das ist es! Das muss ein Zeichen sein! Wir sind füreinander bestimmt. Ich spreche sie jetzt einfach an, hoffentlich fällt mir etwas Gescheites ein. Ok Alter, jetzt reiß dich zusammen und los!“ Er trinkt schnell noch ein Stamperl um sich Mut zu machen, fährt sich rasch durch die Haare, zieht den Bauch ein, drückt die Schultern nach hinten, setzt sich zu der Frau und frägt: „Und? Woast scheißn?“

Frau Huber und der Duft der Rosen

Juli 14, 2008 um 7:57 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 2 Kommentare
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Duftende Rosen

 

   Mit einem tiefen Seufzer wendete sich Frau Huber von ihren Rosen ab. Schon wieder war eine eingegangen. Sie wusste nicht mehr, ob sie gestern vergessen hatte, die Rosen zu gießen oder nicht. Das Gedächtnis ließ sie in letzter Zeit so oft im Stich. „Man sollte halt nicht alt werden“, murmelte sie vor sich hin, „wenn man noch für jemanden sorgen muss, wie ich für meine Rosen. Habe ich den Garten heuer überhaupt schon gedüngt und heute gegossen?“

    Frau Huber war 90 Jahre alt geworden, sie fühlte sich noch gesund, aber immer etwas müde. Einsam war es um sie, seit ihr Mann, der Gustl starb. Das war jetzt schon mehr als 10 Jahre her. Aber auch mit ihm war das Leben nicht sehr abwechslungsreich gewesen. Er hatte zu sehr für seine Arbeit gelebt und seine Frau vernachlässigt. Dabei hat sie sich immer so sehr nach etwas Zuwendung gesehnt. Aber all die Jahre ihrer Ehe hat der Gustl kaum mit ihr gesprochen, außer übers Büro. 60 Jahre musste sie das aushalten, Büro, Büro. An nichts anderes hat er gedacht. Wenn er am Wochenende einmal nicht im Büro war, so sprach er darüber. Egal wo es war oder mit wem er zusammen war, ständig kam sein Gespräch auf das Büro.

   Mit der Zeit wurde es so arg, dass die Leute im Ort ihm schon den Spitznamen „Büro“ gaben. Wie geht’s dem Büro fragten sie einander, wenn sie wissen wollten, wie es Gustl geht. Oder sie sagten zueinander, wenn sie ihn sahen, da kommt der Büro. Es kam so weit, dass die Leute, auch die Freunde, seinen Namen vergaßen und wenn er nicht dabei war, über ihn nur noch als „der Büro“ sprachen. Mit ihm selbst sprachen sie ohnehin nur selten, weil er immer im Büro war. Und wenn sie ihn trafen, genügte die Anrede mit Du oder he Du oder Du, he. Ansonsten aber wagte keiner ihn direkt mit Büro anzusprechen, weil sie alle doch viel Achtung vor ihm hatten. Dadurch, dass er so viel arbeitete, hatte er nämlich keine Zeit Geld auszugeben und er verdiente recht gut. So konnte er bald nach der Hochzeit ein Haus mit einem schönen Stück Grundstück rundherum kaufen. Er überließ es seiner Frau, es einzurichten. Nur zu teure Sachen verbot er ihr zu kaufen. Gustl wollte aber, dass sie sich im Haus wohl fühlte. So drückte er seine Liebe zu ihr aus, eine andere Möglichkeit hatte er nicht.

    Sie kümmerte sich um den Haushalt, weil arbeiten kam damals für Frauen nicht in Frage, und sie las viel. Den einzigen Luxus, den sie sich gönnte, war Parfüm. Irgendwann hatte sie sich in die Sorte „La Rose rouge“ verliebt und seither hatte sie stets einen kleinen Vorrat davon im Haus. Und jeden Morgen, nach dem Duschen, sprühte sie sich damit ein so dass bald nicht nur sie sondern das ganze Haus danach roch. Und sie liebte es, das duftende Haus, Gustl aber war es egal, wahrscheinlich hat er das ganze Leben keinen Duft wirklich bewusst wahr genommen.

   Frau Huber hätte gerne Kinder gehabt. Aber da war dieses verfluchte Büro. Büro, Büro, Gustl hatte nichts anderes im Kopf. Anfangs hatte sie noch versucht, ihn zu verführen, bereitete Abendessen bei Kerzenlicht zu, spielte auf dem CD-Player romantische Musik dazu und kaufte sich auch aufreizende Wäsche. Nichts hat es genützt. Der Gustl war immer von der Arbeit müde, ging bald ins Bett, nachdem er zu Abend gegessen hatte und schlief immer gleich ein. Wenn er aufwachte, dachte er schon wieder ans Büro. Nach einigen Jahren hatte sie aufgegeben und sich von ihrem Kinderwunsch getrennt. „Der liebe Gott will es halt nicht, dass ich Kinder bekomme“, sagte sie sich. Weil eine gläubige Frau, das  war sie und daher kam es ihr auch nie in den Sinn, Gustl zu betrügen.

    Als sie einmal sah, wie die Nachbarin in ihrem Garten Rosen pflanzte, verliebte sie sich in diese Blumen. „Solche möchte ich auch“, dachte sie. Und als sie Gustl gegenüber ihren Wunsch äußerte, brummte dieser nur, sie solle sich halt auch einen Garten anlegen. Er aber könne sich nie darum kümmern, weil er müsse im Büro arbeiten.

    Und so legte Frau Huber auf dem kleinen Grundstück vor ihrem Haus einen kleinen Rosengarten an. Die Rosen waren ihre Kinder. Von allen Farben hatte sie einen Strauch. Den schönsten Blumen gab sie Namen, wie sie sie ihren Kindern gegeben hätten. Und so wuchsen jeden Frühling eine Cupido, die sie Franz, eine Aglaia, die sie Gretl, eine Chloris, die sie Hans, eine Aurora, die sie Christl und eine Penelope, die sie Judith nannte, in ihrem Garten. Diesen ließ sie alle Liebe über die sie verfügte zukommen. An keinem Tag in Jahrzehnten vergaß sie, die Rosen zu gießen, sie zurechtzustutzen, wenn sie überwuchsen, sie zu düngen mit dem besten Dünger, den sie erhalten konnte und mit ihnen zu reden. Mit Franz, Gretl, Hans, Christl und Judith fing sie mit der Zeit sogar zu sprechen an, wie mit richtigen Kindern. Sie streichelte sie jeden Tag und sprach mit ihnen über Freuden und Sorgen, wie sie das Leben so mit sich bringt. Und manchmal war es ihr, als würden die Rosen antworten. Das war dann ein besonders schöner Tag für sie. Mit der Zeit wurde ihre Rosenzucht im ganzen Ort bekannt, denn durch die tägliche zärtliche Beschäftigung mit ihren Lieblingen wurden ihre Rosen die schönsten im ganzen Tal. Sie freute sich, wenn man ihre Rosen lobte, so wie sich eine Mutter freut, wenn man Gutes über ihre Kinder sagt.

    Jahre und Jahrzehnte verrannen. Sie pflegte ihre Rosen, Gustl arbeitete im Büro. Als er in Pension ging, richtete er sich im Haus ein Büro ein. Dort verbrachte er seine Tage mit alten Akten, die ihm ehemalige Arbeitskollegen manchmal vorbeibrachten. Seine Arbeit war zu nichts mehr nütze, aber er empfand tiefe Befriedigung einfach im Öffnen eines Aktes und dessen Studium. Dadurch kamen sich Frau Huber und ihr Mann auch im Alter nicht näher. Und vor 10 Jahren ist er dann gestorben. In seinem Büro hatte sie ihn tot aufgefunden, den Kopf am Schreibtisch liegend. Herzinfarkt, hatte der Arzt ihr gesagt, er hat zu viel gearbeitet.

    Und so hat Frau Huber ihre Liebe noch mehr ihren Rosen zugewendet. Manchmal dachte sie, sie könne sogar die Generationen der Rosen aufzählen, wie sie sonst Kinder, Enkel und Urenkel hätte aufzählen können, hätte der Gustl nur gewollt. Aber mit zunehmenden Alter wurde die Sorge um ihre Lieblinge immer größer. „Vergesslich bin ich geworden“, flüsterte sie manchmal vor sich hin, „vergesslich! Was soll nur aus meinen Lieblingen werden, wenn ich einmal alles ganz vergesse? Wenn ich sie zu düngen vergesse und zu gießen? Verhungern werden sie und verdursten. Nein, das möchte ich nicht mehr erleben, ach wenn mich der Herrgott doch endlich zu sich nehmen würde. Dann würde sich jemand anderer um meine Rosen kümmern. Wahrscheinlich ihre Nichte, dafür würde sie ihr Haus erben“.

    Dennoch hielt sie noch einige Jahre durch, wurde aber vergesslicher und vergesslicher. Als sie dann eines Tages sehen musste, wie eine der Rosen, es war Franz, die Cupidorose, verdorrt war, begann sie ganz fürchterlich zu weinen. „Aus ist es, aus ist es“, schluchzte sie, „es ist Zeit zu gehen und die Pflege anderen zu überlassen. Aber ein letztes Gutes kann ich meinen Kindern noch tun“.

    Und eines Tages war Frau Huber verschwunden. Nachbarn und entfernte Verwandte suchten nach ihr, aber vergebens. Monatelang forschte auch die Polizei nach ihr, national und international, aber nach einigen Monaten musste auch sie die Suche ergebnislos abbrechen. Frau Huber wurde aufgrund ihres hohen Alters bereits nach kurzer Zeit für tot erklärt. Die Nichte erbte ihr Haus samt Garten und Rosen. Und diese Rosen blühten in diesem Sommer schöner als je zuvor, herrlicher als jede andere Rose im Tal, nachts schienen sie zu leuchten. Von weit her kamen die Leute, um dieses kleine Rosenwunder zu bestaunen. Und einmal beugte sich eine Besucherin ganz tief zu einer besonders schönen Rose hinunter, sog den Duft ein und sagte: „Die duftet wie mein Parfüm. „La Rose rouge“, welch ein Zufall“.

    Frau Huber aber wurde nie gefunden. Es war eine recht schwere Arbeit für sie gewesen, Rasenstücke mit den Rosen darauf auszustechen, sich in die Grube zu legen und die Rasenstücke mit den Rosen über sich zu ziehen. Ihr Erstickungstod war sehr qualvoll gewesen. Und dennoch hat sie beim letzten Atemzug gelächelt. Weil sie wusste, dass ihre Rosen jetzt den besten Dünger hatten, den es gab.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Abseits stehen Frauen nicht mehr im Abseits

Juni 15, 2008 um 8:57 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Unglaublich, aber wahr. Es gibt eine Frau, die versteht mehr vom Abseits als ich, der ich ein Mann bin. Frauen erobern die letzten Domänen von uns Männern. Was uns jetzt noch bleibt, ist als Knabe Karl May lesen, Pfeife rauchen, Vogelfangen im Salzkammergut, Spinnenfangen, das Race across America  und Thaiboxen. Diese Frau, die sich ansonsten mit dem Schreiben von Krimis befasst, hat sogar eine Internetseite gefunden, auf der das Abseits erklärt wird und auf der ein Abseitsquiz ist, mit 5 Abseitsbeispielen und-fragen. Ich verliere jedesmal dabei, weiß aber nicht, ob ich nur eine oder alle 5 Fragen falsch beantwortet habe. Das zeigt der Quiz nicht her. Also Männer, lernt die Abseitsregeln genauer, sonst könnt ihr nicht mehr auf den Fussballplatz mit Begleitung. Lernen könnt Ihr →hier.

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