Verbietet die Türkei das Lesen von Karl May?

Oktober 25, 2008 um 10:19 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 5 Kommentare
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Einer der Suchbegriffe, mit dem jemand auf meinen Blog kam, lautet: „Türkei verbietet Karl May Bücher“. Davon habe ich noch nichts gewusst oder gehört. Wer weiß mehr davon?

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Jörg Haider ist tot – die Verlogenen trauern

Oktober 13, 2008 um 9:02 pm | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Was mich beim Tod vom Haider Jörg zum Kotzen bringt, ist die verlogene Trauer von seinen ehemaligen Gegnern.  Wer wirklich um ihn trauert, soll und muss trauern, wer es nicht tut, soll doch bitte schweigen und nicht heucheln. RIP – ein Spielkamerad aus einer Zeit, als man noch Indianer in den Wäldern spielte

Ein Goiserer schiss auf Hitler und fiel in den Bach und andere Geschichten

September 3, 2008 um 7:18 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | Hinterlasse einen Kommentar
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Wiesinger, die Muhme und das Katzenbier

 

Der Großvater vom Wiesinger Fritz war Glasermeister. Wie jeder Glaserer staubte er Glasscheiben mit Kreide ein, auf dass sie sauber blieben, bis sie der Kunde abholte. Der Großvater aber missbrauchte den Kreidenstaub auf einer Glasscheibe im Fenster seines Geschäftes dazu, Geheimbotschaften zu hinterlassen. Wenn also auf dem Fenster in den Kreidestaub die Wort „bin bei Muhme“ oder nur das Wort „Muhme“ stand, dann wussten seine Freunde, dass er im Höplingerwirtshaus zu finden war, bei einer Halben Bier. In diesem Wirtshaus wurde das Bier von zwei Schwestern serviert. Eine von den beiden sah schon sehr schlecht. Die mitleidlosen Gäste nutzten diesen Umstand aus und sagten regelmäßig zu ihr, dass schon wieder diese elendige Katze am Tisch sitze, die sie wegtun solle. Worauf die arme Haut versuchte, die Katze mit einem Handschlag zu verjagen. Regelmäßig aber traf sie einen Bierkrug, weil eine Katze, die war nicht am Tisch.

 

 

Auf Hitler scheißen und den Kaiser mit Trommelschlägel schlagen

 

Die Goiserer nahmen und nehmen auch heute noch Politiker nicht ganz ernst. Das hat sich Gott sei Dank auch in der unseligen Nazizeit so gehalten. Vor der Partei und vor dem hohen Politiker da oben, kam immer noch der Goiserer. Und doch konnte man Zwängen nicht immer ganz ausweichen, dann versuchte man zumindest einen Kompromiss, der den Zwang etwas entzwängte und das Ereignis doch noch zu einem erträglichen Ergebnis für die Beteiligten führte. Dies wurde mir jedenfalls berichtet.

 

So trug es sich im Jahre 1942 zu, dass der Großvater vom Wiesinger Fritz im Wirtshaus saß und bei Bier und Schnaps laut darüber räsonierte, dass bald ein Enkel ins Haus stünde und die Familie könne sich über den zu gebenden Namen nicht einig werden. Er selber, als Kaisertreuer, sei halt schon für so einen schönen Namen wie Franz oder Josef, aber damit habe er sich bisher noch nicht durchgesetzt. Da kam von einem der auch am Tisch Sitzenden der Vorschlag, in Zeiten wie diesen solle man sich doch an nordische Namen halten, Adolf und  Hermann wären zum Beispiel durchaus angebrachte Namen. Bei dieser Zumutung und unter Alkoholeinfluß explodierte der Großvater. „Wie wir unsere Enkel nennen, ist immer noch unsere Sache“, brüllte er, “und im Übrigen: Auf Deinen Hitler scheiß ich“. Das waren mutige Worte zu dieser Zeit, überhaupt im vollen Wirtshaus ausgesprochen. Und so kam wie das Amen im Gebet eine Anzeige zum Goiserer NSDAP-Ortsgruppenleiter. Dieser war Ernst Wiesinger, der Cousin vom Großvater. Dieser musste in seiner Funktion natürlich die Anzeige gegen seinen kaisertreuen Cousin entgegennehmen. Bei Most wurde die Angelegenheit zwischen den beiden Verwandten besprochen. „Alles was recht ist, Josef,“ sagte Ernst ernst, „aber auf Hitler darfst nicht scheißen. Du zahlst deshalb 30 Reichsmark Strafe.“ Es scheint eine milde Strafe gewesen sein, für das angedrohte Fäkalienattentat auf den Dings, den Dings, den Führer. Um sich zu versöhnen gingen die Cousins nach dem Gespräch zum Weberberger, dem heutigen Hotel Bahnhof bzw. noch heutiger dem Goisererhof. Dort wurde weitergesoffen. Zwischen Goisererhof und Ernst Wiesingers Haus fließt das „Ballinabacherl“. Ein schmaler, tiefer Bach voller Schlamm, über den ein schmales Brückerl, wahrscheinlich nur ein Brett führte. Es war Winter und der Schnee lag hoch, so konnte man dieses Brett nur schlecht sehen, insbesondere, wenn durch Bier der Blick schon etwas getrübt war. Und so kam es, wie es kommen musste, der Nazi und der Kaisertreue fielen – der eine die Geschichte nachholend, der andere die Geschichte vorauslebend – gemeinsam in den Bach. Da sie an dieser Stelle nicht mehr herauskamen, gingen sie im Bach bis nach Hause. Demokraten können heute keine in den Bach fallen, nicht weil sie nicht trinken, sonder weil der Bach verschwunden ist. Wahrscheinlich wurde er überdacht. Irgendwo muss er aber noch in den Mühlbach münden.

 

Der kaisertreue Großvater vom schon erwähnten Fritz, Josef Wiesinger, spielte auch bei der Bürgermusik mit. Jeden 1. Mai rückte und rückt noch heute diese Musik aus und zog und zieht laut spielend schon in aller Herrgottsfrüh durch Goisern. Dem Kaiseranhänger Josef passte dies aber gar nicht, war der 1. Mai doch eine Feier der Roten. Deshalb marschierte er am 1. Mai nie mit der Musik mit und lag um 6 Uhr früh noch schlafend in seinem Bett. Dies wiederum ärgerte den Hammerschmied Franz, der bei der Bürgermusik die Trommel schlug. Er verließ deshalb immer am 1. Mai den Zug der Musiker, wenn er beim Wiesingerhaus vorbeikam, betrat das Haus durch die nie abgesperrte Haustür, schlich sich in des Josef Schlafzimmer, zog diesem den Tuchent weg und schlug ihm mit den Trommelschlägel fest auf den Hintern. Ob der Josef zurückschlug, ist mir nicht bekannt.

Bundespräsident in Goisern

August 21, 2008 um 3:38 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 4 Kommentare
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Bundespräsident Dr. Heinz Fischer…

Bereits zum zweitenmal suchte Bundespräsident Fischer Ruhe und Entspannung in Bad Goisern am Hallstättersee und der traumhaften Bergwelt in und um Goisern.Bei der Jela-Huettn, Roßmoosalm
Bei wunderbar (wanderbarem) Wetter begleiteten  Vizebürgermeister Fritz Pomberger, Erich Rastl (Naturfreunde Obmann) und Herbert Ellmer den Bundespräsidenten bei seiner Wanderung auf die Hütteneck-Alm.
Nach der Auffahrt mit dem PKW zum Gasthof Predigstuhl, führte der erste Abschnitt der Wanderung in die Rossmoosalm, wo auf der Terrasse der „Jela Hütte“ bereits die erste kleine Rast auf dem Programm stand. Gestärkt machte man sich auf den Weg durch den imposant anmutenden Felssturz weiter Richtung Hütteneck. Am höchsten Punkt, Auf der Hütteneck-Alm mit Helga Zeppetzauerangekommen wurde bei herrlicher Sicht auf den Dachstein eine Mittagsrast eingelegt.
Gestärkt mit Köstlichkeiten aus der Hüttenküche ging die Wanderung weiter zur Halleralm,wo der gelungene Tag seinen Ausklang fand.

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Zwei der schönsten Stellen der Weltliteratur – Auszüge aus Platons „Apologie des Sokrates

August 20, 2008 um 9:18 pm | Veröffentlicht in Bücher sind zum Lesen da | 2 Kommentare
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Zwei der schönsten Stellen der Weltliteratur

Auszüge aus Platons „Apologie des Sokrates“

 

   Auszugsweise zitiert zum Genusse des Lesers sowie zur Mahnung an Politiker und andere sich weise dünkender Menschen, die in ihrer Arroganz bescheidenes Fachwissen mit allgemeiner Weisheit verwechseln und deren Worte in der Geschichte verwehen wie der Sand im Sturme der Wüste oder weggespült werden wie ein Blatt, das von einem Baum in den Stambach fie,l während wahre Weisheit unsterblich bleibt..

 

   Im Jahre 399 v. Chr. Wurde Sokrates der Prozess gemacht. Der Hauptankläger, Meletos, stellte den Antrag auf die Todesstrafe. Begründet wurde der Antrag wie folgt: „Sokrates handelt rechtswidrig, indem er die Götterm die der Staat anerkennt, nicht anerkennt und andere, neuartige göttliche (dämonische) Wesen einzuführen sucht. Er handelt ausserdem rechtswidrig, indem er die jungen Leute verdirbt.“

 

   Sokrates war bekanntermaßen nicht mundfaul und verteidigte sich in drei Reden an das Gericht. Diese drei Verteidigungsreden werden unter dem Begriff „Die Apologie des Sokrates“ zusammengefasst. Diese Apologie wurde im Nachhinein von Platon, des Sokrates Schüler, aufgeschrieben und zählt zu den schönsten Werken der Weltliteratur. Sie enthält jedoch in sich einige Stellen, die ich als die für mich schönsten aber auch weisesten Stellen der Weltliteratur bezeichnen möchte.

 

   Die erste Stelle betrifft den oft zitierten Satz des Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Den hat er aber gar nicht so gesagt. Er erzählt in seiner ersten Rede, dass sein Jugendfreund Chairephon einmal zum Orakel nach Delphi ging und es befragte, ob jemand weiser sei, als Sokrates. Die Phytia gab diesem Freund zur Antwort, niemand sei weiser.

 

   Und nun Sokrates im Originalton:

   Als ich nämlich von dem Bescheid erfuhr, da überlegte ich mir folgendes: „Was mag Gott wohl meinen, und was gab er mir da für Rätsel auf? Ich weiß nämlich ganz genau, dass ich nicht weise bin, weder viel noch wenig. Was meint er also, wenn er sagt, ich sei der Weiseste?“ … Ich ging zu einem von denen, die in dem Rufe standen, weise zu sein, um so, wenn überhaupt, den Spruch zu widerlegen und dem Orakel zu zeigen: „Dieser Mann ist weiser als ich; du aber hast gesagt, ich sei der weiseste.“ Als ich ihn nun prüfte …, da gewann ich den Eindruck, dass dieser Mannwohl weise zu sein schien – nach dem Urteil vieler anderer Leute und vor allem nach seinem eigenen -, ohne es indessen wirklich zu sein, und ich versuchte ihm klarzumachen, dass er sich zwar einbildete weise zu sein, dass er es jedoch gar nicht war. So kam es, dass ich mich bei ihm und bei vielen der Anwesenden verhasst machte; bei mir selbst aber bedachte ich, als ich wegging: „Im Vergleich zu diesem Menschen bin ich der Weisere. Denn wahrscheinlich weiß ja keiner von uns beiden etwas Ordentliches und Rechtes; er aber bildet sich ein, etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, während ich, der nichts weiß, mir auch nichts zu wissen einbilde. Offenbar bin ich im Vergleich zu diesem Mann um eine Kleinigkeit weiser, eben darum, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube.“ …

   Daraufhin suchte ich planmäßig einen nach dem anderen auf, und ich bemerkte zu meinem Kummer und Schrecken, dass ich mich stets nur verhasst machte. … Und beim Hunde, ihr Männer von Athen … , was ich jetzt erlebte, war dies: diejenigen, die den allerbesten Ruf genossen, schienen mir so ziemlich die armseligsten Burschen zu sein, als ich sie der göttlichen Weisung gemäß prüfte; bei anderen hingegen, die in geringerem Ansehen standen, hatte ich den Eindruck, dass es mit ihrer Fähigkeit zur Einsicht besser gestellt war. …

   Nach den Politikern suchte ich nämlich die dichter auf, die Tragödien- und Dithyrambenschreiber und alle die anderen, um mich dort auf frischer Tat zu überführen, dass ich unwissender sei als sie. Ich nahm mir ihre Dichtungen vor, und zwar die, mit denen sie sich meiner Meinung nach besonders viel Mühe gegeben hatten, und fragte sie, was sie damit sagen wollten, um zugleich noch etwas von ihnen zu lernen. Ich scheue mich jetzt, ihr Männer, euch die Wahrheit zu sagen. Trotzdem – ich muss es tun. Denn eigentlich wussten fast alle Anwesenden verständiger über die Sache zu reden als die Verfasser selber. So stellte ich auch bei den Dichtern in kurzer Zeit fest, dass sie nich aus Weisheit hervorbrachten, was sie hervorbrachten, sondern auf Grund einer besonderen Veranlagung und in göttlicher Begeisterung wie die Seher und Orakelsänger. Denn auch diese leute sagen viele schöne Dinge, ohne zu wissen, was sie sagen. … Ich verließ sie daher mit der Überzeugung, dass ich ihnen in demselben Punkte überlegen war wie den Politikern.

   Schließlich ging ich zu den Handwerkern. Ich selbst war mir ja bewusst, dass ich mich sozusagen auf nichts verstehe; bei ihnen aber würde ich, wie ich wusste, feststellen, dass sie sich auf viele schöne Dinge verstünden. Und hierin sah ich mich nicht getäuscht; sie verstanden sich auf Dinge, von denen ich nichts verstand, und waren mir in dieser Hinsicht an Weisheit überlegen. Aber, ihr Männer von Athen, denselben Fehler wie die dichter schienen mir auch die lieben Handwerker zu haben; weil sie sich gut auf die Ausübung ihrer Kunst verstanden, bildete ein jeder sich ein, er sei auch im übrigen ganz ungeheuer weise, so dass – meiner meinung nach – diese Beschränktheit ihre Weisheit wieder aufhob. Daher fragte ich mich im Namen des Orakels, ob ich’s für richtig hielte, so zu sein, wie ich sei – nicht weise im Sinne ihrer Weisheit und nicht unwissend im Sinne ihrer Unwissenheit -, oder ob ich’s vorzöge, zu sein wie sie. Ich gab mir selbst und dem Orakel zur Antwort, dass es mir wohl anstehe, zu sein, wie ich bin.

   Aus dieser Untersuchung, ihr Männer von Athen, sind mir viele Feindschaften erwachsen,…

 

 

 

   II. Sokrates fürchtete sich nicht vor dem Tod. Er denkt zwar, es sei für ihn jetzt das Beste, zu sterben, ganz sicher ist er sich aber nicht, ob es nicht doch diejenigen besser hätten, die leben. Dennoch zögert er keinen Augenblick, dem Tode ins Auge zu blicken und einige Tage nach dem Todesurteil ohne Widerstand den Schierlingsbecher zu trinken. Am Schluss seiner dritten Verteidigungsrede legt er dar, was er vom Tod hält und gibt der Überzeugung Ausdruck, dass sich ein guter Mensch nicht vor ihm fürchten muss. Hier nimmt dieser weise Mann das voraus, was uns später gegründete Religionen ebenfalls versprechen. Und wie er sich um das Wohl seiner Söhne sorgt – mir kommt es vor, als würde er auch hier eine christliche Botschaft vorwegnehmen, nämlich, dass ein Reicher nicht in den Himmel kommt.

 

Sokrates wieder im Originalton, übersetzt:

   Doch auch ihr dürft, ihr Richter, was den Tod betrifft, zuversichtlich sein und diese eine Tatsache für wahr halten, dass einem guten Menschen kein Übel widerfahren kann, weder im Leben noch nach dem Tode, und dass seine Angelegenheiten den Göttern nicht gleichgültig sind. Auch mir ist mein Los nicht von ungefähr zuteil geworden; ich bin vielmehr überzeugt, dass es das Beste für mich war, jetzt zu sterben und aller Mühsal überhoben zu sein. Eben deshalb hat mich auch das Zeichen nie zurückgehalten, und ich wiederum bin den Leuten, die mich verurteilt haben, und meinen Anklägern nicht einmal sonderlich böse. …

   Um eines aber bitte ich sie noch: übt an meinen Söhnen, wenn sie herangewachsen sind, Vergeltung, ihr Männer, indem ihr ihnen in derselben Weise zur Last fallt, wie ich euch zur Last gefallen bin; sobald ihr den Eindruck gewinnt, dass sie sich um Geld oder irgend etwas anderes mehr kümmern als um Tugend, und sobald sie etwas zu sein beanspruchen, was sie nicht sind, dann macht ihnen Vorwürfe wie ich euch, weil sie sich nicht um die richtigen Dinge kümmern und glauben, sie wären etwas, obwohl sie Nichtsnutze sind. Und wenn ihr das tut, dann lasst ihr mir Recht widerfahren, mir selbst und meinen Söhnen.

…Doch jetzt ist’s Zeit fortzugehen: für mich um zu sterben, für euch, um zu leben. Wer von uns dem besseren Los entgegengeht, ist uns allen unbekannt – das weiß nur Gott.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nobelpreis für für Physik erging an Goiserer Forscher – der Analisator schlug auf dem Markt ein

August 18, 2008 um 10:39 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 2 Kommentare
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Dr. Hias Sonnseitner aus Bad Goisern im Salzkammergut erhielt den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Er entwickelte ein Gerät, mit dem man einem Toten sein angehäuftes Barvermögen, aber auch Aktien, innerhalb der ersten halben Stunde nach Eintritt des Todes – also, solange der Körper noch warm ist – in eine hintere Körperöffnung schieben kann. Bisher funktioniert dies bis zu einem Betrag von € 1 Mrd. Viele Reiche hoffen, dass diese Summe bald erhöht werden kann. Dr. Sonnseitner und sein Team arbeiten mit Nachdruck daran, die Kapazität zu erhöhen. Als besonderen Hoffnungsmärkte bezeichnete Dr. Sonnseitner China und die Golfstaaten. Dr. Sonnseitner meinte in seiner Rede bei der Überreichung des Nobelpreises weiters,  er gehe jedoch davon aus, dass es  noch längere Zeit dauern wird, das Gerät, den Analisator,  so auszubauen, dass man ihn auch für Gebäude, Mietwohnungen und Grundstücke verwenden kann. Auch einige Goiserer freuen sich über diese Erfindung. Einer soll sogar gesagt haben: „Jetzt war mein Leben doch nicht sinnlos.“

Oh, der arme Westi -oije, verurteilt, aber wie immer gilt die Unschuldsvermutung

Juli 29, 2008 um 8:10 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 5 Kommentare
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Der Arme Westi, verurteilt wegen falscher Zeugenaussage zu 9 Monaten bedingt. Niemals hätte ich es geahnt, dass er nach dem Urteil vor Reportern der Justizministerin die Schuld am Urteil zuschreibt und sich als Opfer fühlt. Nein so was!

Und nicht im Entferntesten hätte ich mir träumen lassen, dass der Jörg den Westi gleich nach dem Urteil als Spitzenkandidaten des BZÖ fallen lässt, wie eine heiße Kartoffel.

Jetzt muss nur noch Grasser vom Meinl verjagd werden und wir leben wirklich in einem Unrechtsstaat.

Fehlerhafter Entwurf zum Anfang von: Wie sich ein kleiner Ort im Salzkammergut gegen die Kernspaltung wehrte

Juli 13, 2008 um 10:37 pm | Veröffentlicht in Bad Goisern | 1 Kommentar
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Keine Probleme sind Probleme oder wie man Probleme durch deren Schaffung löst

 

Da saßen sie wieder einmal beisammen, die Spitzenpolitiker der Regierungspartei des kleinen aber feinen Ortes im Salzkammergut, der Sepp Schadseitner, Bauer mit Hausverstand, der Lehrer für Turnen und Geometrie, Johannes, der alte Salinenarbeiter und Intellektuelle. Beim Moserwirt saßen sie, am Stammtisch und hatten schon einige Biere in sich hineingeschüttet. Weil, es war vorher die Gemeinderatssitzung gewesen und die war ganz schön anstrengend. Und nach so einer Anstrengung bekommt man Durst.

 

Die Oppositionsparteien hatten wieder einmal geätzt. Sehr geätzt. „Ihr macht uns alle noch arbeitslos,“ hatte Hans, der blaue Oppositionsführer gebrüllt, „seid ihr denn alle deppad geworden? Mit eurer Politik, da können wir gleich aufhören zu arbeiten, für unser Volk, für unser Bergvolk, für unser fleißiges Volk, für unser gutes Volk, für unser herrliches Volk…Am Goiserer Wesen,….“ Er hatte ganz plötzlich abgebrochen, weil er merkte, dass er sich da verbal etwas verstieg, das er vielleicht am Ende nicht mehr kontrollieren konnte. Er dachte an seinen schwarzen Kollegen, der sich in einer Rede einmal dazu hinreißen ließ, die Existenzberechtigung von geförderten Bergbauern in Frage zu stellen. Das war, als der Huberbauer von der Sunnseitn seine einzige Kuh in Zahlung für eine neue Melkmaschine gab. Von seinem schwarzen Politiker verlangte er nachher, dass dieser sich dafür einsetzen sollte, dass er, der Huberbauer, auch noch eine Förderung für die Melkmaschine aus Brüssel erhielt. Da war ihm halt dann bei einer Versammlung der goiserer Bauern der Kragen geplatzt und jetzt ist er wieder Kellner in der Goiseremühle. Weil, einem Bauern kann man viel sagen, aber nicht, dass er sich von einem Melkmaschinenvertreter hereinlegen lassen hat und auch nicht, dass er die Wiese für nichts mäht. Weil Arbeit ist das Mähen noch allemal und nützlicher auch als die von einem Kellner, denken die Bauern. Die Kellner denken da anders.

 

Lois, Tischlermeister und Oberhaupt der schwarzen Opposition hatte in dieser Sitzung auch nur gebrüllt und keinerlei kreativen Vorschläge für die Lösung des Ortspolitikerproblemes gemacht. Er wollte gar nicht mehr aufhören mit Beschimpfungen und Fluchen. „Der Teufel soll mich holen, „schrie er in der Gemeindestube, „der Teufel soll mich holen, wenn ich mir das länger gefallen lasse, das ganze ist ungeheuerlich und nur auf die Politik von euch Hansln zurückzuführen. Entweder ihr macht sofort was oder ….“. Dann hörte er auf, weil ihm plötzlich einfiel, dass die fesche Zenzi auf ihn wartete und das letzte Mal schon böse war, als er zu spät in ihr Zimmer eingestiegen war. Und wenn er noch weiter schimpfte, würde die Sitzung noch länger dauern. Und die Leiter musste er auch erst noch von daheim holen, bevor sie sein Lehrling wieder zur Unkeuschheit entwendete. Dass das nur zur Tarnung war und der Lehrling einfach durch die Haustür zur Frau vom Lois ging, wenn der nicht da war, wusste der Lois nicht und hätte es auch nicht geglaubt, weil seine Frau war katholisch..

 

Daraufhin wurde die Sitzung mangels Ideen durch den Herrn Bürgermeister geschlossen, man trennte sich und die drei Spitzenpolitiker beschlossen noch auf ein Bier zum Moser zu gehen. Aber worum ging es denn eigentlich? Kurz gesagt, die drei waren wieder einmal zu schlau gewesen. Sie hatten alle Probleme des Ortes gelöst und jetzt gab es keine Probleme mehr. Und wie ist das geschehen? Nun ja, das größte Problem war die Umfahrungsstrasse. Eigentlich war sie das einzige Problem, denn wenn die Ortsbewohner Arbeit hatten und jodeln konnten, waren sie mit sich und der Welt zufrieden. Jodeln konnten sie damals noch immer, aber mit der Arbeit, das war ein Problem. Weil der Ort war ein Fremdenverkehrsort und ein Fremdenverkehrsort mit einer Umfahrungsstrasse, die eine lange Gerade war und zum Schnellumfahren reizte, führte die Fremden natürlich am Ort vorbei. Hin zu den Ischlern oder Ausseern, je nachdem, von welcher Himmelsrichtung man das Problem sah. Und weniger Fremde bedeuteten natürlich weniger Arbeitsplätze und Traurigkeit bei der jodelnden Bevölkerung. Und so baute man aufgrund eines weisen Beschlusses der drei Spitzenpolitiker eine Umfahrung der Umfahrungsstrasse, die mit einem Kreisverkehr auf der Umfahrungsstrasse begann und mit der Einmündung in die ehemalige Hauptstrasse neben dem KONSUM endete. Man könnte auch sagen, sie fängt beim HOFER an und endet beim KONSUM, weil der HOFER gleich beim neuen Kreisverkehr eine Filiale errichtet hat. Man könnte auch sagen, die Strasse führt vom großen Filialisten zum kleinsten Filialisten oder aber auch, dass diese Straßenverbindung symbolisch steht für die Verbindung des kleinen Goisern zu großen Außenwelt, die man durch die Umfahrungumfahrungsstraße erschlossen hat. Jedenfalls aber fuhren jetzt die Fremden dank des Kreisverkehrs wieder nach Goisern hinein, sahen die hübschen Kellnerinnen und reizvollen Wirtinnen mit üppigen Dekolletees im Dirndl, die ausgefallenen Speisekarten, das eine oder andere nackte einheimische Männerbein, und entschieden sich spontan, nicht weiterzufahren sondern den Urlaub in Goisern zu verbringen. „Der Regen wird sich ja gleich wieder verziehen“, dachten viele irrtümlich, hatten dann aber schon gebucht und saßen fest.

 

Die Fremden waren also wieder da und der ganze Ort hatte Arbeit und dazu noch immer den Jodler. Damit hatte Goisern aber plötzlich keine Probleme mehr. Und das war ein Problem für die Politiker.

 

Politiker sind nämlich dazu da, Probleme zu lösen. Ganz egal, ob selbst gemacht oder von jemandem anderen. Gibt es keine Probleme, braucht man keine Politiker. Daher stand diesmal die Existenzberechtigung von Regierungspartei und Opposition in Frage. „Fürchterlich“, dachte Sepp, der Bauer mit Hausverstand, „da komme ich von meiner Alten ja gar nicht mehr weg“. „Fürchterlich“, dachte der Lehrer, „da komme ich ja von meiner Alten gar nicht mehr weg“. „Fürchterlich“, dachte auch Johannes, der Intellektuelle und Salinenarbeiter, „da komme ich ja von meiner Alten gar nicht mehr weg“. Und auch Hans, der zweite Oppositionsführer war verzweifelt, weil er hatte zwar keine Frau, hoffte aber immer, dass ihm eine der roten Politikerinnen einmal die Gunst gewähren würden. Weil die waren fesch.

 

Deswegen war er ja eigentlich in die Politik gegangen, und seine Parteifreunde wunderten sich immer, dass er zu diesen Roten so nett und gar nicht aggressiv war und sich vor Gemeinderatssitzungen als einziger rasierte. Bei den Roten war aber kein Paltz im Gemeinderat gewesen und so ging er zu den Blauen. Als zum Islam konvertierter Inhaber der einzigen Berghütte ohne Alkohol und Schweinefleisch im Salzkammergut , auf der Ewigen Wand, hatte er naturgemäß nur wenig Kontakt mit anderen Menschen in seinem Beruf und so blieb ihm zur Kontaktanknüpfung nur die Politik. Ohne sie würde er total vereinsamen, sahen ihn doch sogar schon seine Parteifreunde schief an, wenn er zu den Sitzungen den Gebetsteppich mitnahm.

 

„Wir brauchen ein Problem, wir brauchen ein Problem“, seufzte da der Lehrer gedankenverloren beim Moser am Stammtisch vor sich hin. „Recht hast Du“, stimmte ihm Sepp zu, „recht hast Du„. „Auch ein Lehrer findet mal einen Korn“, witzelte Johannes und zündete sich eine an, „bist zwar Lehrer, aber diesmal hast du recht, wir brauchen ein Problem. Was soll sonst aus Goisern werden? Sogar der Bankdirektor hat zu mir gesagt, es wäre kein Problem, wenn ich wegen des vielen Saufens meinen Kredit nicht zurückbezahlen könne, zahlst halt wann du kannst , lieber Johannes hat er gesagt, die Geschäfte gehen wegen dem Kreisverkehr so auch gut“. „Und die Zenzi hat zu mir gesagt, das mit ihrer Schwangerschaft wäre auch kein Problem, das Kind hängt sie dem Lois an, ergänzte der Lehrer die Suada über die Problemlosigkeit“.

 

Und wieder einmal hatte Sepp, der Bauer mit Hausverstand die zündende Idee. „Jodeln werden wir nie verbieten können, da bringen sie uns um“, stieß er plötzlich hervor, „aber die Umfahrung der Umfahrungsstrasse, die uns soviel Sorgen macht, weil sie Arbeit bringt, da können wir was tun“. „Ja, an was denkst Du denn da?“ frug der Lehrer überrascht. „Was willst du denn tun? Die können wir doch nicht wieder abreißen, wie Dein Holz-WC im Garten“. „Ich habe gestern einen Artikel in einer Zeitung gelesen und da ist gestanden, dass die Kernenergie die Lösung für alle Probleme ist.

 

„Und?“, fragte der Johannes, „was hat das mit uns zu tun?“ „Verstehst du denn nicht“, sagte Sepp, „Kernenergie, Kern, Kernspaltung, das ist genau das was wir brauchen“. Der Lehrer verstand nur Bahnhof: „Ich habe Geographie und Turnen gelernt, ich habe aber noch nie mit Kernenergie zu tun gehabt. Was ist denn das? Ich kenne nur die Kerne von Zwetschken und Birnen und Äpfel, die esse ich aber nie mit, soll da Energie drinnen sein?“

 

„Nein, die Energie ist im Kernöl“, meinte Johannes, „aber wir haben kein Kernöl“. „Wir haben überhaupt kein Öl“, gab der Lehrer zu bedenken, „außer im KONSUM, in 2-Liter-Flaschen, aber das ist teurer als beim HOFER, ich kaufe es daher immer beim HOFER“. „Nein, ich kaufe das Öl immer beim KONSUM“, erklärte Johannes, „man muss ihm treu bleiben“. Und er beginnt laut zu singen:

 

Öl und auch vom Fleisch ein Trumm,

kaufe ich nur im Konsum.

Konsum, Konsum nur du allein,

kannst stets die Statt meines Einkaufs sein.

 

Die anderen fielen ob des Bierkonsums mit ein und jetzt sangen sie zusammen:

 

Wir sind nicht dumm,

wir sind nicht dumm,

wir kaufen immer im Konsum.

Holladrio!“

 

„Noch drei Bier, Resi und drei Obstler“, bestellte jetzt der Sepp für sich und seine Freunde geistigen Nachschub. Und jetzt hört mir zu, ihr zwei Kernbuam. Meine Idee hat nichts mit Äpfeln oder Birnen zu tun, sondern mit dem Ortskern.

 

Oho, riefen da die beiden anderen aus, mit dem Ortskern. Wieso mit dem Ortskern? Und gleich fingen sie wieder an zu singen:

 

Bin ich von der Heimat fern,

sehne ich mich nach des Ortes Kern,

Ortskern, Ortskern du bist meine Freude,

Ortskern, Ortskern du bist meine Lust,

gäb’s keinen Ortskern, gäbs keine Freude

und keine Frauen mit großer Brust.

 

Das ergab zwar keinen Sinn, aber es reimte sich und was gesprochen wurde, ergab bisher auch keinen Sinn und daher machte es nichts. „Jetzt halts einmal die Pappn“, rief ungeduldig Sepp aus. „Ich muss euch das doch mit der Kernenergie erklären. Also, die ganze Energie wurde durch die neue einfahrt auf den Ortskern konzentriert und jetzt ist der Ortskern voller Energie und die Energie überträgt sich auf unserer Wähler, und die können arbeiten wie wild und verdienen gut und sind zufrieden. Und diese Zufriedenheit schafft keine Probleme und damit haben wir ein Problem und um dieses Problem zu beseitigen, brauchen wir die Kernspaltung, die Ortskernspaltung oder mit anderen Worten die Verlegung des Ortskernes nach draußen, außerhalb vom Zentrum, an die Umfahrungsstrasse. Habts das jetzt kapiert, ihr Deppen?„

 

Sepp wischte sich nach dieser anstrengenden Rede den Schweiß von der Stirne. „Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß“, erinnerte er sich dabei plötzlich an ein paar Zeilen, die er im Gymnasium einst lernen musste bevor er wegen so einer Sexgeschichte mit einer schnurrbärtigen Lehrerin die Maturaträume aufgeben musste und den väterlichen Hof übernahm.

 

„Du bist da Sepp

und wir sind kein Depp,

holladrio“

 

fingen die beiden anderen wieder zu singen an,

 

„Wir werden bei unseren Alten,

den Kern spalten,

holladrio“.

 

Sepp wurde es zu viel und er gab beiden Parteifreunden eine Watschn. „Jetzt hörts endlich einmal zu und du Resi, bring noch drei Bier und drei Obstler“, schrie er.

 

Ein deutsche Urlauberin wandte sich an den Moserwirt und fragte entsetzt: „Sachen Sie mal juter Wirt, wat sind denn dat für unmögliche Leute an dem Stammtisch, die lärmen und singen ja entsetzlich, da kann ich doch mein Krenfleisch nicht in Ruhe essen, könnse da nichts dajechen tun?“

 

 „Na, öha, nee“ antwortete ihr der Moserwirt verlegen und hochdeutsch,“das sünd unsere Spützenpolütüker, dü darf üch nücht stören, dü sünd nöhmlich beim Dönken und kümmern süch um unser Wohl und wollen hür eine Körnspaltung vornöhmen.“

 

„Ach Jott Heinrich-Uwe, war die deutsche Urlauberin entsetzt, wie bei uns zu Hause, da hätten wir nich wechfahren müssen. „Nee, nee, antwortete Heinrich-Uwe, die spalten hier Kern viel jemütlicher, die Österreicher, hier bleiben wir. Da können wir was lernen. Ach juter Wirt, bringen Sie den drei Herren doch noch drei Bier auf meine Rechnung.“ „Und drei Obstler zahlst nicht, Fremder? rief Johannes zum anderen Tisch hinüber, „Willst dass wir verdurschten?“ Der Deutsche war ein friedlicher Mensch und bestellte noch drei Obstler dazu. „Prösterchen , rief er dann den Dreien zu, als die Getränke serviert waren und hob sein Glas, Prösterchen und darauf, dass ihr Europameister werdet, hahaha, Cordoba, es lebe hoch“. Offensichtlich hatte er auch schon etwas zu viel gegen seinen Durst getan.

 

Die Watschen hatten die zwei Sänger wieder einigermaßen zur Vernunft gebracht und sie daran erinnert, dass sie eigentlich hier saßen, um kein Problem zu lösen. Also, hub Johannes wieder an: „Sprich oh Sepp, was wolltest du mit der Ortskernspaltung?“

 

„Also die Sache ist die, wie ich schon sagte“, fuhr Sepp in seiner Rede fort, „zu viel Energie ist durch die Umfahrung der Umfahrungsstrasse in den Ortskerngelangt. Die Geschäfte florieren, die Buchhändlerin hat schon anbauen müssen, die Parfümerie hat aufgestockt, dreißig Kaffeehäuser haben wir jetzt im Ortskern und der Atzlinger hat wegen Reichtum geschlossen. Der Wiesinger kommt mit seiner Rahmenproduktion nicht mehr nach und wird nach China expandieren und die Tabaktrafik ist jetzt eine Tabakfabrik geworden. Alle sind glücklich und zufrieden. Sogar die Pfarrer, weil wenn die Leute Geld haben, glauben sie auch und glauben heißt spenden, glauben sie. Das muss alles aufhören und wir müssen daher den Ortskern spalten, das heißt, verlegen. Damit umgehen wir die Umfahrung der Umfahrungsstraße“.

 

„Und wie hast Du dir das vorgestellt?“, fragte Johannes und wischte sich den Bierschaum von der Oberlippe, und weil er die Hand schon oben hatte, bohrte er auch gleich in der Nase. Man war ja unter sich.

 

„Angefangen habe ich ja schon“, gab Sepp zu. „Wisst ihr noch, damals, als der Musikantenstadel war, ein letztes mal mit dem unvergesslichen Karl Moik? Da ist keiner zur Gemeinderatssitzung gekommen, da waren der Bürgermeister und ich allein und da haben wir dem Hofer die Baubewilligung gegeben, weil wir geglaubt haben, dass der Hofer ein Österreicher ist. Wer denkt denn schon, dass ein Deutscher Hofer heißt? Jedenfalls jetzt haben wir ihn da und er ist der erste Schritt für die Ortskernspaltung. Jenseits des Kreisverkehrs und der Umfahrungsstrasse ist er, genial. He Resi, noch drei Bier und drei Obstler“

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Johannes fing gleich wieder zu singen an:

 

„Da Hofer wors vom zwanzga Haus,

der schaut ma so verdächtig aus.

 

„Au, au,“ schrie er auf, als er unter dem Tisch einen Fusstritt bekam, vom Sepp. „Tschuidigung“ brummte er, „ich höre ja schon wieder zu. Genial, richtig, und wie geht es weiter?

 

„Das weiß ich auch noch nicht so genau, aber im Prinzip steht die Idee, Kernspaltung muss sein“.

 

„Ha“, schrie der Lehrer plötzlich auf, „ha, ich weiß es“ und er zeigt mit einer Hand auf, weil er in seinem Rausch schon glaubte, wieder Schüler zu sein.

 

„Erzäh“l , sagten die zwei anderen gleichzeitig, „was hast du für eine Idee?“

 

„Wir müssen noch viel mehr Geschäfte hinüber über die Umfahrungsstrasse bringen, da gibt es genug Wiesen, ohne Kühe, und eine Wiese ohne Kuh ist eigentlich keine Wiese, die ist automatisch Baugrund. Und Alleebäume sind dort auch und Kastanienbäume, die niemand benutzt und eine Allee, die nicht asphaltiert ist. Kein Mensch alleet auf einer Allee, die nicht asphaltiert ist und die Kastanien will auch schon lange keiner mehr. Daher ist das auch alles automatisch Baugrund. Nur ein kleines Umwidmungerl brauchts noch und zack, alles kann jenseits der Umfahrungsstrasse, weit weg vom Ortskern bebaut werden, mit Geschäfterln.

 

Da tun wir dann noch ein Apothekerl genehmigen und fünf Lebensmittelgeschäfterl und drei Autowerkstätterl und zwanzig Kaffeehäuserl und ein Glasrahmengeschäfterl und wenn einer will, kann er ein Marktplatzerl eröffnen, mit WC“.

 

 

Pfirsiche regen zum Nachdenken an – eine kleine Obstphilosophie

Juli 7, 2008 um 9:18 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 4 Kommentare
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In Kalifornien brennen die Wälder, in Kabul explodierte eine Bombe, Österreich hat eine politische Krise und ich sitze hier und esse einen Pfirsich.

Mir geht es gut.

Hitlers Kopf wurde abgerissen!

Juli 6, 2008 um 9:24 pm | Veröffentlicht in Allgemein | 6 Kommentare
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Das kam ein paar Jahre zu spät. In einem Museum in Berlin wurde eine Wachsfigur, die Adolf Hitler darstellt, ausgestellt. Irgendein Besucher regte sich darüber auf, es kam zu einem Gerangel und im Laufe dieses Gerangels wurde der Wachsfigur der Kopf abgerissen – so steht es heute in einer hiesigen zeitung.

Warum kommen Helden immer zu spät? Hätte es diese Schlagzeile 1938 gegeben, wäre uns viel erspart geblieben.

Ob es eine gute Idee ist, eine solche Figur auszustellen, halte ich für diskussionswürdig. Einerseits ist Adolf trotz allem Grauslichem was er zu verantworten hat, eine historische Figur, andererseits befürchte ich, dass diese Figur zahlreiche Anhänger anlocken wird, um ihn zu verehren. Letzteres spricht für mich eher gegen die Ausstellung dieses Verbrechers.

Ich habe einen Traum, dass es einmal eine Welt ohne Nazis geben wird.

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