Wie sich das Christkind einmal etwas zu Weihnachten wünschte

Dezember 20, 2009 um 10:57 am | Veröffentlicht in Allgemein, Bad Goisern | 5 Kommentare
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Wie sich das Christkind einmal zu Weihnachten etwas gewünscht hat

 

Gleich neben der Fleischerei Forstinger befindet sich ein kleiner Garten. In diesem Garten steht ein hölzernes Gartenhäuschen nach alter Goiserer Art. Handgemacht und reichlich mit Schnitzereien verziert. Im Sommer blüht vor diesem Häuschen der schönste Goldflieder-strauch weit und breit und erfreut jeden, der daran vorbeigeht. Das Häuschen selbst spendet Schatten, dem der sich hineinsetzt, was naturgemäß die dort arbeitenden Fleischer mit einem kühlen Gösserbier zur Mittagszeit tun. Ein merkwürdiger Friede legt sich dann über sie, der aber nicht von der Flasche Bier stammt, die sie genüsslich trinken, sondern von etwas ganz anderem.

Das Häuschen ist nämlich nur elf Monate im Jahr ein gewöhnliches Gartenhäuschen. Mit Beginn der Adventzeit aber verwandelt es sich in ein Weihnachtsgeschäft für Heilige und andere Menschen, die nach ihrem Tod in das Himmelsreich aufgenommen wurden. Das kann doch nicht sein, sagt ihr, das hätte ich doch bemerken, hätte ich doch sehen müssen. Ihr könnt das himmlische Weihnachtsgeschäft im Garten aber nicht sehen, weil es für die Augen von Erwachsenen als ein solches unsichtbar ist und für Erwachsene auch im Dezember wie ein gewöhnliches, schneebedecktes Gartenhäuschen aussieht. Nur Kinder können es sehen, Kinder die sehr, sehr brav sind, ein Herz aus Gold haben und eine gute Tat vollbrachten, kurz bevor sie daran vorbeigehen. Das sind nur wenige Kinder. Und wenn dann diese den Erwachsenen erzählen, dass sie beim Forstinger im Garten ein goldenes, himmlisches Weihnachtsgeschäft gesehen haben, glaubt ihnen das keiner, weil es so wunderbar ist. Und Erwachsene glauben nicht mehr an wunderbare Dinge, daher können sie diese auch nicht sehen. So reden sie den Kindern ein, sie hätten dies alles nur geträumt und die Kinder scheuen sich daher, davon weiterzuerzählen, glauben mit der Zeit selbst an einen Traum und daher weiß niemand in Goisern von diesem Geschäft. Dennoch existiert es.

In diesem Geschäft also kaufen die Heiligen zu Weihnachten Geschenke ein. 1 kg Glück z.B., das kostet zwei Eimer Myrrhe oder zwei Löffel Weihrauch. 1 Liter Vertrauen kostet in etwa das selbe. Lächeln ist teuerer. 1 Meter Lächeln kostet an die 3 Goldbarren, weil zufriedenes, ehrliches Lächeln so selten geworden ist. Zufriedenheit war heuer schnell ausverkauft, weil die Weltwirtschaftskrise auch am Himmel nicht spurlos vorbeiging. Irgend so ein Investmentbanker, der irrtümlich in den Himmel kam, hat es auch da oben nicht bleiben lassen können und 44 Milliarden Sterne und Planeten an den Teufel verzockt. Und da wurde auch die Zufriedenheit im Himmel weniger. Es dauert nämlich mehr als zwei Ewigkeiten, manchmal sogar drei, bis diese Sterne und Planeten wieder nachwachsen. Heiligenscheine gibt es derzeit im Überangebot, weil die alten Heiligen haben schon einen und neue Heilige werden immer seltener, seit die Menschen lieber die Börsennachrichten lesen, als die Bergpredigt unseres Herrn. Sehr teuer ist in letzter Zeit die gute, dauerhafte Beziehung geworden, die kostet mittlerweile schon mehr als 10 Esslöffel Weihrauch. Und so können die Himmelsbewohner zur Adventzeit in diesem kleinen Weihnachtsgeschäft alles kaufen, was denjenigen, der das Geschenk erhält, glücklich und zufrieden macht.

Voriges Jahr aber kam wieder das Christkind mit seiner Mutter Maria an diesem Geschäft vorbei und sah mit traurigen Augen die vielen herrlichen Sachen in der Auslage. – „Mutter“, sagte es, „immer muss ich schenken und nie bekomme ich etwas. Ich möchte auch einmal ein Weihnachtsgeschenk erhalten. Und wenn es nur ein ganz kleines ist.“ – „Aber Kind,“ antwortete die Mutter Maria, „dein Geschenk ist, dass du Gottes Kind bist, ist dir das nicht genug?“ – „Nein, das ist mir nicht genug,“ erwiderte – ganz gegen seine Gewohnheit – das Christkind, „ich möchte heuer auch ein Geschenk.“ – „Aber du weißt doch, dass ich nichts mehr kaufen kann, weil ich die ganze Myrrhe und unseren ganzen Weihrauch ausgegeben habe, um für den hl. Josef einen Meter unendliche Liebe zu kaufen und jetzt habe ich nichts mehr, als“ – und sie kramte mit ihrer rechten Hand in der Rocktasche – „als dieses Körnlein Weihrauch und darum bekommen wir kaum etwas.“ – „Lass es uns doch versuchen,“ gab das Christkind nicht auf, „gehen wir in das Geschäft und fragen wir, ob es nicht doch etwas für ein Körnchen Weihrauch gibt.“ Und weil es Angst hatte, auch heuer kein Geschenk zu bekommen, begann es leise zu weinen. Die Tränen benetzten sein weißes Kleid und seine goldenen Flügel hingen traurig herunter. Da gab Maria nach. „Komm, sagte sie, vielleicht bekommen wir doch noch ein kleines Geschenk für dich“, nahm es an der Hand und betrat mit ihr das Weihnachtsgeschäft.

Hinter dem Ladentisch stand der hl. Martin, ein wohlgenährter freundlicher älterer Herr. „Grüß Gott“ sagte er, „nur hereinspaziert, was darf es denn sein?“ – „Nun ja,“ meinte Mutter Maria, „ich weiß auch nicht genau, wir haben ja nur noch ein Körnlein Weihrauch und können daher gewiss nicht sehr wählerisch sein. Aber mein Kind wünscht sich so sehr ein Geschenk. Vielleicht hast du noch eine ganz kleine Kleinigkeit, die nicht viel kostet, aber dennoch Freude bringt?“ – „Na ja,“ sagte der hl. Martin mir seiner tiefen Stimme „da hätte ich schon was, aber es ist halt wirklich sehr, sehr klein.“ – „Das macht nichts,“ antwortete Maria, „auf die Größe kommt es sicher nicht an. Was ist es denn?“ – „Ich habe da noch 1 Sekunde Weltfrieden, der Rest ist schon verkauft. Weiß auch nicht wieso, da kaufen sich die Leute immer haufenweise Weltfrieden und dann werfen sie ihn fort, weil sie nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Aber, wie gesagt, eine Sekunde habe ich heuer noch.“ – „Ja, die nehmen wir“, riefen Christkind und seine Mutter Maria gleichzeitig. – „Juchhu, ein Geschenk für mich, ein Geschenk für mich, ach wie ich mich freue,“ stieß das Christkind ganz erregt hervor und gab Maria ein Busserl auf die Wange. – „Danke, liebe Mutter, du machst mir eine riesige Freude. Bitte bitte hl Martin, ich möchte den Weltfrieden sofort und sogleich haben.“ – Der hl. Martin nahm das kleine Stück Weltfrieden vom Haken, der an der Wand hinter ihm befestigt war, packte es in Himmelspapier ein und überreichte es dem Christkind. Dieses begann vor Freude über sein allererstes Geschenk zu strahlen, zu funkeln und zu leuchten – und dann geschah es:

Auf der ganzen Erde kehrte für eine Sekunde der Weltfriede ein.

Der Bäcker Kurt, der sich gerade grantig niederlegen wollte, überlegte es sich und gab seiner Frau Berta einen Kuss. Und weil diese in dieser Sekunde ihrem Mann auch einen Kuss geben wollte, trafen zwei Küsse aufeinander und es gab einen Schmatz, wie wenn ein Autoreifen platzt.

Der Moserwirt war gerade beim Getränkekarteschreiben, hielt einen Augenblick inne und sagte zu sich: „1,90 für den kleinen Braunen tut es auch und für ein Achterl vom Guten genügen 1,50 Euro.“ Gott sei Dank war dann die Sekunde vorbei, weil sonst hätte er gar noch das Krenfleisch auf unglaubliche 1,20 Euro herabgesetzt und dann würde es den Moserwirt nicht mehr lange geben.

In Houston, Texas, sollte ein Mörder auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden, doch fiel in dieser Sekunde der Strom aus. Das war ein Glück, weil noch eine Sekunde später kam der Anruf vom Gouvernor, dass der Hinzurichtende unschuldig sei und unverzüglich entlassen werden sollte.

In Bagdad hatte eine Bombe am Marktplatz eine Fehlzündung.

In Afghanistan verhinderte ein plötzlich aufkommender Sandsturm den Angriff der Taliban auf einige amerikanische Soldaten, oder war es umgekehrt? Das konnte man im Sandsturm nicht genau erkennen.

In Mittelamerika hörte plötzlich der sintflutartige Regen auf, der seit Wochen niederprasselte und tödliche Überschwemmungen verursachte.

Im österreichischen Parlament gab die grüne Chefin dem HC Strache die Hand. Bevor sie ihn auch noch küssen konnte, war die Sekunde aber vorbei.

Der Bundeskanzler sagte zum Vizekanzler, „fesch sans heit Herr Pröll, hobns obgnuma?“

In Äthiopien begann es nach 3 Jahren Dürre plötzlich zu regnen.

Alle Gewehre und sonstigen Schießapparate auf der Welt, aus denen gerade geschossen werden sollte, versagten den Dienst.

Der Goiserer Bürgermeister wurde von seinem Vize, Ing. Siegel, aus Dankbarkeit für irgendwas umarmt.

Der Wildschütz Hias Sonnseitna wurde von der Kugel des Jägers Sepp Schießer verfehlt.

Im Gasthaus „Dischgu“ rief der Wirt plötzlich laut aus.“Die nächste Lokalrunde geht auf mich“.

Eine Mutter und ein Vater fanden ihr Kind, das sich verlaufen hatte.

Und die Mutter Maria sagte zum Christkind: „Im nächsten Jahr werde ich bei anderen Geschenken sparen, vielleicht kann ich dir dann sogar eine Minute Weltfrieden kaufen.“

Und darauf, liebe Leute, sollten wir hoffen.

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Seppi im Krieg

Mai 24, 2008 um 6:47 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 1 Kommentar
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Der kleine Seppi im Krieg

Der nächste Planet war der Irak. Der kleine Seppi landete inmitten einer grossen Stadt, die zerstört und verwüstet war. Er konnte ihre einstmalige Schönheit erkennen, die Gebäude

waren in einem fremdartigen aber ihn ansprechenden Stil gebaut. Auf seinem kleinen Planeten baute man anders. Aber das einzige Gebäude auf seinem Planeten war ja auch nur ein Vulkan. und es ist gar nicht sicher, dass ein Vulkan auch ein Gebäude ist. Aber weil vor dem Vulkan die schöne Rose stand, war es für ihn ganz leicht, den Vulkan als Gebäude anzusehen. Standen denn nicht auch in den Städten der Menschen Bäume und Blumen immer vor Gebäuden?

Der erste Bewohner vom Planeten Irak den er traf, war sonderbar gekleidet. Vom Gesicht war fast gar nichts zu sehen. Der Mensch hatte einen grossen blechernen Topf aufgesetzt, der sein

Gesicht fast bis zu den Augen verdeckte. Die Augen waren hinter einem Stück durchsichtigem Etwas verborgen, das in einer Art Rahmen steckte. Das Kinn war durch einen Riemen hochgeschnürt, der den Blechnapf am Kopf festhielt. Dadurch konnte der Mensch nur schwer sprechen. Er trug auch keine Hose sondern eine dunkelgrüne Jacke mit braunen Flecken, die direkt in eine Hose gleicher Farbe überging. Wie kann man eine Hosenjacke nur anziehen und wie kann man damit nur scheissen, fragte sich der kleine Seppi ganz leise, weil er sich vor dem Menschen ohne Gesicht doch ein wenig fürchtete. Auf meinem Planeten, da sind sie getrennt, Hose unten, Jacke oben. und wenn es heiss ist, ziehe ich die Jacke aus und gieße die Rose mit nacktem Oberkörper. Der Rose macht das nichts, die freut sich über das Wasser bei der Hitze und dass ich für sie sorge, ganz egal wie ich aussehe. Dieser Mensch müsste bei Hitze in seinem kühlen Haus bleiben, weil er die Jacke nicht ausziehen kann, und die Rose müsste verwelken. Da ist es mir schon lieber, nicht so angezogen zu sein, wie die Menschen, dachte der kleine Seppi weiter, weil sonst müsste meine Rose sterben obwohl ich sie liebe.

Was hast du denn da für einen langen Stock unter dem Arm? fragte der kleine Seppi den Menschen. Das ist eine Maschinenpistole, antwortete der Mensch. Damit kann ich in der Minute 1000mal schießen und 1000 Feinde töten. Was ist denn ein Feind, fragte der kleine Seppi. Ein Feind ist jemand, der anderer Meinung ist als du oder der dir etwas nicht gibt, was du gerne hättest. Dann ist doch meine Rose auch mein Feind, sagte der kleine Seppi, weil ich gerne ihre Anmut und Schönheit hätte und ihre Stacheln, damit ich mich wehren kann. Und doch liebe ich sie und gieße sie jeden Tag am morgen, weil wenn ich sie mittags gieße, ist das nicht gut für sie. Niemals, nie, nie, nie würde ich sie erschießen, auch wenn sie etwas hat, das ich nicht habe.

Feinde glauben auch an einen anderen Gott, sagte der Mensch, deshalb muss man sie auch erschießen. Und du, glaubst du an einen Gott, fragte der kleine Seppi, für den seine Rose auf

seinem Planeten so etwas wie ein Gott war, aber das wusste er nicht. Ja, ich glaube auch an einen Gott antwortete der Mensch, aber an den richtigen. Gibt es denn mehrere Götter, falsche und richtige, fragte der kleine Seppi verwirrt. Nein, es gibt eigentlich nur einen Gott, war die Antwort. Aber wenn es nur einen Gott gibt und der Feind an einen Gott glaubt und du an einen Gott glaubst, könnt ihr doch nur an den einen Gott glauben, den es gibt und das muss derselbe sein. Der kleine Seppi fand das ganz logisch. denn dass man an einen Gott glaubt, den es nicht gibt, ist nicht möglich. Er fuhr fort, und Gott wird das ohnehin wissen, dass du an ihn glaubst und er kann nicht der falsche sein, weil es den ja nicht gibt, wie du gesagt hast, und der kann dann nichts wissen, weil es ihn nicht gibt. Der Mensch wurde durch die Worte des kleinen Seppien verwirrt , aber er ging von seiner Meinung nicht ab. Wenn jemand

ein Feind ist, dann glaubt er an einen

falschen Gott und man muss ihn töten. so wird uns das schon in der schule

beigebracht und weil wir es in der Schule lernen, ist es richtig. da ist mir meine Schule des Lebens lieber, da kann ich eine Rose lieben ohne mich um Gott kümmern zu müssen, ich liebe einfach dachte der kleine Seppi. Weil er wollte nichts mehr sagen, denn wenn der Mensch erfuhr, dass er seine Rose vergötterte, würde er ihn erschießen und er musste ja noch soviel sehen und lernen auf seiner Reise. Aber merkwürdige Gedanken haben sie schon die Menschen und sie wollen immer Recht haben, auch wenn sie im Unrecht sind. Meine Rose gieße ich einfach, weil ich sie liebe und ich denke dabei nicht darüber nach, ob die Rose vielleicht anders denkt als ich. Und er machte sich auf nach dem nächsten Planeten, wo er noch viel Merkwürdigeres erleben sollte, denn der nächst Planet war Goisern.

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